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S-Bahnverlängerung Zweibrücken–Homburg
Bahn-Reaktivierung: Saarland sieht noch Hürden und verweist auf Rechnungshof

Die Planung für den Bau der S-Bahn-Strecke von Zweibrücken (Bild) nach Homburg geht voran – aber langsam. Vor 2023 ist kein Baubeginn in Sicht.
Die Planung für den Bau der S-Bahn-Strecke von Zweibrücken (Bild) nach Homburg geht voran – aber langsam. Vor 2023 ist kein Baubeginn in Sicht. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Optimisten würden behaupten: Es geht voran mit der seit Jahren diskutierten S-Bahn-Verbindung zwischen Zweibrücken und Homburg. In der vergangenen Woche wurden die Finanzierungsverträge zur Planung der Leistungsphasen 3 und 4 unterschrieben, teilt Wolfgang Kerkhoff, der stellvertretende Regierungssprecher des Saarlandes auf Merkur-Anfrage mit. Von Mirko Reuther

Ein Reaktivierungsvertrag sei das allerdings noch nicht. In der Planungsstufe 3 findet lediglich die Entwurfsplanung samt Kostenberechnung statt. Diese ist die Basis für die Aktualisierung der sogenannten Nutzen-Kosten-Berechnung. Nur wenn diese einen Index von mindestens 1,0 aufweist – das bedeutet, dass für jeden ausgegebenen Euro volkswirtschaftlich wieder ein Euro eingenommen wird – werde das Projekt mit Mitteln des Bundes mit 60 Prozent gefördert und könne realisiert werden. Eine erste Kosten-Nutzen-Prüfung der Intraplan Consult GmbH im Jahr 2015 hatte dem Projekt mit einem Index von 1,24 eine hohe Wirtschaftlichkeit bescheinigt. Vorplanungen aus dem Jahr 2017 ergaben, dass die reinen Baukosten – ohne Gebühren und Planungskosten – mit rund 25 Millionen Euro zu Buche schlagen. Planungsstufe 4 beinhaltet das Genehmigungsverfahren beim Eisenbahnbundesamt. Hierin liege allerdings eine potenzielle Hürde, sagt Kerkhoff. Denn dieser Schritt bedürfe einer separaten Entscheidung der Länder, da gewährleistet sein müsse, dass das Projekt wirklich förderfähig sei. Insbesondere die Rechnungshöfe der Länder hätten darauf ein „kritisches Auge“. Im Hinblick auf einen möglichen Baubeginn, der in der Vergangenheit immer wieder verschoben worden war, formuliert Kerkhoff seine Worte zurückhaltend „Ein Baubeginn 2023 scheint aus heutiger Sicht prinzipiell möglich“. Die Bauzeit schätzt er auf bis zu zwei Jahre ein.