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Bahn-Reaktivierung droht frühzeitig zu entgleisen

Zweibrücken/Homburg. Mit Volldampf versuchen Zweibrücker Politiker und Bahnfreunde, die Gleise zwischen Homburg und Zweibrücken wieder zu reaktivieren. Große Hoffnungen wurden dabei in die Neuausschreibung der S-Bahn Rhein-Neckar gesetzt, für die ab 2015 europaweit ein neuer Betreiber gesucht wird

Zweibrücken/Homburg. Mit Volldampf versuchen Zweibrücker Politiker und Bahnfreunde, die Gleise zwischen Homburg und Zweibrücken wieder zu reaktivieren. Große Hoffnungen wurden dabei in die Neuausschreibung der S-Bahn Rhein-Neckar gesetzt, für die ab 2015 europaweit ein neuer Betreiber gesucht wird. Auch der hierfür federführende Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV) war lange zuversichtlich, Zweibrücken-Homburg mit in die Ausschreibung aufzunehmen, um herauszufinden, ob potenzielle Bahnbetreiber hieran interessiert sind (wir berichteten mehrfach). Doch jetzt droht dieser Plan zu entgleisen. Der rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD, Foto: dpa) bestätigte gestern am Rande seines Besuches in Zweibrücken (Seite 17), dass die saarländische Umwelt- und Verkehrsministerin Simone Peter eine solche Ausschreibung ablehne. Hering (SPD) bedauert: "Wir wollten Zweibrücken-Homburg als Option mit ausschreiben. Doch die Gespräche mit dem Saarland darüber sind ernüchternd." Heißt das, man muss die Reaktivierungspläne jetzt schon begraben? Eins steht fest, so Hering: "Das muss kurzfristig entschieden werden, denn die Ausschreibung geht bald raus." Und zwar im Januar oder Februar 2011, wie der stellvertretende ZSPNV-Verbandsdirektor Mathias Paul auf Merkur-Anfrage mitteilt. Paul bestätigt: "Das Saarland müsste zustimmen, wenn die Option in die Ausschreibung soll." Denn die letzten Kilometer dieser S-Bahn-Linie führten nach Homburg, weshalb das Saarland auch finanziell mit im Boot sei. Bislang war nur bekannt, dass Grünen-Ministerin Peter aus finanziellen Gründen andere Prioritäten als diese Strecke setzt, die überwiegend über saarländisches Gebiet führt, aber vor allem von pfälzischer Seite gewünscht wird. In ihrem Landtagswahlprogramm 2009 hatten die Saar-Grünen allerdings in einem eigenen Unterkapitel "Alte Strecken wiederbeleben" noch geschrieben: "Wir wollen deshalb eine Reaktivierung der Bahnstrecke von Völklingen nach Überherrn, die bereits im Güterverkehr privat betrieben wird, ebenso die Wiederbelebung der Strecke Homburg-Zweibrücken." Rheinland-Pfalz betont seit Jahren, nur für seinen eigenen Streckenanteil zahlen zu wollen - das Saarland hatte immer Zustimmung signalisiert, wenn es selbst nichts zahlen muss. Paul berichtet nun, nach seinem Eindruck herrsche mittlerweile im Saar-Ministerium die Meinung vor: "Wir sind dagegen. Egal was es kostet, es ist zu hoch." lf