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Rosenfreunde Zweibrücken
Ausstellung zur Königin der Düfte

Besonders alte Rosensorten sind für Parfüms geeignet. Denn sie duften besonders stark.
Besonders alte Rosensorten sind für Parfüms geeignet. Denn sie duften besonders stark. FOTO: Rosenfreunde Zweibrücken
Zweibrücken. Berühmt ist die Rose nicht nur für ihr königliches Aussehen, sondern auch für ihren betörenden Duft. Daher widmet sich die aktuelle Ausstellung des Zweibrücker Rosenmuseums der Rose als „Königin der Düfe“.

(red) Nach dem Umbau der alten Toilettenanlage durch die Rosenfreunde Zweibrücken betreibt der Verein ehrenamtlich ein kleines, aber feines Museum im Rosengarten. Jedes Jahr widmet sich die Ausstellung einem neuen Rosenthema. In diesem Jahr dreht sich alles um das Thema „Duft“.

„Schon im alten Rom nannte man die Rose die Königin der Düfte. Ein Parfüm ist der Atem des Himmels“, sagt Hanne Stauch, Vorsitztende der Rosenfreunde Zweibrücken. „Wie mit Düften die Menschen verzaubert und verführt werden können, wussten vor allem die Frauen in der Antike und stellten ihre Salben und Öle selbst her.“ Daher beschäftigt sich die neue Ausstellung auch mit diesen geschichtlichen Aspekten des Rosenduftes.

Doch bis der betörende Duft erreicht ist, der aus Parfümfläschchen und Rosenwässerchen strömt, ist es ein langer Weg. Dieser wird im Museum auf Schautafeln erklärt.



Auch die Sorte macht einen Unterschied. „Die intensivsten Düfte gehen von den alten Rosensorten aus wie Gallica, Damascena, Alba und Centifolarosen“, erklärt die Expertin. Daher zeigt die Ausstellung auch Produkte der Maienfelser Naturkosmetik Manufaktur, die ihr Rosenwasser-Cuvée aus 120 verschiedenen alten Rosensorten herstellt.

Doch bis es zur Rosenernte und ihre Verarbeitung in den Destillerien kommt, muss zuerst der Spaten und die Hacke mit Muskelkraft zu der intensiven Bearbeitung der Rosen auf den Rosenfeldern zum Einsatz kommen.

„Im Juni beginnt die Rosenernte“, erzählt Hanne Stauch. „Die Pflücker gehen mit Körben und Säcken auf die großen Rosen-Felder. Reihe um Reihe wird abgegangen, und mit geübter Hand werden die Rosenköpfe ausgebrochen. Für die erste Wahl der Destillation darf kein grünes Blatt dabei sein. Denn die Blätter verfälschen das Aroma.“

Interessant ist dabei der Aspekt, dass die Rosenernte in der Frühe geschehen muss. Der Tag beginnt für die Pfücker schon ab fünf Uhr, da sich der Gehalt an ätherischen Ölen während des Tagesablaufs ändert. Der höchste Gehalt ist von fünf bis acht Uhr. Ab neun Uhr sind nur noch 70 Prozent und ab zwölf Uhr nur noch 50 Prozent übrig. „Berühren die ersten Sonnenstrahlen die Rosen und entlocken ihren Duft, ist er für die Destillation verloren.“

Die vollen Körbe kommen dann in den kühlen Gewölbekeller, bevor sie in die Destillationen verschickt werden. Dann beginnt die Arbeit des Destillierens. Etwa 40 Kilo Rosenblüten verschwinden in den riesigen Destillationskesseln. Etwa 80 Liter Wasser (Regendestillierwasser) wird hinzugegeben. Jetzt wird der Kessel gut verschlossen und erhitzt, und es heißt Abwarten. Nach etwa drei Stunden füllen die ersten Tropfen Rosenwasser die Glasballonflaschen. „Das Wasser wird gefiltert, in Kanister abgefüllt und in die Kühlräume gebracht, um zur Ruhe zu kommen. Ab dann beginnt die Reifezeit“, ergänzt Hanne Stauch, die hofft, viele Besucher des Museums für das Thema Duft begeistern zu können. Stolz ist sie auch auf eine Jugendstil-Garderobe in der Ausstellung und eine Vitrine, die ein paar interessante Jugendstilobjekte zum Thema zeigt.

Mehr Infos zum Verein und zum Rosenmuseum unter www.rosenfreunde-zweibruecken.de.
Öffnungszeiten:
Juli, August: von neun bis 20 Uhr
September: von neun bis 19 Uhr
Oktober: von neun bis 18 Uhr
Montags ist der Rosengarten erst ab elf Uhr geöffnet .
Vom November bis Ende März sind der Rosengarten und das Rosenmuseum geschlossen.

Der Duft der Rose ist das Thema der aktuellen Ausstellung im Zweibrücker Rosenmuseum.
Der Duft der Rose ist das Thema der aktuellen Ausstellung im Zweibrücker Rosenmuseum. FOTO: Rosenfreunde Zweibrücken / Rosenfreunde Zweibrücken