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Im Geiste heiterer Kunst
Urlaub in Gelb

Susanne Burkhardt zeigt gut gelaunt ihre Heiterkeit ausstrahlenden Bilder.
Susanne Burkhardt zeigt gut gelaunt ihre Heiterkeit ausstrahlenden Bilder. FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. Die Zweibrücker Künstlerin Susanne Burkhardt stellt neuste Werke aus. Von Peter Fromann

Am Donnerstagabend war bei der Vernissage im Gebäude der Verbandsgemeinde viel los. Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker sah „das Rathaus in seiner schönsten Funktion: Offen für alle Bürger im Geiste heiterer Kunst, Innovation, die vielerseits abfärben möge auf die Abläufe im Haus“, sagte er. Die musikalische Umrahmung hatte das Himmelsberg-Chörchen übernommen, die Laudatio hielt Monika Maier-Speicher.

Susanne Burkhardt ist in Zweibrücken geboren, Abitur am HHG, Studium der Kunsterziehung und Anglistik in Saarbrücken. Diverse Einzel- und Gruppenausstellungen. Motto der jetzigem Ausstellung: „Neuland – Impressionen der Reise“ (nach Dänemark) und die Serie „Teatime“. Zu sehen sind Werke in Acryl/Ölkreide, Monotypien und Collagen/Tusche.

Neu für sich entdeckt hat die Künstlerin die Farbe Gelb in vielen Schattierungen. Gelb hier als Ausdruck von heiter, schön, sorglos, ganz fern von Neid und Signal. Sie habe ein schweres Jahr hinter sich, habe geliebte Personen verloren, diese Reise vor allem in die Margeritenstadt Kopenhagen habe ihr Optimismus, Loslösung und Leichtigkeit zurückgegeben, sagt sie im Gespräch.



Die Teatimeserie zeigt kleinformatige Monotypien, mixed media, 25x25. Teatime bedeutet Vergessen des Alltags für eine glückliche Stunde. In den Bildern wirkt der Tee beinahe wie eine milde Droge, halluzinogen, die Dinge verweigern die Schwerkraft, fliegen oder fallen, ganz ohne Antrieb, einfach so, weil ihnen danach ist, wie im Zustand des Glücksgefühls eben. Da passt natürlich die gelbe Margerite dazu. Die „Margeritenroute“, so ein Bild der Ausstellung in Acryl, ist die längste Sehenswürdigkeit in Dänemark und überzeugt Herz und Hirn selbst in der Kunst: Überall Gelb als Kreis, Quadrat, als Tisch, und Obst und in der Fantasie. Ein Fahrrad kann dabei sein oder eine Nähmaschine, Autos, und was immer die Betrachter sehen wollen. Ein Bild heißt Artischockenfreude. Ein Fahrrad, das vorne drauf zwei violette Artischocken transportiert, durch Gelb hindurch natürlich. Oder Kopenhagen mit bunten schrägen hohen Häuserfronten, zum Verlieben anmutig, aller Schwere enthoben, sie schmunzeln fast. Oder ein Lastauto, das über rote Erbsen fährt. In dieser Bildwelt werden keine Erbsen gezählt, alles zergeht im Gelb, in Heiterkeit, in Urlaubsseligkeit, Menschen kommen da gar nicht vor, hier geht es um Gefühl, um Lebensart, um eine Allseligkeit die sich hemmungslos durchsetzt. Das darf ja auch mal sein, vor allem, wenn alles so kunstreich, witzig und so einzig gelb daherkommt.

Die Ausstellung ist bis 30. November zu sehen.