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Ausstellung über Anne Frank
Ein Mädchen schreibt Geschichte

Anne Frank beim Schreiben – eine Beschäftigung, die sie liebte und die sie gerne zu ihrem Beruf gemacht hätte.
Anne Frank beim Schreiben – eine Beschäftigung, die sie liebte und die sie gerne zu ihrem Beruf gemacht hätte. FOTO: Anne Frank Zentrum/dpa
Zweibrücken. Das Zweibrücker Stadtmuseum gibt bei einer Ausstellung einen Einblick in das Leben der Anne Frank. Von Fritz Schäfer

(sf) „Die jüdische Geschichte in Zweibrücken ist in diesem Jahr der Schwerpunkt im Stadtmuseum“, kündigte die Museumsleiterin Charlotte Glück zu Beginn des Jahres an. „Die Reichspogromnacht jährt sich zum 80. Mal.“ Mit den Synagogen-Gemälden des Malers Alexander Dettmer begann das Jahr. Mit der Ausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ endet es.

Die Ausstellung der Anne-Frank-Stiftung (Berlin) mit Unterstützung des Bezirksverbands Pfalz ist von Samstag, 17. November bis Sonntag, 16. Dezember, im Stadtmuseum, Herzogstraße 9, zu sehen.

„Wir hätten die Ausstellung schon gerne am 9. November gezeigt. Aber da war sie ausgebucht. Aber sie passt auch eine Woche nach dem Jahrestag noch“, erklärt Museumsleiterin Glück. Und die Ausstellung füge sich in die Stadtführung mit der Gedenkfeier am Standort der zerstörten Synagoge sowie einer Diskussionsveranstaltung im Zweibrücker Schloss ein (wir berichteten).



Das Tagebuch des jüdischen Mädchens Anne Frank (1929 bis 1945) ist ein Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nationalsozialisten, aber auch ein Dokument durch deren Lebens- und Gedankenwelt. Die Ausstellung rückt die Lebensgeschichte der Anne Frank in den Blickpunkt und fördert die Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung sowie die Bedeutung von Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie.

Die Ausstellung ist in einen historischen und aktuellen Teil gegliedert. Auf großen Modulen werden Bilder, Texte und kurze Filme gezeigt. Kernstück ist ein „Gedankenraum“, der sich der langen Zeit im Amsterdamer Versteck widmet. Private Fotos erlauben einen Einblick in das Leben der Familie Frank. Audiozitate würdigen Anne Frank als Tagebuchschreiberin und Chronistin ihrer Zeit. Sie ermöglichen ein Nachdenken über Parallelen und Unterschieden zwischen gestern und heute.

30 Schüler werden am Donnerstag und Freitag im Rahmen des Konzepts „Jugendliche führen Jugendliche“ durch die Stiftung ausgebildet, um ihre Mitschüler durch die Ausbildung zu führen. Neben den Führungen besteht aber auch die Möglichkeit zu Führungen durch erwachsene Museumsführer. So wird auch am 5. Dezember, 15 Uhr, eine offene Führung angeboten. Der Leiter der Arbeitsstelle Geschichte der Juden in der Pfalz referiert am Dienstag, 27. November, 19 Uhr, über das Schicksal jüdischer Kinder und Jugendlicher in der Pfalz des Nationalsozialismus. Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 16. November, 18 Uhr, mit einem Vortrag von Patrick Siegele (Anne-Frank-Stiftung).