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THW-Helferverein wirft hin
Streit unter Weihnachtsmarkt-Ausrichtern

Ausgerechnet vor dem Jubiläum „40 Jahre Weihnachtsmarkt Zweibrücken“ gibt es Knatsch.
Ausgerechnet vor dem Jubiläum „40 Jahre Weihnachtsmarkt Zweibrücken“ gibt es Knatsch. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Der THW-Helferverein ist verärgert und will sich nicht mehr an der Ausrichtung des Weihnachtsmarktes beteiligen. Die Stadt erklärt, dass der Zusammenbau der Hütten ein Problem gewesen sei, sie habe den Vertrag mit dem Verein gekündigt. Auch menschlich kriselte es. Hauptorganisator Heiko Saberatzky bleibt aber im Boot. Von Mathias Schneck

Die Weihnachtszeit gilt als besinnliche Zeit, als Zeit der Vorfreude. Mit Blick auf den in zweieinhalb Monaten wieder stattfindenden Weihnachtsmarkt kann von Besinnlichkeit und Vorfreude derzeit allerdings nicht die Rede sein in der Rosenstadt.

Wie der Merkur jetzt erfuhr, ist der THW-Helferverein derart verärgert, dass man sich künftig nicht mehr an der Ausrichtung des Marktes beteiligen will. Der Hauptorganisator des Weihnachtsmarktes, Heiko Saberatzky, der die Veranstaltung bislang mit dem THW-Helferverein stemmte, bleibt allerdings an Bord. Diese Informationen bestätigten Christian Segelke, Ortsbeauftragter des THW Zweibrücken, und Saberatzky auf Anfrage unserer Zeitung.

Segelke zeigte sich wortkarg und erklärte lediglich: „Es ist Schluss. Wir ziehen uns aus der Mit-Organisation des Weihnachtsmarktes zurück.“ Und warum? Segelke verwies auf Saberatzky und Stadtsprecher Heinz Braun, diese sollten Position beziehen.



Saberatzky bestätigte, dass der THW-Helferverein hingeworfen habe – nun obliege es ihm, Saberatzky, die Organisation auf neue Beine zu stellen. Er habe bereits die entsprechenden Schritte eingeleitet. Saberatzky: „Der Verein ,Kontrastbühne’ übernimmt nun die Aufgaben, die bislang der THW-Helferverein innehatte.“ Die Zusammenarbeit mit dem THW-Helferverein sei übrigens bereits Anfang dieses Jahres beendet worden. Warum? Saberatzky deutet an: „Verschiedene Sachen haben einfach nicht funktioniert.“ Es habe „während des Aufbaus des Marktes, während der Veranstaltung selbst und auch danach Unstimmigkeiten“ gegeben. Er wolle das aber nicht alles aufs Tapet bringen und „keine schmutzige Wäsche waschen“.

Fakt sei, dass es nicht nur im Zusammenhang mit dem Weihnachtsmarkt selbst Probleme gegeben habe. Auch zwischenmenschlich krisele es. „Der THW-Helferverein hatte im November 2017 Neuwahlen, der komplette Vorstand ist dort gewechselt, seitdem ist der Wurm drin“, bedauerte Saberatzky.

Es habe übrigens Bestrebungen seitens des Helfervereins gegeben, die Organisation des Weihnachtsmarktes komplett übernehmen zu wollen – aber da habe die Stadt nicht mitgespielt. „Der Stadtvorstand hat mir einstimmig das Vertrauen ausgesprochen und mich darum gebeten, die Organisation komplett zu übernehmen.“

Stadtsprecher Heinz Braun bestätig das. Der Stadtvorstand habe Saberatzky damit beauftragt. Im Vorfeld habe die Verwaltung erfahren, dass es „Schwierigkeiten zwischen dem Helferverein und Saberatzky gegeben hat. Wir haben daraufhin das Gespräch gesucht und vom Helferverein erfahren, dass dieser nicht mehr mit Saberatzky zusammenarbeiten will.“ Der Grund für den ganzen Zwist: Braun deutet an, beim letztjährigen Weihnachtsmarkt hätten Standbetreiber geklagt, dass „der Zusammenbau der Hütten nicht gut gewesen sei“. Die Hütten seien so konstruiert, dass die Seitenteile und das Dach mit sogenannten Schloss-Schrauben verbunden werden müssten, schließlich solle alles stabil sein. Die Hütten seien aber nicht gut zusammengebaut worden, beispielsweise hätten Türen geschleift. Aber nicht nur das: „Es gab auch Probleme mit Dächern, es war im vergangenen Dezember teilweise sehr windig – es sind zwei Dächer weggeflogen“, schildert Braun. Es habe sich herausgestellt, dass der Helferverein beim Zusammenbau der Hütten eben nicht die erforderlichen Schloss-Schrauben, sondern wohl nur normale Schrauben verwendet habe. Trotz dieser Probleme habe die Stadt grundsätzlich vorgehabt, den Helferverein weiter einzusetzen. Aber dann habe die Stadt erfahren, dass das Tischtuch zwischen dem Verein und Saberatzky zerschnitten sei; daraufhin kündigte die Stadt den Vertrag mit dem Helferverein laut Braun Ende Juni 2018 fristgerecht und bat Saberatzky, komplett die Federführung zu übernehmen.

„Wir wollten Herrn Saberatzky unbedingt an Bord halten. Er organisiert den Zweibrücker Weihnachtsmarkt bereits seit 2012, unter ihm hat sich der Weihnachtsmarkt gut entwickelt und von Jahr zu Jahr an Attraktivität gewonnen“, lobt der Stadtsprecher.

Es sei bedauerlich, dass eine Zusammenarbeit mit dem THW-Helferverein nicht mehr möglich sei. Die THW’ler hatten in den vergangenen drei Jahren den Aufbau der Hütten (die sich im Eigentum der Stadt befinden) übernommen, Saberatzky hatte sich um Programm etc. gekümmert.

Wichtig ist Braun, ebenso wie Saberatzky, dass der Weihnachtsmarkt gesichert ist und auch 2018 ohne Einschnitte stattfindet. Saberatzky erklärt: „Die Eröffnung ist wieder am Nikolaustag, 6. Dezember. Dann findet der Markt an den darauffolgenden Tagen Freitag, Samstag und Sonntag (7. bis 9. Dezember) statt sowie am darauf folgenden Wochenende von Freitag bis Sonntag (14. bis 16. Dezember).

Es sei auch in diesem Jahr so, dass zum Abschluss des Marktes Bilanz gezogen werde. Habe der Markt ein Minus gemacht, buttere die Stadt als Unterstützung 5000 Euro dazu, werde ein Plus erzielt, entfalle die Förderung.