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Jahresbericht der Stadtbücherei
Ausleihzahlen bleiben konstant

Auch wenn immer mehr online gelesen wird – die Zahl der „klassischen Leser“, ob groß oder klein, ist in Zweibrücken gestiegen. Symbolfoto: dpa
Auch wenn immer mehr online gelesen wird – die Zahl der „klassischen Leser“, ob groß oder klein, ist in Zweibrücken gestiegen. Symbolfoto: dpa FOTO: Jens Büttner / picture alliance / dpa
Zweibrücken. Der Jahresbericht der Zweibrücker Stadtbücherei wurde im Kulturausschuss vorgestellt. Immer mehr Leser nutzen das Angebot der „Onleihe“. Von Fritz Schäfer

Bei einem leichten Rückgang von unter einem Prozent bleiben die Ausleihzahlen in der Zweibrücker Stadtbücherei „konstant auf einem hohen Niveau“, informierte die Leiterin Roswitha Christian den Kulturausschuss des Stadtrats. Einen Anstieg verzeichne die 2015 eingeführte „Onleihe Rheinland-Pfalz“. Dort sei im vergangenen Jahr die Zahl der Nutzer von 235 auf 289 und der Ausleihen von 9840 auf 14 107 gestiegen.

Trotz der gestiegenen Zahl der „Onleihe-Nutzer“ gebe es aber noch deutlich mehr „klassische Leser“. Die elektronischen Bücher machen zwölf Prozent aller Ausleihen aus. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 113 803 gedruckte Bücher, E-Books, Hörbücher, Spiele oder Zeitschriften in der Stadtbücherei ausgeliehen.

„Provenzialische Nächte“ von Sophie Bonnet, „Grausame Nacht“ von Linda Castillo und „Dein perfektes Jahr“ von Charlotte Lucas waren die Ausleihrenner bei den Romanen. Bei den Sachbüchern standen „Die Ernährungs-Docs“ von Matthias Riedl, „Eure Dummheit kotzt mich an“ von Rayk Anders und „Leben bis zuletzt“ von Sven Gottschling ganz oben auf der Liste. Bei den Kinder- und Jugendbücher werden seit Jahren die Bücher der Reihe „Greg´s Tagebuch“ am stärksten ausgeliehen. Gefolgt von „Die Olchis“ von Erhard Dietl und der Comic-Reihe „Die Schlümpfe“. „Das verrückte Labyrinth“ führt die Liste  bei den Spielen an.



Nach dem Rückgang 2016 ist laut Christian die Zahl der aktiven Nutzer in der Hauptstelle an der Herzogstraße und in der Kinder- und Jugendbücherei an der Hofenfelsstraße wieder auf 1881 gestiegen. Vor allem bei den bis Zwölfjährigen. Im vergangenen Jahr haben sich 445 Personen neu angemeldet.

Doch die Stadtbücherei leiht nach der Aussage der Leiterin nicht nur Bücher aus. „Sie ist auch ein Ort der kulturellen Vielfalt.“ Das belegen die 59 Veranstaltungen mit mehr als 2600 Besuchern. „Damit leistet die Stadtbücherei einen Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt“, merkte der Beigeordnete Henno Pirmann (SPD) an. Zu dem Angebot gehören Lesungen wie von Norman Ohler, der seinen neuen Roman „Die Gleichung des Lebens“ direkt nach der Frankfurter Buchmesse im Herzogsaal vorgestellt hatte. Oder 23 Führungen für Kindergarten- und Schulkinder, die von der Buchhandlung Thalia organisierte Bücherrallye zum Welttag des Buches oder der Lesesommer mit 211 Mädchen und Jungen, die 1715 Bücher gelesen hatten.

„Unser Ziel ist auch die Leseförderung“, erklärte Christian. Dabei wolle die Stadtbücherei die Kinder mit den ihnen vertrauten „interaktiven Medien“ abholen. Der mediale Wandel sei eine große Herausforderung, zitierte Christian den Deutschen Bibliotheksverband. Dieser Herausforderung stelle sich auch die Stadtbücherei Zweibrücken.

Wie die Einrichtung das bewerkstelligen wolle, fragte Christina Rauch (CDU). Mit Tablets und Beamern bei interaktiven Veranstaltungen, sagte Christian. Und ein freies W-Lan stehe noch auf der Wunschliste.