| 22:10 Uhr

Krimilesung beim Merkur
Aus zwei Wörtern ein ganzer Roman

Tanja Karmann hat ihren ersten Fantasy-Roman geschrieben.
Tanja Karmann hat ihren ersten Fantasy-Roman geschrieben. FOTO: Nadine Lang
Mörsbach. Die Mörsbacher Autorin Tanja Karmann stellt morgen ihr erstes Fantasy-Werk im Merkur-Pressezentrum vor. Von Nadine Lang

„Ideen lauern hinter jeder Ecke“, erklärt Tanja Karmann bei einem gemütlichen Kaffee in ihrem Garten. In der Hand hält die 42-Jährige ein Buch, das schon optisch Lust macht, mehr darüber zu erfahren, und das nicht nur, weil der Buchtitel im Dunkeln geheimnisvoll leuchtet. „Der Mitternachtsladen. Verbundene Welten“, lautet der Titel und mit dem fing für Tanja Karmann die ganze Geschichte überhaupt erst an.

So waren es zwei Wörter, die der Autorin zufällig begegneten und zunächst durch den Kopf spukten: „Mitternachtszirkus“ und „Laden“. In Tanja Karmanns Kopf setzte sich das Wort „Mitternachtsladen“ zusammen und mit dem dazugehörigen Bild fragte sie sich, was in solch einem Laden eigentlich alles passieren kann. Für die gebürtige Saarländerin, die vor anderthalb Jahren nach Mörsbach gezogen ist, war dies der Startschuss zum ersten eigenen Fantasyroman.

Das Schreiben war für Tanja Karmann zu der Zeit allerdings kein Neuland, auch wenn sie erst vor etwa sieben Jahren durch eine Ausschreibung zu einer Anthologie zum ersten Mal so richtig das Schreiben für sich entdeckt hat. Sie probierte sich an einer Kurzgeschichte und: „da habe ich gemerkt, dass es mir Freude bereitet, an Texten zu arbeiten.“ Seitdem ist viel passiert, hat Tanja Karmann doch in der Zwischenzeit einen Frauenroman bei Droemer Knaur veröffentlicht – allerdings unter Pseudonym, das sie auch jetzt nicht verraten will.



Im letzten Jahr ging sie das Thema Fantasyroman erneut an, gab es die Idee zum „Mitternachtsladen“ doch bereits vor der Veröffentlichung ihres Erstlings. Danach ging alles ganz schnell. Sie bewarb sich mit ihrem Exposé beim fehu-Verlag, bekam prompt die Zusage und schrieb ihre Geschichte innerhalb von vier Monaten fertig. Dass es dieses Mal bei einem Fantasyroman bleiben sollte, war ihr von Anfang an klar. „Da bin ich einfach richtig drin, in diesem Genre“, erklärt Tanja Karmann. Jahrelang arbeitete sie im Bereich Literatur-Merchandise, darin überwiegend im Bereich Fantasy, tanzt auf Mittelaltermärkten in einer Fantasy-Bauchtanzgruppe, liest selbst gerne Werke aus dem Bereich Fantastik und kennt und bewegt sich nun mal schon lange in der Szene.

Faszinierend findet sie daran besonders zwei Dinge. Zum einen, dass man über die Fantasiewelt gut im positiven Sinne dem Alltag entfliehen kann und zum anderen, dass die Fantastik viel mit Archetypen arbeitet, mit denen sich der Leser besonders gut identifizieren kann, wie die studierte Literaturwissenschaftlerin erklärt. Mit dem Schreiben soll nun keinesfalls Schluss sein. Die Mutter einer vierjährigen Tochter nutzt insbesondere die Zeit während die Tochter im Kindergarten ist, ausgiebig zum Schreiben. „Es hat sich einfach herausgestellt, dass ich das mit meinem Familienleben bestens kombinieren kann.“

Und so stehen die nächsten Veröffentlichungen bereits in den Startlöchern. Im Oktober soll ein weiterer Fantasyroman erscheinen, der lose mit „Der Mitternachtsladen“ zu tun hat, aber keine Fortsetzung ist. Außerdem erscheint im Winter das Kinderbuch „Zehn freche Schafe“.