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Jahresrückblick 2017
Aus Krise zum Erfolg: Wende bei Terex und Pallmann

700 Terex-Mitarbeiter demonstrieren am 22. März gegen den da noch geplanten Kahlschlag.
700 Terex-Mitarbeiter demonstrieren am 22. März gegen den da noch geplanten Kahlschlag. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Auch das Landgestüt hat Grund zum Optimismus. Von Lutz Fröhlich

( Sorgenvoll ging die Zweibrücker Wirtschaft ins Jahr 2017 – der größte Arbeitgeber Terex Cranes plante ein radikales Sparprogramm mit dem Verlust von bis zu 500 der 1700 Stellen, die IG Metall befürchtete das schleichende Aus für den gesamten Standort. Am 22. März drohte die IG Metall bei einer Kundgebung mit 700 Teilnehmern mit Streiks, wenn Terex die wochenlange Verhandlungs-Blockade nicht bis zur Folgewoche beende. Doch diese Eskalationsstufe brauchte die Gewerkschaft nicht zu zünden: Terex erklärte den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen, denn es gebe viele neue Aufträge.

Es blieb zwar bei der Schließung des Werks Bierbach, aber wer nicht freiwillig ausschied, wurde in den beiden Zweibrücker Werken weiterbeschäftigt. Einige Mitarbeiter bleiben sogar in Bierbach, denn Terex nutzt Teile des Geländes weiter als Mieter. Entgegen der Befürchtungen der IG Metall stellte Terex auch die Ausbildung nicht ein: Laut neuem Tarifvertrag werden bis 2021 jährlich mindestens 30 Lehrlinge eingestellt, das sind sogar zehn mehr als 2016. Und Terex sicherte in dem Tarifvertrag Investitionen von 25 Millionen Euro bis 2021 in den Standort Zweibrücken zu. Statt 500 wurden nur rund 75 Stellen abgebaut, Mitarbeiter konnten sich für ein freiwilliges Ausscheiden mit hohen „Prämien“ dafür bewerben.

Auch beim Zerkleinerungsmaschinen-Hersteller Pallmann entspannte sich die Lage im Laufe des Jahres massiv. Noch im Mai war von 40 betriebsbedingten Kündigungen die Rede gewesen – doch auch dazu kam es nicht, denn die Auftragslage fürs erste Halbjahr 2018 ist so hoch wie noch nie zuvor. Dennoch sank die Beschäftigtenzahl dieses Jahr von 337 auf 307.



Investitionen von bis zu 36 Millionen Euro plant die Zweibrücker Hochschule in einen neuen Reinraum für die Mikrosystemtechnik und in ein weiteres Forschungsgebäude.

Geplatzt ist dagegen eine Zehn-Millionen-Investition eines Investors an der A 8: Der geplante Solarpark kann nicht gebaut werden, weil Verhandlungen mit einem Landwirt scheiterten.

Die kontinuierliche Erfolgsgeschichte des Zweibrücker Outlet-Centers hat sich 2017 fortgesetzt. Allerdings mussten sich die Kunden schon wieder an einen neuen Namen gewöhnen: Statt Designer Outlet und danach Style Outlets heißt es nun Fashion Outlet.

Europaweit zur Pacht ausgeschrieben hatte Zweibrücken im Mai sein Landgestüt. Es blieb bei einem einzigen Bewerber – dem jetzigen. Nach langer Zitterpartie bewilligte auch der Bezirksverband Pfalz dem Landgestüt eine jährliche Förderung, sodass das Aus der traditionsreichen Einrichtung abgewendet zu sein scheint.