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Aufrüsten gegen Hackerangriffe

Zweibrücken. Ein Hackerangriff auf die Stadtwerke könnte fatale Folgen haben und etwa die Versorgung der Bürger mit Strom, Gas oder Wasser gefährden. Die Stadtwerke rüsten nun im Kampf gegen solche Kriminellen auf. Hintergrund ist das IT-Sicherheitsgesetz der Bundesregierung. Mathias Schneck

Die Welt wird immer virtueller, ohne das Internet geht heute auch bei Unternehmen nicht mehr viel. Aber das ist nicht nur ein Segen, sondern auch ein Fluch: Kriminell Veranlagte können mittels Attacken über das Internet erheblichen Schaden anrichten. "Das hat sich ja erst vor kurzem gezeigt, als der Bundestag Opfer von Hacker-Angriffen wurde", erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Werner Brennemann. Daher werden die Stadtwerke im Kampf gegen die Kriminellen aufrüsten, erklärt Brennemann im Gespräch mit unserer Zeitung. "Die Anfälligkeit gegenüber solchen Hacker-Angriffen wächst mit der zunehmenden Abhängigkeit vom Internet. Heutzutage geht kaum noch etwas ohne das Internet, auch bei uns, den Stadtwerken", so Brennemann.

"Man muss sich mal vorstellen, was passieren könnte, wenn ein Hacker im Winter durch einen Angriff auf unsere IT-Infrastruktur die Versorgung mit Strom, Gas oder Wasser lahmlegen würde. Selbst, wenn das vielleicht nur für ein paar Stunden anhalten würde - der Schaden wäre enorm", mahnt Brennemann. Den Anstoß für das Aufrüsten gegen Hacker-Angriffe gab die Bundesregierung, erläutert Stadtwerke-Prokurist Leo Palm. "Grundlage ist das im Juli in Kraft getretene IT-Sicherheitsgesetz. Es hat zum Ziel, die digitale Infrastruktur in Deutschland zu einer der sichersten weltweit zu machen", so Palm. Nach der Cyber-Attacke auf den Bundestag will Berlin also nun zum Musterschüler in Sachen IT-Sicherheit werden - und alle Unternehmen in Deutschland, die eine Bedeutung für die Allgemeinheit haben, sind dazu aufgefordert, sich künftig besser zu wappnen, nennt Palm die Hintergründe. "Die Stadtwerke in Deutschland gehören aufgrund ihrer Versorgungsleistungen zur ,kritischen Infrastruktur', die besonders zu schützen ist", so der Prokurist.

Bislang sei vieles noch der Planungsphase. Fakt sei, dass die Stadtwerke bis zum 31. Januar 2018 eine Zertifizierung vorlegen müssen, die belegt, dass alle erforderlichen Schritte unternommen wurden, die IT-Infrastruktur gegen Hacker-Attacken abzusichern. "Bereits bis 30. November dieses Jahres müssen wir gegenüber der Bundesnetzagentur einen IT-Sicherheitsbeauftragten benennen", so Palm.

Stadtwerke-Geschäftsführer Brennemann ergänzt: "Dieser Sicherheitsbeauftragte muss rund um die Uhr erreichbar sein; im Ernstfall muss immer jemand für die Bundesnetzagentur als Ansprechpartner zur Verfügung stehen."