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Künstlerin Jolanta Spiczak-Brzezinski
Auf Umwegen zur Malerei gefunden

Die Künstlerin Jolanta Spiczak-Brzezinski.
Die Künstlerin Jolanta Spiczak-Brzezinski. FOTO: Nadine Bröcker / red
Zweibrücken . Jolanta Spiczak-Brzezinski arbeitet als Kunstlehrerin an der IGS Thaleischweiler. Ausstellung ab März beim Merkur. Von Nadine Bröcker

Jolanta Spiczak-Brzezinskis Weg zur Malerei könnte man als ein wenig komplizierter beschreiben, ja vielleicht sogar ähnlich einem Labyrinth, dessen richtigen Weg sie recht spät, aber schließlich doch noch fand. Die 58-Jährige wurde in Polen geboren, wo sie aufwuchs und Geographie studierte. Dort fand sie anschließend auch eine Anstellung als Lehrerin. Doch die damaligen Einkommensverhältnisse waren existenzgefährdend und ohne die Hilfe der Eltern hätte sie sich mit Mann und Kleinkind den Lebensunterhalt kaum leisten können. Als ihr Sohn zwei Jahre alt war, musste eine Veränderung her und Jolanta Spiczak-Brzezinski beschloss, mit ihrem Mann die Möglichkeit wahrzunehmen, als Aussiedler nach Deutschland zu ziehen, da ihre Familie deutsche Wurzeln hatte. Ohne Sprachkenntnisse verschlug es sie zunächst nach Blieskastel.

„Das war eine sehr schwierige Zeit”, erinnert sich Jolanta Spiczak-Brzezinski. Schließlich wollten sie auf eigenen Beinen stehen und gaben alles daran, schnellstmöglich die Sprache zu lernen. Doch mit nur einem Schulfach bekam Spiczak-Brzezinski in Deutschland keine Zulassung als Lehrerin und so machte sie zunächst eine Ausbildung zur Erzieherin. Doch insgeheim wollte sie wieder zur Schule zurückkehren und so beschloss sie vor zwölf Jahren, an einem Seiteneinsteigerprogramm teilzunehmen. Doch auch dafür fehlte ihr das zweite Schulfach. Dann hörte sie von einem postgradualen Studium in Polen, das es ausgebildeten Lehrern ermöglichte, berufsbegleitend ein zweites Fach zu studieren.

Sie ergriff die Chance, reiste zwei Jahre lang zweimal im Monat ins polnische Stettin und studierte das, was sie schon von Kindesbeinen an begeisterte: Kunst. „Die Kunst hat schon immer eine sehr große Rolle gespielt, aber nicht im Sinne von Malen”, erklärt Jolanta Spiczak-Brzezinski. Stattdessen hat sie zwar als Kind viel gezeichnet, später aber viel geschrieben und viel gelesen, besonders über Kunst und Künstler. Die Malerei war also eingeschlafen und wurde erst während des Kunststudiums wieder geweckt. „Und plötzlich war da das Bedürfnis, es nachzuholen”, erzählt sie. Und das betrifft seitdem nicht nur ihre Arbeit als Kunstlehrerin an der IGS Thaleischweiler, sondern auch ganz privat für sich. In kurzer Zeit entstanden also jede Menge Bilder, überwiegend Acrylbilder auf großer Leinwand. Und was genau malt sie dann? „Schwer zu sagen”, überlegt Jolanta Spiczak-Brzezinski, „das, was mich einfach beschäftigt”. Das können Träume sein, die sie in ihren Bildern verarbeitet, oder auch ein Ungleichgewicht im Leben oder auf der Welt.



Oftmals sind es auch visualisierte Texte, von dem was aus ihrer eigenen Feder stammt oder malerisch umgesetzte Motive aus der Kunstgeschichte. Eine Auswahl ihrer Werke ist ab März bis einschließlich April im Pressezentrum des Pfälzischen Merkur, Hauptstraße 51 in Zweibrücken, zu den regulären Öffnungszeiten zu bewundern.