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September-Arbeitslosenzahlen für Westpfalz vorgestellt
Im September gemischte Signale vom Arbeitsmarkt in Zweibrücken

 Die Agentur für Arbeit in der Zweibrücker Kaiserstraße hat weiter viel zu tun.
Die Agentur für Arbeit in der Zweibrücker Kaiserstraße hat weiter viel zu tun. FOTO: Lutz Fröhlich
Kaiserslautern/Zweibrücken. Wie jeden Monat 2019 entwickelte sich die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr viel schlechter als im Westpfalz-Durchschnitt. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

„Die Lage am westpfälzischen Arbeitsmarkt hat sich im September 2019 wieder verbessert“, teilte die (auch für Zweibrücken zuständige) Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens am Montag mit. „Zahlreiche junge Menschen, die im Sommer nach ihrer schulischen oder betrieblichen Ausbildung arbeitslos wurden, fanden bereits wieder einen beruflichen Einstieg. Auch weiteren zuvor arbeitslos gemeldeten Frauen und Männern gelang nach der Ferien- und Urlaubszeit die Rückkehr in den Beruf.“

Mit dieser „Herbstbelebung“ sei die Zahl der Arbeitslosen verglichen mit dem August in der Westpfalz um 3,8 Prozent auf 15 991 Arbeitslose zurückgegangen. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille: „Im Vorjahresvergleich sind allerdings erstmals seit Juli 2017 mehr Menschen ohne Arbeit. Im vergangenen Monat waren 110 bzw. 0,7 Prozent mehr Frauen und Männer arbeitslos gemeldet als im September 2018.“ Die Arbeitslosenquote lag diesen September bei 5,7 Prozent – und damit um 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonats und um 0,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahresmonats. „Die konjunkturelle Schwächephase hinterlässt auch am regionalen Arbeitsmarkt erste Spuren. Alles in allem zeigt er sich aber noch robust“, erklärt Agentur-Leiter Peter Weißler.

In der Stadt Zweibrücken waren davon im September 1086 Menschen bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 9,3 Prozent mehr als vor einem Jahr – damit setzt sich der 2019 Monat für Monat zu beobachtende Trend fort, dass sich die Arbeitslosigkeit in der Rosenstadt schlechter entwickelt als im Westpfalz-Durchschnitt (wir berichteten). Die Zweibrücker Arbeitslosenquote liegt damit nun bei 4,9 Prozent, also immer noch niedriger als im Westpfalz-Schnitt. Und den neuen Zahlen ist ganz aktuell auch eine positivere Entwicklung zu entnehmen: Verglichen mit dem August ist die Arbeitslosigkeit in Zweibrücken um 4,7 Prozen gesunken – und damit ein bisschen stärker als im Westpfalz-Trend.



Im Landkreis Südwestpfalz waren im September 1921 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren zwei Prozent weniger als im August und 1,5 Prozent mehr als im Vorjahres-September. Die Arbeitslosenquote ist damit von 3,8 Prozent im August auf nun 3,7 Prozent gesunken. Sie lag 0,1 Prozentpunkt über dem September-Wert 2018. Dem Arbeitgeber-Service wurden in den vergangenen vier Wochen von den Arbeitgebern aus dem Landkreis Südwestpfalz 100 zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren 17 mehr als im August und 15 mehr als im September des vergangenen Jahres. Damit befanden sich zum Zähltag noch 520 offene Stellen im Bestand.

In der Stadt Pirmasens waren im September .210 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 3,8 Prozent weniger als im August und 5,8 Prozent weniger als im September des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote ist damit von 10,8 Prozent im August auf nun 10,4 Prozent gesunken. Sie lag 0,7 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Die Arbeitskräftenachfrage in der Westpfalz war im September im gewieder etwas stärker, konnte aber die Schwäche der letzten Monate nicht ausgleichen. So zählte der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit in den vergangenen vier Wochen 1133 neue Arbeitsstellen, 239 mehr als im Vormonat und 48 mehr als im Vorjahresmonat. Der Bestand blieb mit 5166 insgesamt gemeldeten Arbeitsstellen auf hohem Niveau und lag sogar 48 über dem Stand des Vorjahres. Von den Arbeitgebern aus der Stadt Zweibrücken wurden dem Arbeitgeber-Service in den vergangenen vier Wochen 96 zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren 18 mehr als im August und 52 weniger als im September des Vorjahres. Zurzeit zählt die Agentur in der Rosenstadt 428 offene Stellen.

„Die Arbeitgeber sind in der Westpfalz unverändert auf der Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das stimmt zunächst positiv und bietet Perspektiven für Menschen auf der Arbeitssuche.“, sagt Weißler. „Immer wichtiger wird jedoch die ausreichende und passende Qualifikation. Hier liegt unser Hauptaugenmerk für die Zukunft: Weiterbildung nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Ob während der Arbeitslosigkeit zur Verbesserung der eigenen Chance oder auch in Beschäftigung zur Vorbereitung auf den Wandel in der Berufswelt.“ Im September waren 1264 Menschen in einer von der Agentur für Arbeit oder den Jobcentern geförderten Weiterbildung. „In diesem Jahr werden wir in der Westpfalz alleine aus der Arbeitslosenversicherung mehr als elf Millionen Euro für die persönliche Weiterbildung von Arbeitsuchenden investieren“, informiert Weißler.

Neue Zahlen zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung hat die Agentur am Montag ebenfalls vorgestellt. Zum Stichtag 31. März 2019 waren 166 188 Männer und Frauen in der Westpfalz beschäftigt. Das waren 0,9 Prozent mehr als im Vorjahr.„Das Wachstum in der Beschäftigung wird schwächer. Dennoch freuen wir uns, dass auch noch im ersten Quartal die Zahl der arbeitenden Frauen und Männer in allen Städten und Landkreisen der Westpfalz angestiegen ist. Bemerkenswert sind dabei die positiven Entwicklungen in der Stadt Zweibrücken und im Landkreis Südwestpfalz“, sagt Agentur-Leiter Weißler.