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Triwo-Flugplatz Zweibrücken
Arbeit an automobiler Zukunft

Zweibrücken. Wirtschaftsminister Wissing sieht großes Potenzial in Kfz-Teststrecke am Flugplatz. Von David Oliver Betz

Auch wenn es bei der Vorführung noch nicht perfekt geklappt hat: Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) hat bei seinem Besuch auf dem Zweibrücker Flugplatz ein autonom fahrendes Auto getestet. Und betonte, wie wichtig Kfz-Teststrecken wie die in Zweibrücken für die rheinland-pfälzische Wirtschaft sind. „Wir haben im Land 25 000 Arbeitsplätze in der Autoindustrie und noch einmal so viele, die daran hängen“, erklärte Wissing.

Deshalb habe das Ministerium die Initiative „We move it“ ins Leben gerufen, um die Automobilindustrie zu fördern sowie vor allem Wissenschaft, Forschung und Industrie besser zu vernetzen. Dazu gehören mehrere Teststrecken für die Forschung, die vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen nutzen können. Denn, so Wissing: „Unternehmen in dieser Größe sind es, die weit über 90 Prozent unserer Autoindustrie in Rheinland-Pfalz ausmachen.“ Der Mittelstand verfüge, anders als große Hersteller, nicht über eigene Testmöglichkeiten und hauseigene Strecken. Daher sei es so wichtig, dass es im Land mehrere Teststrecken gebe.

Triwo-Geschäftsführer Peter Adrian erklärte, was auf dem Flugplatz Zweibrücken alles geschieht. Einerseits gibt es dort weiterhin Flugbetrieb. Das sei insbesondere für Expressfrachtflüge der Autoindustrie wichtig. Dazu komme aber auch die Teststrecke, die ideale Bedingungen für die Hersteller von Autos und deren Teile biete. Sie sei ausreichend groß und ermögliche so umfangreiche Tests wie das gezeigte Auto, das einmal ohne menschliches Zutun fahren soll.



Anschließend gab es einen Vortrag von Günther Schuh, Ingenieur und Inhaber des Lehrstuhls für Produktionssystematik an der RWTH Aachen. Er erläuterte einige grundlegende Fragen zum Stand der Elektromobilität. Man müsse sich verabschieden von der Vorstellung, dass man ein Elektroauto, das in Größe, Leistung und Reichweite einem Auto mit Verbrennungsmotor ebenbürtig sei, zum gleichen Preis bekomme. Wohl aber lohne sich der Umstieg: „Wenn Sie mit einem Elektroauto an der Ampel stehen und neben Ihnen ein Porsche, dann haben sie bei der Beschleunigung die Nase vorne. Sie müssen zwar hoffen, dass die nächste Ampel bald kommt, aber diesen Spaß kann Ihnen keiner nehmen. Und beim Porsche-Fahrer wird das auch nachhaltigen Eindruck hinterlassen.“ Elektromobilität sei eben nicht nur eine Vernunft-Entscheidung. „Das steht zumindest im städtischen Verkehr auch für eine Menge Fahrspaß.“

Dank der Infrastruktur in Rheinland-Pfalz, den Forschungseinrichtungen und den vielen Betrieben hofft Wissing, dass man in der Region und im ganzen Land in Zukunft ein wichtiger Teil der Industrie hinter dem elektrischen Fahrspaß sein wird. Und Zweibrücken soll mit seiner Teststrecke und der Hochschule einen wichtigen Teil dazu beitragen.