| 16:33 Uhr

Bleibt Krankenkasse vielleicht doch?
AOK prüft Alternativen zu Filialschließung in Zweibrücken

Die AOK hatte Mitte Februar angekündigt, zum 31.12.2018 ihr Kundencenter in Zweibrücken (derzeit in der Von-Rosen-Straße 4) zu schließen.
Die AOK hatte Mitte Februar angekündigt, zum 31.12.2018 ihr Kundencenter in Zweibrücken (derzeit in der Von-Rosen-Straße 4) zu schließen. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Ist die von der AOK zum Jahresende angekündigte Schließung ihres Zweibrücker Kundencenters noch abwendbar? Nach einem Gespräch von allen Vertretern aller Stadtratsfraktionen mit der Führung der AOK Rheinland-Pfalz/Saar am Montagabend ist diese Entscheidung zwar noch offen, teilte CDU-Ratsfraktionschef Christoph Gensch am Mittwoch mit. Dass so hochkarätige Vertreter der AOK zu dem Gespräch gekommen sind, sehe er aber als „ein Zeichen“, dass die Krankenkasse einen Verbleib in Zweibrücken zumindest ernsthaft prüfe.

Ist die von der AOK zum Jahresende angekündigte Schließung ihres Zweibrücker Kundencenters noch abwendbar? Nach einem Gespräch von allen Vertretern aller Stadtratsfraktionen mit der Führung der AOK Rheinland-Pfalz/Saar am Montagabend ist diese Entscheidung zwar noch offen, teilte CDU-Ratsfraktionschef Christoph Gensch am Mittwochnachmittag mit. Dass so hochkarätige Vertreter der AOK zu dem Gespräch gekommen sind, sehe er aber als „ein Zeichen“, dass die Krankenkasse einen Verbleib in Zweibrücken zumindest ernsthaft prüfe.

Die Stadträte hätten mit Udo Hoffmann, Vorstand der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, und Willi Hölzle von der AOK-Bezirksgeschäfsführung, etwa eine halbe Stunde lang gemeinsam „Möglichkeiten und Kompromisslösungen diskutiert, wie man die AOK in Zweibrücken halten könnte“.

Über die Inhalte hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Die AOK wolle darüber nun in ihrer Führung und in Gremien sprechen, dann sei, wahrscheinlich ungefähr in vier Wochen, ein weiteres Treffen in Zweibrücken geplant, so Gensch.



Unmittelbar vor dem Gespräch hatte eine Bürgerinitiative der AOK 1700 Unterschriften zum Erhalt des AOK-Kundencenters übergeben, berichtete Gensch weiter.

Gensch betonte: „Ich schätze sehr, dass die AOK zu dem Gespräch gekommen ist. Das unterscheidet sich wohltuend von den anderen Krankenkassen, die Zweibrücken schon vor einigen Jahren verlassen haben.“

Aber damals gab es doch auch keine Resolution des Stadtrats? Dies zwar nicht, bestätigt Gensch auf diese Merkur-Frage – seines Wissens habe sich damals aber auch der Stadtvorstand für einen Verbleib eingesetzt.

Die DAK hatte ihr Zweibrücker Kundencenter 2014 geschlossen, die Barmer 2016. Wie die AOK begründeten auch diese beiden Kassen ihre Entscheidungen damit, dass immer mehr Kunden statt in Filialen zu gehen lieber Telefon- oder Online-Service nutzten und man im Kundeninteresse deshalb lieber diese Beratungs-Angebote ausbaue.

Gestern Abend verabschiedete der Stadtrat einstimmig wie vom Hauptausschuss empfohlen (wir berichteten) die „Resolution zum Erhalt des Kundencenters der AOK in Zweibrücken“. „Besonders alte und kranke Menschen sind auf eine persönliche Betreuung angewiesen“, heißt es darin. Sie könnten oft nicht zu den nächstgelegenen AOK-Filialen nach Homburg oder Pirmasens fahren. Die AOK hatte argumentiert, in solchen Fällen und wenn Menschen nicht die Telefon- oder Online-Betreuung nutzen wollten, auch Hausbesuche anzubieten. Der Stadtrat glaubt das laut Resolutionstext nicht: „Ein Ersatz der Geschäftsstelle durch Hausbesuche erscheint uns unwirtschaftlich und ist deswegen auch nicht zu erwarten.“

Die Erfahrung beim Online-Banking zeige „deutlich, dass für viele ältere Menschen dieser Weg nicht in Frage kommt.“ Viele Menschen wollten zudem „ihre sehr sensiblen persönlichen Daten weder dem Telefon noch dem Internet anvertrauen“. Viele Versicherte hätten deshalb „ihr Entsetzen über die Abzugspläne geäußert“.

„Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Bürgermeister Christian Gauf im Stadtrat über das Gespräch mit den AOK-Spitzen. Obwohl „das Gespräch sehr fruchtbar war“, wie auch Walter Rimbrecht (SPD) meinte, „sollten wir den beiden Geschäftsführern Schützenhilfe durch unsere Resolution geben“: FDP-Fraktionschefin Ingrid Kaiser lobte die „kooperative Atmosphäre“ des Gesprächs.

(lf)