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Tag der Zahngesundheit
Anleitung & Tipps: Mundpflege bei Pflegebedürftigen

Eine schlechtere Mundgesundheit bei Pflegebedürftigkeit kann viele Ursachen haben. Doch man kann was dagegen tun.

Eine gute Mund- und Zahngesundheit trägt zum allgemeinen Gesundheitszustand bei und sorgt dafür, dass sich kein Bakterienfilm bildet und keine Entzündungen entstehen. Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang zwischen Entzündungen des Mundraums und Erkrankungen wie Herzinfarkt, Lungenentzündung oder Schlaganfall. Durch die Blutbahn können Bakterien leicht aus der Mundhöhle zu anderen Organen gespült werden – und das kann mitunter fatale Folgen haben.

Eine schlechtere Mundgesundheit bei Pflegebedürftigkeit hat viele Ursachen – die Tipps für mehr Mundgesundheit sind dagegen rasch aufgezählt:



● Reinigen Sie zweimal täglich die Zähne und Zahnzwischenräume Ihres pflegebedürftigen Angehörigen. Achten Sie dabei auch auf eventuelle Verletzungen im Mundraum sowie Beläge auf der Zunge.

● Verwenden Sie eher eine weiche Zahnbürste. Damit sinkt die Verletzungsgefahr des Zahnfleisches.

● Gehen Sie mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen zur regelmäßigen Kontrolle zum Zahnarzt. Bitten Sie Ihren Zahnarzt dabei auch, Zunge und Schleimhäute zu überprüfen (Mundhöhlenkrebs-Vorsorge).

● Vereinbaren Sie für Ihren Angehörigen regelmäßige Termine zur professionellen Zahnreinigung. Experten empfehlen z. B. für Schlaganfall-Patienten eine professionelle Zahnreinigung alle drei Monate.

● Sorgen Sie für einen guten Speichelfluss, z. B. indem Sie Ihrem Angehörigen ab und zu zuckerfreie Bonbons reichen und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

● Tauschen Sie die Zahnbürste Ihres Angehörigen regelmäßig aus. Als Empfehlung gilt: alle zwei Monate oder direkt nach einer Infektion oder Erkältung.

● Benutzen Sie milde Zahncremes, die die Schleimhaut nicht reizen.

● Reinigen Sie auch die Prothese Ihres Angehörigen regelmäßig und v. a. nach den Mahlzeiten.

● Bei leichten Entzündungen eignen sich auch Tees zur Mundspülung (Ringelblume, Salbei oder auch Thymian). Kamillentee empfiehlt sich nur in Maßen, da Kamille zwar entzündungshemmend wirkt, aber bei übermäßigem Konsum die Mundschleimhaut austrocknen kann.

● Achten Sie vor der Verwendung von Hausmitteln aber auch auf Nebenwirkungen und Allergien (z. B. bei Ringelblume)!

Hinweis:

Auch der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten stärkt die Mundgesundheit. Wenn die Mundschleimhaut schon empfindlich ist, sollten Nahrungsmittel wie Zwieback oder Nüsse gemieden werden, denn sie reizen zusätzlich. Empfehlenswert sind aber z. B. gefrorene Ananas-Stückchen zum Lutschen. Ananas wirkt entzündungshemmend und abschwellend.