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Ortsbeirat
An der Mühle wird gebaggert

112 000 Euro werden jetzt bei der ehemaligen Mittelbacher Mühle in den Gewässerschutz investiert.
112 000 Euro werden jetzt bei der ehemaligen Mittelbacher Mühle in den Gewässerschutz investiert. FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. Der Nabu ist in Mittelbach-Hengstbach mit im Boot, damit dem Eisvogel nichts passiert. Von Norbert Schwarz

„Die Fisch aus em Schwarzbach bei Contwich solle in Zukunft wisse, wie gut es Wasser in de Biggealb is. Unn damit die Fisch de Weg finne, werd die Biggealb durchgängig gemach. Die Mittelbacher Miehl war jo frieher mol es schönes Fotomotiv. Jezzerd dun mer was fer die Fisch“, stellte bei der Zusammenkunft des Ortsbeirates aus Mittelbach-Hengstbach Ortsvorsteher Kurt Dettweiler in bekannt lockerer Art und Weise fest. Tatsächlich ist der Gewässerpunkt bei der ehemaligen Mittelbacher Mühle derzeit eine größere Baustelle. Das auf Gewässerausbau spezialisierte Unternehmen Metz aus Dahn gestaltet den Bachlauf neu.

In vier Wochen soll alles vergessen sein. Rund 100 000 Euro werden bei dem Projekt verbaut, das im Rahmen des Gewässerschutzes für Europa angesiedelt ist. Die Arbeiten werden laut Dettweiler von Ornithologen des Nabu begleitet, damit dem Eisvogel nichts passiert. Einschließlich Gutachten und Genehmigungen werden rund 112 000 Euro in das Vorhaben investiert. Zwar vermittle die Baustelle im Augenblick ein „wüstes Bild“, so Kurt Dettweiler, doch beim Einbau von zwei bis fünf Tonnen schweren Findlingen würde das derzeit einfach Spuren hinterlassen. Helmut Wolf, bei den Anglern aktiv, berichtete von einem Gespräch mit Verwaltung und verantwortlichem Bauleiter. Bei Fortschritt der Maßnahme soll eine Ortsbegehung mit den Anglern erfolgen. Das Angebot, dazu auch die Mitglieder des Ortsbeirates und Ortsvorsteher Kurt Dettweiler miteinzuladen, nahm das Gremium sofort an.

Nicht zufriedenstellend finden die Mitglieder des Ortsbeirates die Informationen zu vorbeugendem Gewässer- und Hochwasserschutz wie dem Ausbringen von Gülle und Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Flächen. Ortsvorsteher Dettweiler stellte unmissverständlich klar: „Unser Unwillen richtet sich nicht gegen die einheimischen Landwirte. Aber mit den Richtlinien, die wir von der Verwaltung an die Hand bekommen haben, ist mit keinem Deut gesagt, wie das überwacht wird. Gerade die Überwachung sei im Ortsbeirat schon lange ein heißes Thema. Helmut Wolf (FWG) präzisierte und erinnerte daran, dass nach seiner Kenntnis Gülle aus Holland auf die Gemarkung verbracht wird. Nach Meinung von Hans Röller (FWG) müsste ein Beauftragter vor Ort sein, der das kontrolliert und Wolf vertrat die Ansicht, dass die Untere Wasserbehörde bei der Stadtverwaltung durchaus zuständig sei. Kurt Dettweiler hatte seinerseits auf die Kontrollbefugnis der ADD Trier aufmerksam gemacht.



Ein weiteres „leidiges Thema“, so der Vorsitzende, die Problematik mit den freilaufenden Hunden im Bereich des Berghauserhofes. Kurt Dettweiler konnte noch aus seiner Zuständigkeit beim städtischen Bauamt davon berichten, was in Sachen Zwingerbau einmal angedacht gewesen sei, dann aber wegen fehlender Mittel nicht zustande kam. Dettweiler jetzt: „Der Bereich beim Berghauserhof ist Privatbesitz – damit ist schon alles gesagt.“ Dirk Sefrin (FWG) verwies darauf, dass inzwischen ein Schild mit „Durchgangsverbot“ vorhanden ist. Ortsvorsteher Dettweiler vertrat die Ansicht, dass die Lösung, wie sie vor Jahren schon einmal angedacht gewesen war um den Bürgern des Ortes den Wegebereich beim Berghauserhof zugänglich zu machen, doch noch einmal aufgegriffen und geprüft werden sollte. Vor allem auch deshalb, weil ja dieser Streckenbereich einmal für den Radweg von der Birkhausen hoch nach Mittelbach-Hengstbach angedacht war – was sich dann aber gleichfalls wegen den Kosten nicht realisieren ließ.

Als Vorschlag für den städtischen Haushalt wurde einmal mehr das Beseitigen der baufällige Scheune in der Hengstbacher Straße verlangt. Außerdem müsse die Straße zum Neubaugebiet „Bornrech“ vom Wirtschaftsweg zur Erschließungsstraße aufgestuft werden. Das sei für die Stadt kostenintensiv, doch für die im Baugebiet wohnen Bürger dringend geboten. Erschließungsbeiträge kann die Stadt in dem Fall nicht erheben, so der Ortsbeirat.