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„Pfälzerwäldler für Höchen“
Als alles dem Ende zuging

Manfred Hans (links) stellt den Mitgliedern von Vorstand und Beirat der Stiftung „Pfälzerwäldler für Höchen“ die neuen Schautafeln vor.
Manfred Hans (links) stellt den Mitgliedern von Vorstand und Beirat der Stiftung „Pfälzerwäldler für Höchen“ die neuen Schautafeln vor. FOTO: Gustl Altherr
Höchen. Schautafeln erläutern Weltkriegs-Relikte am oberen Höcherberg.

(red) Noch sind am oberen Höcherberg im Waldabschnitt „Steppländer“ und südwestlich davon Spuren des Zweiten Weltkrieges im Gelände erkennbar, jedoch werden sie von Spaziergängern kaum wahrgenommen, zumal wenigen bekannt sein dürfte, warum hier Gräben angelegt wurden. Nun informieren zwei von der Stiftung „Pfälzerwäldler für Höchen“ aufgestellte Schautafeln über den Zweck und die Entstehung dieser Anlagen.

Ab September 1944 hatte Adolf Hitler die „Herstellung der Verteidigungsbereitschaft des Westwalls“ befohlen. Der Pfaffenwald und der gesamte Dörrberg zwischen Höchen und Waldmohr wurden mit Laufgräben durchzogen und Erdbunker angelegt. Beiderseits des Weges „Am Stein Richtung Nordfeld“ hielt man Panzerspitzgräben für notwendig, weil sich die Waffentechnik seit Kriegsbeginn rasant weiterentwickelt hatte und die weiter östlich vorhandenen Panzerdrehsperren, Baujahr 1938, als unzureichend eingestuft wurden.

Zum „Schanzen“ musste neben Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern auch die Zivilbevölkerung anrücken. Sogar Frauen wurden verpflichtet. Doch alles Schuften war nutzlos. Als sich Mitte März 1945 die amerikanischen Verbände näherten, war an Verteidigung am Höcherberg nicht mehr zu denken.



Die nun aufgestellten Infotafeln zeigen den jeweiligen Standort des Betrachters, ein Foto mit Menschen beim Ausheben der Panzergräben, Querschnittszeichnungen eines „Panzerabwehr-Spitzgrabens“ sowie drei Fotos vom heutigen Zustand der Anlagen. Auch wird die Zeitzeugin Mathilde Grimm zitiert, die als Siebzehnjährige beim Schanzen helfen musste: „Morgens um acht Uhr mussten wir an der Schule antreten. In Kolonne ging es Richtung Nordfeld. Gearbeitet wurde bis zur Dunkelheit.“ Sie beschreibt auch das Schicksal russischer Kriegsgefangener, die teils mit nackten Füßen in Holzpantinen bei Matsch und Schnee arbeiten mussten.

Der Vorsitzende der Stiftung, Manfred Hans, erläuterte seinen Vorstandskollegen und den Mitgliedern des Stiftungsbeirates die Schautafeln und führte zu den Relikten aus der Schlussphase des Krieges.