| 21:11 Uhr

Chor Laudate
„Alles im Leben hat seine Zeit“

Der Chor Laudate bei der Abendmusik in der Versöhnungskirche.
Der Chor Laudate bei der Abendmusik in der Versöhnungskirche. FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. Chor Laudate begeisterte mit einer Abendmusik, Sinngeschichten und Gedichten.

„Sie wollen doch nicht auf dem Flur sitzen bleiben“, sagte die Chorleiterin. „Kommen sie, wir schaffen noch einen Stuhl herbei“. Der so Versorgte, Peter hieß er, bedankte sich und war zufrieden. Vom Logenplatz aus verfolgte er das muntere Geschehen

Vor nunmehr 18 Jahren gründete Dorothea Beisiegel, Musikpädagogin an der Städtischen Musikschule Zweibrücken, Herzog-Christian-Musikschule, den Chor „Laudate“. Zehn bis 15 Mitglieder, hauptsächlich Frauen, halten seitdem zusammen und studieren immer wieder neue Konzepte ein für Abendmusiken, die sie ein Mal im Jahr im großen Saal der Versöhnungskirche spielen. Liedtexte und kurze „süffige“ Sinngedichte und  Sinngeschichten umrahmen die Chormusik. Der Chor begleitet  aber auch Gottesdienste der evangelisch-methodistischen Gemeinde bei Konfirmationen und an Feiertagen mit geistlicher Musik. Diesmal drehten sich jedoch alle Lieder um weltliche Dinge, besser gesagt, um Texte und Lieder, die sich mit „Alles im Leben hat seine Zeit“ befassten. Der Saal am Sonntagabend war bis auf den letzten Platz besetzt. Der erste Text handelte von einer Mutter mit ihren Kindern, die Bilanz zieht und zu der Erkenntnis kommt: „Ach, wären wir doch alle klein geblieben“. Eine andere Geschichte handelte von einer Schar kleiner Kinder, die eine kleine Katze finden und aufnehmen. Sie möchten nun auch wissen, ob es ein Kater oder eine Katze ist. Aber wie kann man das feststellen. Die Eltern zögern, nach Sexualunterricht ist ihnen wirklich nicht zumute. Da hat einer aus der Runde die erlösende Idee: „Wir stimmen ab“.

Derlei Geschichten wurden im Saal schmunzelnd aufgenommen, Kuchen und Kaffee sorgten für zusätzliche Gelassenheit. Den Chor begleitete „Allroundtalent“ Anita Bischoff am  Klavier. Alles passte wunderbar zusammen. Die Geschichten hatte eine Chorsängerin ausgewählt, witzig, geistvoll mit kleinen Weisheiten am Ende. Wilhelm Busch ist da beinahe unangefochtener Meister, wie schnell deutlich wurde. Eugen Roth und andere passten auch prima ins Programm. „Mit 17 hat man noch Träume“ wurde freudig aufgenommen, wie auch „Que sera“ und „Mit 66 Jahren“. Am Ende hieß es: „ Es neigen sich die Stunden“. Geschichten und Lieder für alle Altersstufen eben. Und hier in tolles Artikelende: „In einen Harung, jung und schlank, zwo, drei, vier sstata, tiralala, der auf dem Meeresgrunde schwamm, zwo, drei, vier, sstata tiralala, verliebte sich, oh Wunder, ne olle Flunder…“. Wie es im Leben so mitunter geschieht. Hier geht sie gut aus, im Leben manchmal nicht. So die Moral von der Geschichte. Alle sangen begeistert mit, der Verfasser ist unbekannt.