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AHBP Zweibrücken
Mit der Angst vor dem Tod umgehen

 Anita Stuppy und der Vorsitzende Karl Heiner engagieren sich im Förderverein für den ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Südwestpfalz.
Anita Stuppy und der Vorsitzende Karl Heiner engagieren sich im Förderverein für den ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Südwestpfalz. FOTO: cvw
Zweibrücken. Ende Februar lädt die Ambulante Hospiz- und Palliativberatung AHBP in Zweibrücken zu einem Grundseminar Hospiz ein. Daran teilnehmen können Personen, die sich künftig in diesem Bereich ehrenamtlich engagieren wollen, wie auch Privatpersonen. Von Cordula von Waldow

Medien berichten ausführlich über Kriegshandlungen, in den Nachrichten sterben Menschen, Krimis boomen nach wie vor in TV und Literatur. Dennoch ist das Thema Tod und Sterben in unserer Gesellschaft tabuisiert. Wer möchte sich schon mit dem eigenen Lebensende oder dem Verlust geliebter Angehöriger befassen?

„Der Umgang mit Sterben und Tod ist für viele Menschen schwierig und mit großer Unsicherheit behaftet, daher wird dieses Thema oft verdrängt“, weiß Lothar Klein vom Ambulanten Hospizdienst Zweibrücken/Pirmasens und Pressesprecher der Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratung AHPB. Um der Angst vor dem Tod und dem Sterben zu begegnen, bietet der Ambulante Hospizdienst Südwestpfalz die Möglichkeit, sich in einem „Grundseminar Hospiz“ mit dem eigenen Leben, Abschied, Sterben, Tod und Trauer auseinanderzusetzen.

„In einem geschützten Rahmen erkennen die Teilnehmer: Ich bin mit meinen Ängsten, meinen Sorgen, meiner Unsicherheit, meiner Verdrängung und meinen vielen Fragen nicht allein. So wie mir geht es vielen“, weiß Lothar Klein aus jahrzehntelanger Erfahrung. Die Teilnehmer lernen, was ihnen bei der Bewältigung ihrer Ängste oder ihrer Trauer weiterhilft und was eher nicht förderlich ist. Dabei werden die eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse der Betroffenen auf allen Ebenen in den Blick genommen. „Wovor habe ich Angst?“ ist eine der zentralen Fragen, mit der sich die Seminarteilnehmer beschäftigen werden.



Besonders in der zweiten Lebenshälfte beschäftigt viele Menschen auch die Frage nach dem Sinn ihres Lebens. Dieses Seminar dient der Reflexion eigener Einstellungen und Erfahrungen mit dem Thema. Es fördert die Selbstfindung auch für den eigenen Lebensauftrag und ermöglicht, Antworten zu finden auf die Frage: „Wozu bin ich hier auf dieser Erde?“ Es hilft, Perspektiven für das eigene Handeln zu entwickeln oder zu erweitern.

Auch die Auseinandersetzung mit den körperlichen, sozialen, psychischen und spirituellen Aspekten in der Nähe des Todes wird ermöglicht. Darüber hinaus informiert das Seminar über Ziele und Wege der Hospizbewegung und zeigt Chancen sowie Grenzen der Sterbebegleitung auf. Die Hospizbewegung will schwerstkranke und sterbende Menschen in der letzten Phase ihres Lebens begleiten sowie ihre Angehörigen und Freunde unterstützen. Sie ist intensive Lebenshilfe im letzten Abschnitt des Lebens.

Die Teilnahme verpflichtet nicht zu einer späteren ehrenamtlichen Tätigkeit, ist aber Voraussetzung zur Zulassung für ein späteres Aufbauseminar. In dem Aufbauseminar werden die Teilnehmer dann konkret auf die Begleitung sterbender Menschen und ihrer Angehörigen im ambulanten Bereich und in stationären Einrichtungen vorbereitet (stationäre Hospize, Palliativstationen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser).

Das Hospizseminar findet statt von 22. bis 24. Februar beim AHPB Südwestpfalz, Poststraße 35, in Zweibrücken. Der Teilnahmebeitrag von 30 Euro beinhaltet Arbeitsmaterialien und Seminarverpflegung. Die Leitung haben Anita Stuppy (Koordinatorin und Leiterin des AHPB Südwestpfalz, Supervisorin), Maraile Sander (Supervisorin) und Silke Siepen (Trauerbegleiterin). Anmeldeschluss ist am 6. Februar. Weitere Informationen und Anmeldung beim Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst Südwestpfalz, Poststraße 35, 66482 Zweibrücken, Tel. (0 63 32) 46 08 29 oder Anita Stuppy, Tel. (01 72) 6 50 55 83. Das nächste Grundseminar findet statt vom 18. bis 20. Oktober in Rodalben.