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Ärger über Schwarzfahrervorwurf

Zweibrücken. Ärger bei einer Ticketkontrolle hat ein Merkur-Leser im Vlexx-Zug von Neunkirchen nach Mainz bekommen. Sein Fahrausweis habe sich dort erstmalig als ungültig herausgestellt. Doch ein Ersatzticket habe man ihm nicht verkaufen wollen – stattdessen sei er als Schwarzfahrer abgestempelt worden. Eric Kolling

Eine Bahnfahrt die ist lustig, eine Bahnfahrt die ist schön - nicht so diejenige, die Merkur-Leser Martin Kerth am 14. April erlebt hat. Da sei so einiges schiefgegangen. Kerth berichtet, dass er am fraglichen Tag unterwegs von Homburg über Neunkirchen und Mainz nach Wiesbaden war. Als Besitzer eines VRN-Tickets (Verkehrsverbund Rhein-Neckar) habe er zunächst noch eine weitere Karte von Homburg nach Neunkirchen gelöst und geglaubt, die Strecke durchs Saarland sei Übergangsgebiet. Schließlich fahre er die Strecke alle zwei bis drei Wochen von Homburg nach Wiesbaden und dabei oft die Strecke durchs Saarland. Er sei noch immer kontrolliert worden - noch nie habe man beanstandet, dass sein Ticket von Homburg nach Neunkirchen in Kombination mit dem VRN-Ticket nicht ausreiche. Am 14. April war es anders. Da habe ihn die Schaffnerin bei Türkismühle kontrolliert - und der Ärger begonnen.

Die Frau habe nach einer telefonischen Auskunft offenbar bei Vorgesetzten gesagt, sein VRN-Ticket zähle nicht und mit ihm dürfe er im Saarland nicht fahren. Sie habe das Ticket gefordert, fotografiert und dann nicht mehr zurückgeben wollen. Ihm wie erbeten ein Zusatzticket für die Restrecke bis Mainz zu verkaufen, das habe sie abgelehnt. Er habe in Türkismühle aussteigen wollen, um ein solches am Automaten zu ziehen und direkt wieder einzusteigen. Daran habe ihn die Schaffnerin gehindert und gedroht, die Polizei zu rufen und sein VRN-Ticket (das ihn 81 Euro im Monat koste) zu behalten. Sie habe ihn mehrfach als Schwarzfahrer bezeichnet und ihn genötigt, eine Bescheinigung zu unterschreiben, 100 Euro Geldstrafe binnen 14 Tagen zu zahlen. Erst danach habe sie ihm sein VRN-Ticket zurückgegeben.

Bedient wird die fragliche Zugstrecke nicht mehr von der Deutschen Bahn sondern dem privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen Vlexx. Dort ist man dem Fall auf Merkur-Nachfrage nachgegangen und hat mit der verantwortlichen Schaffnerin gesprochen. Wie Vlexx-Sprecherin Svenia Reuther erklärt, sei Kerth in Neunkirchen, also im SaarVV-Gebiet in den Vlexx-Regionalexpress RE 3 eingestiegen. Zwar besitze er ein VRN-Ticket - dieses sei aber auf der ganzen Strecke nach Mainz nicht gültig. Der zweite Teil der Route führe nämlich über Gebiet des RNN (Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund). Da man Kerth bei der Kontrolle somit ohne gültigen Fahrschein angetroffen habe, habe die Fahrgastbetreuerin korrekt gehandelt. Gemäß den Vlexx-Tarif- und Beförderungsbestimmungen betrage das "erhöhte Beförderungsentgelt das Doppelte des Relationspreises für die vom Reisenden zurückgelegte Strecke - mindestens jedoch 60 Euro".



Kerth habe auch nicht kooperieren wollen, daher habe die Schaffnerin seine Personalien anhand des Rhein-Neckar-Tickets aufgenommen. Er sei dann gebeten worden, "zu quittieren, ob seine Daten korrekt aufgenommen wurden". Warum man ihm kein Ticket verkaufen oder ihn ein solches in Türkismühle habe ziehen lassen, lässt Vlexx unbeantwortet. Sprecherin Reuther hat dafür einen allgemeinen Rat auf Lager: "Grundsätzlich empfehlen wir den Kunden, sich bei Unstimmigkeiten direkt an unser Kundencenter zu wenden. In den meisten Fällen können Missverständnisse oder Unklarheiten schnell im Vorfeld geklärt werden." Kerth ist mit dieser Reaktion nicht einverstanden. Er wolle sich jetzt selbst an Vlexx wenden - und das Knöllchen nicht bezahlen.

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