| 21:31 Uhr

Anwohner besorgt über ungestüm wirkendes Tier
Ärger über freilaufenden Hund in Ixheim

Teilnehmer einer Ausbildung zum Hundeführerschein führen ihren Hund an der Leine. Über der Frage der Anleinpflicht für die Vierbeiner in der Stadt Zweibrücken entbrennen regelmäßig Diskussionen.
Teilnehmer einer Ausbildung zum Hundeführerschein führen ihren Hund an der Leine. Über der Frage der Anleinpflicht für die Vierbeiner in der Stadt Zweibrücken entbrennen regelmäßig Diskussionen. FOTO: Sebastian Kahnert / picture alliance / dpa
Zweibrücken. Ein Halter, der seinen Hund in der Nähe einer Kita frei laufen lässt, sorgt für Unmut bei Anwohnern. Die Stadt erklärt, das Verhalten des Halters sei zulässig. Von Mathias Schneck

Soll der Fiffi an die Leine? Oder soll er nicht? Über dieser Frage entbrennen regelmäßig leidenschaftliche Diskussionen in der Stadt. Das Thema Anleinpflicht für Hunde scheidet die Geister. Die einen finden, es sei eine Quälerei für die Tiere, wenn sie an der Leine gehalten würden, andere halten entgegen, die Gefahr, von einem freilaufenden Hund angesprungen zu werden, dürfe nicht außer acht gelassen werden, ein Halter könne sein Tier nur dann vernünftig kontrollieren, wenn er es an der Leine halte.

Nun gibt es neue Diskussionen im Zweibrücker Stadtteil Ixheim. Dort sind mehrere Anwohner auf unsere Zeitung zugegangen: Ein Halter laufe mehr oder weniger täglich mit seinem Hund in dem Wohngebiet herum – obwohl er dort selbst nicht wohne. Der Halter lasse seinen Hund stets frei laufen. Zwei Dinge stören die Anwohner dabei: Erstens ist der betreffende Hund, ein Mischling, nicht gerade ein Zwergpudel – das Tier reicht einem Erwachsenen bis zur Hüfte. Zweitens wirke das Tier reichlich impulsiv, es sei schon mehrfach Passanten nachgesetzt, bis der Halter das Tier doch noch habe zurückrufen können. Die potentielle Gefahr sei groß. Es sei unverschämt von dem Halter, das Tier frei laufen zu lassen. Zudem in der Nähe auch eine Kita sei. Irgendwann werde der Hund vielleicht noch auf ein Kind losgehen, fürchten die Anwohner im Gespräch mit unserer Zeitung. Man habe den Halter schon mehrfach auf seinen freilaufenden Hund angesprochen und ihn gebeten, das Tier anzuleinen. Daraufhin sei die Person frech geworden und habe den Anwohnern gesagt, keinen Wert auf ihre Meinung zu legen. Die Anwohner sagen, sie hätten schon das Ordnungsamt auf den Fall aufmerksam gemacht, aber es sei nichts passiert.

Heinz Braun, Sprecher der Stadt Zweibrücken, weist darauf hin, dass in der Stadt nur in zwei Bereichen Anleinpflicht für Hunde bestehe: in der Fasanerie und in den Birkhausen. Ansonsten dürften die Hundebesitzer ihre Tiere frei laufen lassen. „Der Stadtrat hat das so entschieden“, macht Braun darauf aufmerksam, dass das keine einsame Entscheidung der Verwaltung gewesen sei. „Wenn Anwohner sagen, sie fühlen sich gestört, belästig oder gar gefährdet, dann ist das ein subjektives Empfinden, eine objektive Gefahr muss dann keinesfalls vorliegen“, gibt Braun zu bedenken.



Für die besorgten Anwohner ist die Antwort des Stadtsprechers nicht befriedigend. Sie finden, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das ungestüm wirkende Tier irgendwann einen Anwohner oder gar ein Kind aus der Kita anfalle – dann trage die Stadt eine Mitschuld, weil sie trotz Warnungen nicht eingeschritten sei, mahnen die Betroffenen.