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Abriss Zweibrücker Landmarke hat begonnen
Wie ein 180-Tonnen-Seilbagger den Raiffeisen-Siloturm bezwingt

 Maschinenführer Albert Jacobs verfolgte Donnerstagfrüh den Schwung der Abrissbirne. Das drei Tonnen schwere Ungetüm schwebt 50 Meter über ihm und zerlegt das Raiffeisensilo in den kommenden Tagen.
Maschinenführer Albert Jacobs verfolgte Donnerstagfrüh den Schwung der Abrissbirne. Das drei Tonnen schwere Ungetüm schwebt 50 Meter über ihm und zerlegt das Raiffeisensilo in den kommenden Tagen. FOTO: Markus Frank/Ferraro Group
Zweibrücken. Neunkircher Rückbauspezialisten haben am Donnerstag mit Abriss des Turms begonnen. Die Arbeiten verlaufen nach Plan.

Donnerstag, 7 Uhr, noch ist es einigermaßen dunkel. Albert Jacobs und sein Kollege Andri Esben besprechen sich noch einmal mit Ferraro-Bauleiter Patrik Mohr und Polier Calogero Cusumano. Die Poststraße ist bereits seit Mittwoch gesperrt und auch die Zufahrt zum Raiffeisen-Gelände. Mehrere Mitarbeiter der Neunkircher Rückbauspezialisten mit Warnwesten und Funkgeräten überwachen diese Sperrungen. Auch Fußgänger müssen Umwege in Kauf nehmen, es gibt keine Ausnahmen, denn die Abrissarbeiten haben begonnen.

Am Vortag war der Seilbagger mit seinem Gittermastausleger angeliefert und montiert worden. Jetzt steht er da, breitbeinig mit weit auseinander gefahrenem Unterwagen und einem Eigengewicht von rund 180 Tonnen. 50 Meter hoch ragt der Ausleger an diesem kalten Morgen in den Zweibrücker Himmel und ist etwa so hoch wie die Spitze der Alexanderkirche. Wegen der Flugsicherheit ist einer der oberen Teile des Gittermastes leuchtend rot-weiß lackiert, so dass das Hindernis auch aus der Luft erkannt werden kann.

Der Motor des Baggers brummt energisch, als die Abrissbirne an dem gut zehn Meter langen Stahlkettengehänge hoch gezogen wird. Langsam schwebt sie an den oberen Teil der Silomauer, fast zögerlich, ohne sie zum berühren: Albert Jacobs nimmt vom Führerhaus aus Maß, prüft, ob Höhe und Einschlagwinkel der Abrissbirne so passen. Dann schwenkt er den Seilbagger nach links. Am Boden, wo der Bagger steht, ist diese Drehbewegung kaum wahrnehmbar. Doch weiter oben, in luftiger Höhe, nimmt die Abrissbirne durch die Kette den Schwung auf, als der Bagger die Richtung wechselt. Fast lautlos schießt die Abrissbirne in Richtung Wand, eine kleine Staubwolke wird von einem dumpfen Schlag ergänzt. Das Gebäude zeigt sich unbeeindruckt, ein paar Putzestücke fallen ab, mehr nicht.



Die Szene wiederholt sich und nach einigen Treffern klafft ein erstes Loch im Silo, das jetzt schnell größer wird. Vom Lärm angelockt, bleiben immer mehr Passanten stehen, Handybilder finden den Weg in die sozialen Netzwerke. Als das aufstehende „Häuschen“ auf dem Silodach zwei seiner vier Seiten eingebüßt hat, greift der Bagger die Flanke an. In den kommenden Tagen werden die Spezialisten die Technik noch einmal ändern: Dann wird die Kugel zentral über dem Silo in maximale Höhe gebracht und rauscht dann senkrecht in die Tiefe, um im Innern die Geschossdecken zu zertrümmern. So wird Platz gemacht für das Abbruchmaterial, das so von außen nach innen fallen kann und sich am Siloboden sammelt.

Läuft alles nach Plan, sind bis zum endgültigen Ende des Raiffeisensilos fünf Arbeitstage vorgesehen.