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Bilanz
„Abhaken und Blick nach vorn“

 Sie kam doch noch auf, die Weihnachtsmarktstimmung: Samstagabend, knackig kalt, der Glühwein schmeckte, die Stimmung war gut.
Sie kam doch noch auf, die Weihnachtsmarktstimmung: Samstagabend, knackig kalt, der Glühwein schmeckte, die Stimmung war gut. FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. Trotz eines zusätzlichen Tages und des Wintereinbruchs am Sonntag sind die Händler nicht zufrieden mit dem Weihnachtsmarkt.

Der diesjährige Zweibrücker Weihnachtsmarkt ist Geschichte. Mit ihren Vorhersagen trafen die Meteorologen voll ins Schwarze, eine weiße Schneepracht, von Samstag auf Sonntag in den späten Nachtstunden gefallen, präsentierte ein stimmungsvolles Bild noch zur allgemeinen Markteröffnung gestern um elf Uhr. Das Blitzeis blieb gottlob aus, doch dafür setzte schon ein den frühen Nachmittagsstunden Regen ein. Mal als Nieselregen, mal mit stärkeren Tropfen. Von einem versöhnlichen Ende in meteorologischer und folglich finanzieller Sicht konnte deshalb keine Rede sein.

„Mit großem Andrang gestartet, dann förmlich vom Winde verweht. Der neu ins Programm aufgenommene Donnerstag für alle Marktbeschicker ein Hoffnungsschimmer, der Samstag so, wie wir das Wetter an allen Tagen gebraucht hätten und zum Ausklang wieder alles so verwässert, wie wir das überhaupt nicht gebrauchen konnten. Abhaken und Blick nach vorn, viele werden gerade kostendeckend aus der Chose herauskommen“, so Weihnachtsmarktorganisator Heiko Saberatzky, der zusammen mit Tanja Wruck mit einer „Feuerzangenbowle“ die Angebotsvielfalt des gesamten Marktes ergänzte.

Nein, an einen Weihnachtsmarkt mit solchen Wetterkapriolen kann sich Saberatzky nicht erinnern und Hans-Peter Hamm von den Sportkeglern Rot-Weiß Ixheim, der von allem Anfang an beim Zweibrücker Weihnachtsmarkt erst als Helfer, später dann Budenbetreiber mit seinem Team für die Kegler aus der Vorstadtgemeinde aktiv dabei ist, kommt zur ernüchternden Feststellung: „In den 40 Jahren witterungsmäßig kein Jahr so schlecht wie heuer. Für uns Ehrenamtliche bleibt da nicht viel hängen.“



Mit Herzblut sind viele Marktbetreiber dabei und Heiko Saberatzky erzählt die Geschichte von Nasim Kefi aus Düsseldorf, der mit Kunstgegenständigen aus Olivenholz eine Angebotsbereicherung war. Saberatzky hatte gestern großes Mitgefühl für das, was dem Gast mit der längsten Anreise alles über die Weihnachtsmarkt-Tage zugestoßen war: Fortgewehtes Zelt in der ersten Woche, Standortwechsel auf einen besser postierten Platz des Weihnachtsmarktgeländes, erneuter Bandscheibenvorfall mit Krankenhausaufenthalt in Zweibrücken und jetzt in Düsseldorf für Nasim Kefi, der gestern dann von seinem extra angereisten Bruder aus Stuttgart vertreten wurde.

  Positives gibt es dennoch über diesen 40. Weihnachtsmarkt zu berichten. Das Showprogramm fanden fast alle gut, Stefan Später hatte am Samstag zum Ausklang mit Gitarre und Gesang für viel Stimmung gesorgt und gestern zum Abschluss die Lasershow mit einem speziell dafür „vernebelten“ Platz. „Hann sich all viel Mieh gebb“, meinte Günter Becker aus Contwig, ein überaus treuer Weihnachtsmarktbesucher, der zu beiden „Halbzeiten“ die Marktatmosphäre genossen hatte.