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Frauenforum Südwestpfalz
So aktuell wie vor 20 Jahren

 Landrätin Susanne Ganster (links) überraschte die Mitglieder des Frauenforums mit einem ganz besonderen Geschenk – einer 20-Euro-Münze „100 Jahre Frauenwahlrecht“.
Landrätin Susanne Ganster (links) überraschte die Mitglieder des Frauenforums mit einem ganz besonderen Geschenk – einer 20-Euro-Münze „100 Jahre Frauenwahlrecht“. FOTO: Cordula von Waldow
Pirmasens/Zweibrücken. Das Frauenforum Südwestpfalz feierte kürzlich seinen runden Geburtstag. Dem ehrenamtlichen Zusammenschluss geht es in erster Linie um Frauenförderung und Gleichstellung. Von Cordula von Waldow

„Wir wollen mitsprechen und für andere Frauen etwas bewegen!“ Die Zielsetzung des Frauenforms Südwestpfalz ist nach 20 Jahren engagierter und erfolgreicher ehrenamtlicher Arbeit so aktuell, wie zur Zeit der Gründung 1999. Das wurde bei der festlichen Jubiläumsfeier mit mehr als 120 engagierten Frauen, politischen Würdenträgern und Interessierten an der Frauenarbeit im Pirmasenser Kreistagssaal deutlich. Dazu passten die mitreißenden Liedbeiträge der nigerianischen Sängerin Efe.

Von Anfang an habe die Gleichstellungsbeauftragte und treibende Kraft des Frauenforums, Susanne Morsch, nicht nur Frauenförderung betreiben wollen, sondern sich faktisch für deren Gleichstellung eingesetzt. „Wir wissen alle, dass es an vielen Stellen immer noch hakt, obwohl Frauen mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen“, verdeutlichte Landrätin Susanne Ganster in ihrer spürbar bewegten Festrede. Allen Frauen gebühre überall die gleiche Mitsprache wie Männern.

Mit immer wieder neuen, aktuellen Themen richtet sich die Arbeit des Frauenforums nach den vorherrschenden gesellschaftlichen Bedürfnissen. Erstaunlich ist, dass sich nach 20 Jahren noch immer fast derselbe, feste, jedoch nicht geschlossene Kreis von 13 Frauen des Frauenforums ehrenamtlich in zahlreichen von Erfolg gekrönten, nachhaltigen Projekten für Frauen einsetzt. „In der Südwestpfalz und weltweit“, betonte Susanne Morsch mit Blick auf die Schicksale ausländischer Frauen hier und in ihrer Heimat.



Ein Thema, das die 31-jährige Kathrin Franz als jüngstes Mitglied für eine Mitarbeit im Frauenforum mit Frauen bis über 80 Jahren begeisterte. Mit spürbarer Achtung vor der Leistung der Frauen stellte der 33-jährige Tobias Paltz öffentlich die Fragen, die den Familienvater und Mitarbeiter von Susanne Morsch bewegen. Auf diese Weise erhielten die Anwesenden auf lockere, interessante Art und Weise tieferen Einblick in die Arbeit des Frauenkreises.

„Wie läuft die Zusammenarbeit ab?“ führte zu den Aussagen: Hart streiten in der Sache, einander dabei immer gewogen bleiben und trotz aller Verschiedenheit ein gemeinsames Ziel erreichen. „Wir gehen nach unseren Treffen an jedem dritten Mittwoch im Monat nie auseinander, ohne mindestens viermal herzhaft zusammen gelacht zu haben“, berichtete Heike Bißbort von der Freude des ehrenamtlichen Wirkens. Jede Frau kann sich gemäß ihrer Zeitkapazität und ihrer Neigungen für die einzelnen Projekte engagieren.

Für viele Frauen macht gerade die Vielfalt dieses Kreises von Frauen unterschiedlicher Generationen, Berufe und Lebensphilosophien den Reiz der Zusammenarbeit aus. Im Netzwerk mit anderen Vereinigungen entfaltet das Frauenforum seine ganze Kraft.

„Wir sind stolz auf dieses 20-jährige Jubiläum des Frauenforums“, betonte Susanne Ganster. Als Anerkennung hatte sich die Landrätin ein ganz besonderes Geschenk ausgedacht und löste damit Begeisterung aus: eine 20-Euro-Münze „100 Jahre Frauenwahlrecht“.

Einen Tusch auf „Oh, Susanna“, erhielt Susanne Morsch von ihrem Frauenteam, nebst einem Fotoalbum mit den schönsten „Susanne-Bildern“ der gemeinsamen Aktionen. Die federführende Ideengeberin gab die Wertschätzung zurück: „Was wäre ich ohne euch?“

Wie sehr die Arbeit des Frauenforms auch bei vielen Männern geschätzt wird, bewies die Anmerkung von Peter Spitzer. Der Erste Kreisbeigeordnete bedauerte, dass die engagierte Frauenvereinigung erst ihren 20. und nicht bereits den 40. Geburtstag feierte. „Jeder Tag mehr, den ihr wirkt, tut der Region wohl“, lobte der Familienvater und Ortsvorsteher von Donsieders anerkennend.

Bei guten Gesprächen und einem köstlichen Büfett wurde noch lange gefeiert. Und dabei Pläne für neue Projekte geschmiedet.

Frauenforum Südwestpfalz: Hildegard Becker, Uta Fasco, Kathrin Franz, Hannelore Müller (Waldfischbach-Burgalben), Heike Bißbort (Pirmasens-Windsberg), Annelore Eberle (Donsieders), Ulrike Kahl-Jordan (Rodalben), Anke Köbrich (Lemberg), Heidrun Hiller (Contwig), Stephanie Nagel (Höhfröschen), Barbara Schuttpelz (Münchweiler), Ute Weisbrod-Mohr (Vinningen).