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TuS Rimschweiler
125 Jahre gelebte Sportkultur

 1976 stieg die erste Mannschaft des TuS Rimschweiler in die Bezirksliga auf. Damals die fünfthöchste Liga.
1976 stieg die erste Mannschaft des TuS Rimschweiler in die Bezirksliga auf. Damals die fünfthöchste Liga. FOTO: TuS Rimschweiler/Verein / TuS Rimschweiler
Rimschweiler. Der Turn- und Sportverein Rimschweiler feiert mit zwei Festveranstaltungen im Herbst sein Jubiläum. Von Fritz Schäfer

„125 Jahre TuS Rimschweiler – was für ein Jubiläum“, schreibt die Präsidentin des Sportbundes Pfalz, Elke Rottmüller, in ihrem Grußwort. Als ein Stück „gelebte Sportkultur“ bezeichnet die Sportbund-Präsidentin die Verbindung von sportlichem Wettbewerb und Gemeinschaftssinn. „Das ist für den Verein ein besonderes Ereignis“, sagt auch der Vorsitzende des TuS, Gerhrd Weber. Deshalb feiere man das Jubiläum mit zwei Veranstaltungen.

Am Sonntag, 13. Oktober, 16 Uhr, werden in der Turnhalle in Rimschweiler über 200 langjährige Mitglieder geehrt. Zwischen den Ehrungen für 70-, 60-, 50-, 40- und 25-jährige Mitgliedschaft präsentieren sich verschiedene Gruppen der Turn- und der Tanzabteilung mit Vorführungen. „Wir wollen auch den beiden Gruppen die Möglichkeit bieten, sich zu zeigen“, sagt Weber. Vor allem die Turngruppen wirken sonst eher im Verborgenen. Dabei stellen die Turner die zahlenmäßig größte Abteilung im Verein, erklärt der Vorsitzende.

Am Freitag, 8. November, 19 Uhr, lädt der Verein zum Festabend in die Turnhalle ein. Dabei wird der Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Bildungsministerium, Hans Beckmann, die Festansprache halten. Grußworte von Oberbürgermeister Marold Wosnitza und den Vertretern der Sportverbände sind eingeplant. Beim Festabend werden vier verdiente Mitglieder zu Ehrenmitgliedern des TuS ernannt.



Im Gespräch mit dem Merkur vor den Feierlichkeiten verschweigt der Vorsitzende auch nicht, dass es im Verein neben Höhen auch Tiefen gegeben habe. So habe der Verein vor acht Jahren die 1927 von Vereinsmitgliedern errichtete Halle veräußern müssen. „Wir hatten eine große Schuldenlast und es drohte der finanzielle Bankrott“, redet Weber nicht um den heißen Brei herum. „Durch die Übernahme der Halle durch die Stadt konnte der Verein weiter existieren.“ In den Jahren davor wurde mehr Geld ausgegeben als eingenommen und die Generalsanierung der Turnhalle und der Umkleidekabine belastete den Verein in größerem Ausmaß.

Die nachfolgende Vorstandschaft habe den Verein wieder auf „solide, finanzielle Füße gestellt“, dankt Weber seinem Vorgänger Klaus Fuhrmann und seinen Mitstreitern. Gleichzeitig fordert der Vorsitzende die Mitglieder auf, sich weiter im Verein „tatkräftig einzubringen“. So wie beim Umbau des Hartplatzes zu einem Rasenplatz im vergangenen Jahr. Vor vier Wochen wurde der Rasenplatz offiziell eingeweiht (wir berichteten).

Eingebracht hatten sich Vereinsmitglieder auch schon in den Jahrzehnten zuvor. Angefangen vom Bau der Turnhalle in den späten 1920er Jahren, dem Kabinenanbau in den späten 1980er Jahren oder der Generalsanierung der Halle 2005/06. Auch bei den Arbeiten am Hartplatz leisteten die Mitglieder Arbeitsstunden ab. „Dafür möchte ich allen früheren und den jetzigen Mitgliedern, die sich daran beteiligten, danken“, sagt Weber.

1894 wurde der Verein von turnbegeisterten jungen Männern gegründet, die bis dahin in Ixheim ihrem Hobby nachkamen. Schwere Zeiten durchlebte der Verein während der beiden Weltkriege. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Turnerei zunächst verboten.

Dazu stand der Sinn einiger junger Rimschweiler zu der Zeit auch nach Fußball. 1946 gründeten sie den Sportverein. 1950 schlossen sich Sport- und Turnverein zusammen. 1954 wurde ein Fußballplatz an der Turnhalle angelegt. Damals fand auf dem Platz ein Gauturnfest statt.

Doch schon damals zeichnete sich ab, dass die Fußballer immer mehr das Vereinsleben prägen sollten. Erfolge im Jugend- und im Aktivenbereich folgten und 1976 stieg die erste Mannschaft in die Bezirksliga auf. Damals war das die fünfthöchste Liga. Doch nach dem Abstieg aus der Liga folgten weitere Abstiege. 2012 reichte es sogar nicht mehr für eine eigene Mannschaft. Ab 2017 spielte man wieder eigenständig.

Das sportliche Aushängeschild sind die Fußball-Frauen, die in der Verbandsliga spielen. Die Turnabteilung- und die Tanzabteilung, seit einem guten Jahrzehnt, sind weitere wichtige Pfeiler im Angebot des Turn- und Sportvereins.