| 00:13 Uhr

13-jähriger Motorrad-Sozius starb bei Unfall
10 000 Euro für Hinweise auf Todesfahrer auf der Autobahn 8 ausgelobt

Der Motorradfahrer wurde beim dem Unfall schwer verletzt, zunächst bestand sogar Lebensgefahr. Sein 13-jähriger Sohn war Sozius und erlitt tödliche Verletzungen. (Symbolfoto)
Der Motorradfahrer wurde beim dem Unfall schwer verletzt, zunächst bestand sogar Lebensgefahr. Sein 13-jähriger Sohn war Sozius und erlitt tödliche Verletzungen. (Symbolfoto) FOTO: dpa / Andreas Gebert
Zweibrücken . Drei Wochen nach dem tödlichen Unfall auf der Autobahn  8 bei Zweibrücken ist der Verursacher trotz bundesweiter Fahndungsmaßnahmen der Polizei immer noch nicht ermittelt. „Für die Eltern ist es unerträglich, dass der Unfallverursacher flüchtig ist, der ihren 13-jährigen Sohn zum Sterben zurückließ, ohne zu helfen und ohne Hilfe zu rufen“, schreibt Rechtsanwalt Kai Röser aus Walldorf unserer Zeitung.

„Wir möchten keinen Versuch unterlassen, der Polizei bei ihrer Arbeit zu helfen den Schuldigen zu finden. In Rücksprache mit der Polizei ist die Familie zu dem Entschluss gekommen, dass eine Belohnung die Chancen für die Ergreifung des Täters verbessern könnte“, so Röser weiter. Ausgelobt seien „bis zu 10 000 Euro“ für Hinweise, die zur Ermittlung des Fahrers führen. (In einer früheren Mail hatte Röser 5000 Euro ausgelobt.)

Der Unfall war am Sonntag, 1. Juli, gegen 14.30 Uhr auf der A  8 nahe der Auffahrt Ernstweiler in Fahrtrichtung Saarland passiert: Ein Auto, wahrscheinlich ein heller Mercedes, stieß auf ein Harley-Motorrad, auf dem ein 37 Jahre alter Fahrer aus dem Donnersbergkreis und als Sozius sein 13-jähriger Sohn saßen. Der Junge starb, der Vater wurde (zunächst lebensgefährlich) verletzt.

Rechtsanwalt Röser mailte am Montag auf Anfrage unserer Zeitung: „In dem Zusammenhang mit der Belohnung vertrete ich die betroffene Familie als Rechtsanwalt.“



Röser wird allerdings noch in einem weiteren Aufruf erwähnt, ergaben Recherchen unserer Zeitung: Die Motorrad-Rockergruppierung „Gremium MC“ verbreitet auf seiner Homepage und über Facebook einen Aufruf: „Für Hinweise, die zur Ermittlung der Täter führen, lobt der Gremium MC eine Belohnung von 5000  Euro aus“. Als „Ansprechpartner“ nennt der Club Rechtsanwalt Kai Röser. Sowohl in Rösers Aufruf als auch in dem Gremium-MC-Aufruf wird zudem um Spenden für die Familie des toten Jungen gebeten, dafür wird das Konto eines Walldorfer Boxvereins genannt.

Für wen spricht Röser nun konkret, wenn er eine Belohnung auslobt? Nur für die Familie? Oder auch für den umstrittenen Rockerclub? Eine Rückruf-Bitte unserer Zeitung vom frühen Dienstagnachmittag an den Anwalt blieb bis zum späten Abend unbeantwortet.

In seinem Aufruf und auch seiner Antwortmail von Montag wies Röser aber explizit darauf hin, er bitte die Bevölkerung darum, Hinweise an die Polizeiinspektion Zweibrücken zu schicken.

Der Zweibrücker Polizeichef Matthias Mahl bestätigte gestern auf Merkur-Anfrage, die Polizei sei informiert worden, dass die betroffene Familie und der Anwalt eine Belohnung aussetzen. Genau abgestimmt sei diese Aktion mit der Polizei zwar nicht, das sei aber auch gar nicht notwendig, erläuterte Mahl.

Das Oberverwaltungsgericht Koblenz entschied Ende Juni, dass Mitglieder von Gremium  MC „grundsätzlich waffenrechtlich unzuverlässig“ sind und ihre Waffenscheine entzogen werden dürfen.

Sachdienliche Hinweise auf den Unfallflüchtigen an die Polizeiinspektion Zweibrücken, Tel. (0  63  32) 97  60.