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Zwei Kerwefeste
Wie Kerwen auch ohne Tradition leben

Idylle pur ist in jedem Jahr zum Riedelberger Dorffest angesagt. Feiern können dort Jung und Alt gemeinsam, wie auch das Bild beweist.
Idylle pur ist in jedem Jahr zum Riedelberger Dorffest angesagt. Feiern können dort Jung und Alt gemeinsam, wie auch das Bild beweist. FOTO: Norbert Schwarz
Ixheim. Auch ohne Straußjugend kamen in Ixheim und Riedelberg viele Besucher. Musik stand auf beiden Programmen. Von Norbert Schwarz

Was für die Kerwefeiernden aus dem Zweibrücker Stadtteil Bubenhausen vor Wochenfrist galt, hat leider auch für die Bewohner aus dem Stadtteil Ixheim seine Gültigkeit: Vom alten Kerwebrauch mit Straußbuben und Straußmädels ist nichts mehr zu spüren, und auch ein Rummelplatz für Kinder und Jugendliche mit Karussell, Box-Bahn, Schießbude, Spielwaren und Süßigkeiten fehlt ganz.

Im Miniformat hatte es das zuletzt noch auf dem Parkplatz vor dem SVI-Sportheim gegeben, doch das ist nun auch schon etliche Jahre her. Allein beim Treff der Kicker in Schwarz-Gelb ist noch ein Hauch der früheren Kerwetage zu spüren. „Wir halten die Fahne hoch“, stellt SVI-Original Klaus Gehlbach fest und freute sich am Samstag über einen tollen Publikumszuspruch beim Auftritt der Band Hubbert House Band. Die Stimmung war phantastisch und der Frust über einen vergebenen Kerwesieg der Fußballaktiven schnell vergessen.

Und so wie einst Drafi Deutsch davon sang, dass Marmor, Stein und Eisen brechen können, aber die Liebe Fortbestand habe, wird es auch in den Herzen der Fußballer sein, deren Liebe weiterhin dem runden Leder gehört und mit Sicherheit auch wieder bessere Fußballerzeiten für die „Schwarz-Gelben“ und „Grün-Weißen“ anbrechen werden. Der Kerweauftakt jedenfalls war bilderbuchmäßig, am Sonntag wurde weiter gefeiert und am traditionellen Kerwemontag kamen die Erinnerungen an alte Kerwetage gleichfalls nicht zu kurz.



Das Dorffest ist im Riedelberger Veranstaltungskalender eine feste Größe. Wie andernorts auch, wird es zwar immer schwieriger, Mitstreiter für die Festtage zu finden. Dennoch, Ortsbürgermeister Peter Lethen war unermüdlich in der Vereinsfamilie für die Festveranstaltung werbend aktiv und zur Festeröffnung mit dem obligatorische Fassbieranstich war klar: Es sind wieder alle Vereine mit an Bord und die Helferschar ist einfach riesig.

 An Gastlichkeit und Gastfreundschaft ließen es die Riedelberg auch am vergangenen Wochenende bei ihrem traditionellen Dorffest nicht mangeln und die Besucher kamen wie immer in Scharen. Der Förderkreis Dorfgemeinschaft und Kindergarten, die Tischtennissportler, der Förderverein Feuerwehrwehr und die wie immer sehr rührigen Landfrauen des Ortes, sie sind seit Jahren die Garanten für ein in jeder Hinsicht zünftiges wie uriges Dorffest, das seit vielen Jahren auf dem idyllisch gelegenen Terrain zwischen Dorfgemeinschaftshaus, Kindergarten und Freizeitgelände der Gemeinde gefeiert wird.

In diesem Jahr ist man dem Drängen der Dorfjugend nachgekommen, die sich eine junge Band zum Auftakt gewünscht hatte. Curtain Call trat erstmals in Riedelberg auf und wurde nicht allein wegen der stimmgewaltige Sängerin begeistert gefeiert. Es ging im wahrsten Sinn des Wortes richtig die Post ab. Nach einem derart furiosen Auftakt konnte der Sonntag nur noch ein weiteres „Sahnehäubchen“ für das diesjährige Dorffest sein, und das bekamen die Helfer dann auch beschert. Warteschlagen wurden vor den Verkaufsständen beobachtet und einmal mehr brachte das Kuchenbuffet nicht allein die „Süßmäuler“ schier zum Verzücken.

Für eine Riesenstimmung sorgte die Hubbert House Band in Ixheim.
Für eine Riesenstimmung sorgte die Hubbert House Band in Ixheim. FOTO: Norbert Schwarz