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Tourismus
Was machen Gästeführer im Winter?

 Der Nachtwächter gewährt in Hornbach Einblicke in die Stadtgeschichte.
Der Nachtwächter gewährt in Hornbach Einblicke in die Stadtgeschichte. FOTO: Norbert Schwarz, Bildjournalist, / nos
Südwestpfalz. Gedankenaustausch und Vorbereitungen stehen im Mittelpunkt. Von Norman Fritzinger

Auch über die langen Nächte der Winterzeit hinweg haben die Gästeführer keineswegs Pause, sondern sind sowohl mit Angeboten an die Öffentlichkeit als auch im internen Gedankenaustausch aktiv. So finden während der dunklen Jahreszeit besondere Führungen wie beispielsweise mit dem Nachtwächter durch Rodalben oder Hornbach statt, die sich im Sommer bei lauen Temperaturen und langem Tageslicht einfach nicht adäquat realisieren lassen.Gerade diese Nachtwächterführungen, die während des Winters einmal pro Monat angeboten werden und als regelrechte Klassiker gelten, nennt Vera Ulrich ungebrochen beliebt. Sie selbst führt die Teilnehmer meist durch das mit Historie überreiche Städtchen Hornbach, worüber hinaus sie dort auch drei Mal jährlich eine offene Führung und zusätzlich für geschlossene Gesellschaften und Tagungsgäste meist über Buchungen des Klosterhotels anbietet.

Ebenfalls im Winter laufen auch regelmäßige Burgführungen wie beispielsweise zur Ruine Neudahn und spezielle Winterveranstaltungen passend zur Jahreszeit. Sehr beliebt seien Glühweinwanderungen und der Themenbereich „Vom Zauber der Rauhnächte“, bei dem Bedeutung der Tage zwischen Weihnachten und Neujahr eingehend beleuchtet und erlebbar dargestellt werden. Neu und ein ganz besonderes Winterangebot ist der Weltgästeführertag, der vor etwa 20 Jahren bei einer Tagung in Brasilien eingeführt wurde und dieses Jahr unter dem Thema „Bau ein Haus“ angesichts der recht dürftigen Bauhaus-Stil-Zeugnisse im Landkreis recht frei und dennoch spannend wie lehrreich am Samstag, 23. Februar, mit Blick auf ein Zuhause für heimische Reptilien in Busenberg als Mitmach-Aktion für Familien gestaltet werden soll.

Darüber hinaus neu im Programm sind auch Aktionen rund um den Luitpoldturm, die die Gästeführer in enger Kooperation mit dem Luitpoldturm-Förderverein durchführen. Auch die Freunde der Elwetritsche kommen nicht zu kurz, für die eine Erlebniswanderung unter der Fragestellung „Was macht ein Fabelwesen eigentlich im Winter?“ gerade in der konzeptionellen Vorbereitung erarbeitet wird. „Hierbei wie auch zu anderen Themen nutzen wir den Winter gerne zum Gedankenaustausch und den Vorbereitungen für das weitere Jahr“, erklärt die Vorsitzende. Dabei werde die Zeit genutzt, um ein Resümee des vergangenen Jahres zu ziehen und den Erfolg der vergangenen Aktionen zu bewerten, um immer am Puls der Zeit handeln und sich stetig verbessern zu können.



Neben den Terminen im Winter sind wir aber auch schon am Vorbereiten von Aktionen, die während des Jahres stattfinden, berichtet Ulrich. So gibt es eine Erlebniswanderung „Luitpoldturm – einfach sagenhaft“ am 2. Juni, ein Sonnwendfest mit Musik, Wanderung und esoterischen Workshops in Eppenbrunn am 22. Juni, eine Erlebniswanderung rund um das Rodalber Wahrzeichen „Bruderfels“ am 9. August, eine große Schauspielführung über den „Alten Friedhof“ in Pirmasens am 15. September und über die Geschichte von Ludwigswinkel am 1. Juni oder am 14. September zum Leben im Dorf des 18. Jahrhunderts.

Ebenfalls neu in diesem Jahr ist die Dahner Sagenwoche, unter der Regie von Karl Kling von Samstag, 24. bis Freitag, 30. August mit täglich wechselndem Programm. Seit 2011 schon im Programm und mittlerweile zur Institution ausgewachsen seien die Krimi-Dinner, die fast immer ausgebucht sind und – von Sonderbuchungen einmal abgesehen – ausschließlich von Januar bis März stattfinden. So sei es mittlerweile auch Tradition, dass die Premiere der neuen Stücke immer in Kuchems Brauhaus in Pirmasens aufgeführt werde. Was schlicht wie ein weiteres Angebot klingen mag, ist harte Arbeit. „Allein für die Schauspielproben braucht es viel Zeit“, unterstreicht die 54-Jährige, dass es den etwa sechs bis sieben Akteuren bei ihren Proben nicht langweilig wird. So fand dann auch Ende Januar die Premiere des Krimi-Dinners „Hermos dunkles Geheimnis“ im Brauhaus statt, das als Schauplatz Pirmasens in der Zeit des 30-jährigen Krieges zum Thema hatte und einen großen Erfolg feierte.

Darüber hinaus gibt es auch spezielle Weihnachtsführungen mit wechselnden Themen wie der „Rodalber Schokoladenseite“ am 29. November, bei der der kurzweilige Stadtrundgang mit seinen Sehenswürdigkeiten durch Verkostung von Schokolade zusätzlich versüßt wird.