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Telefonzelle zu Bücherhäuschen umfunktioniert

 Das neue Bücherhäuschen am Dorfbrunnen ist zurzeit der Renner im Ort, im Bild Rudi Vollmar draußen und Stefan Lauer drinnen.
Das neue Bücherhäuschen am Dorfbrunnen ist zurzeit der Renner im Ort, im Bild Rudi Vollmar draußen und Stefan Lauer drinnen. FOTO: Volker Baumann
Alte Telefonzelle vom Bürgermeister umfunktioniert. Von Volker Baumann

Walshausen (bav) Walshausens Ortsbürgermeister Gunther Veith hatte da mal so eine Idee. Kai Müller von den Sportfreunden bot sich die Gelegenheit, eine alte Telefonzelle aus Altrip am Rhein „an Land zu ziehen“. Nicht irgendeine Telefonzelle, sondern die, mit der Rapper „Apache 207“ auf dem Rhein schipperte und sein Video „Brot nach Hause“ produzierte, das bereits 4,3 Millionen mal angeschaut wurde. Gunther Veith funktionierte die Telefonzelle in Eigenarbeit in ein Bücherhäuschen um und stellte sie vergangene Woche neben dem Dorfbrunnen auf. Das jetzt rot leuchtende Häuschen mit der Aufschrift „Bücherschrank“ ist ein neues Schmuckstück im Dorf und wurde von den Bewohnern auch gleich als solches angenommen. Eine rege Bücher-Tauschbörse habe sofort eingesetzt und das Lese-Angebot werde sehr gut genutzt. Jeder könne sich dort Tag und Nacht Bücher ausleihen und gleichzeitig selbst Bücher zur Verfügung stellen. Eine Leihdauer sei nicht vorgeschrieben. Zum „Nachfüllen“ sei noch genügend Material vorhanden, verkündet der Orts-Chef lächelnd.

Was liegt sonst in Walshausen an? Priorität eins im Ort hätten zur Zeit die neuen Baugebiete, unter anderem das noch auszuweisende Neubaugebiet am Kornberg, so dass Walshausen künftig über zwei räumlich getrennte Neubaugebiete verfügen könnte. Parallel stünden noch Entwicklungen aus dem Dorferneuerungskonzept im Raum. Gunther Veits Prämisse liegt dabei immer auf der Finanzierbarkeit der einzelnen Projekte, denn eine Verschuldung um der Machbarkeit Willen solle ausgeschlossen werden. „Wir leisten uns nur die Dinge, die wir auch bezahlen können“, schaut er entschlossen in die Zukunft. „Wir machen viel selbst im Ort und können deshalb auch einfacher auf Fördermittel verzichten“, ist er stolz auf die Gemeinschaft und die vielen Helfer. Eine Beantragung und Umsetzung der Mittel sei oft viel zu kompliziert und langwierig. Mit dem Verzicht böten sich auch viel freizügigere Gestaltungsmöglichkeiten.

Der Haushalt des Ortes sei jedes Jahr ausgeglichen, auch in Prognose für die kommenden Jahre.



Was dem Ortsbürgermeister im Ort noch vorschwebt, ist eine Tagesbetreuung für ältere Menschen im Ort, um die Bürger, die zum Teil mit dem Ort verwurzelt sind, so lange wie möglich dort „behalten“ zu können.

Der schon relativ junge Gemeinderat sei nochmal „massiv“ verjüngt und man setze in Zukunft auf die jungen Leute, nicht um „Luftschlösser“ zu bauen, sondern sich am bisher Erreichten zu orientieren und es fortzuführen.

 Bürgermeister Gunther Veith (Bild oben) hatte die Idee für das Bücherhäuschen am Walshauser Dorfbrunnen (Bild rechts mit Rudi Vollmar außen und Stefan Lauer innen), das zurzeit der Renner im Ort ist.
Bürgermeister Gunther Veith (Bild oben) hatte die Idee für das Bücherhäuschen am Walshauser Dorfbrunnen (Bild rechts mit Rudi Vollmar außen und Stefan Lauer innen), das zurzeit der Renner im Ort ist. FOTO: Volker Baumann