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Ich lebe gerne in Großbundenbach
Walnuss-Genuss und andere Genüsse

 Walnussschnecken-Produktion der Feuerwehrfrauen in der Küche von Familie Bettinger.
Walnussschnecken-Produktion der Feuerwehrfrauen in der Küche von Familie Bettinger. FOTO: Volker Baumann
Am kommenden Sonntag wird die zwölfte Auflage des Walnussfestes in Großbundenbach begangen. Von Volker Baumann

Über 140 Walnussbäume gibt es in der Gemarkung Großbundenbach. Was also lag näher, als die Walnuss als ein Alleinstellungsmerkmal herauszustellen und daraus ein Fest werden zu lassen?

Das Dorf wirbt mit zwei wichtigen Eigenschaften der Walnuss: „In der Medizin wurde der gesundheitliche Aspekt der Frucht eindeutig nachgewiesen. Es gibt nur wenige Nahrungsmittel, die so vollwertig und gesund sind wie sie. Aus Walnüssen lässt sich wertvolles Öl gewinnen.“ Im Rahmen der Dorfmoderation – unter Leitung des Architekten Wolf – reifte die Idee, eine Veranstaltung auszurichten, bei der sich alles um die Walnuss dreht und bei der alle Bürger und Vereine aktiv eingebunden werden.

Das erste Walnussfest fand im September 2008 statt, nachdem viele Hürden zu nehmen waren, handelte es sich doch bei dem Themenfest um ein Novum in der Dorfgeschichte.



Die Erfolgsgeschichte schreibt sich bis heute fort und das Walnussfest ist ein fester Höhepunkt im Jahreskalender von Großbundenbach. Mit diesem Fest findet jetzt immer am zweiten Sonntag im September zum Tag des offenen Denkmals ein „Tag des offenen Dorfes“ statt. Nun geht die nussige Erfolgsgeschichte am Sonntag schon in die zwölfte Runde mit 37 Anbietern und wahrscheinlich tausenden von Besuchern.

Alle Angebote des Festes aufzuzählen, würde die Kapazität dieses Berichtes sprengen. Ein „Rundgangflyer“ im handlichen Format sorgt aber mit detaillierter Beschreibung und Position der einzelnen Stände für die perfekte Information. Was da so alles im Vorfeld des Festes fast in jedem Haus und Hof in Großbundenbach vorbereitet wird, ist schon sehenswert und lässt vor allem Geschmacks- und Geruchssinn in den siebten Himmel steigen. Bei Familie Bettinger zum Beispiel wurde, wie jedes Jahr, die untere Etage komplett zur „Bettinger-Walnussschnecken-Bäckerei“ umfunktioniert. In der Wohnung breitete sich dabei ein Duft aus, der nur noch mit einem Biss in eine der schon fertiggestellten Walnussschnecken getoppt werden konnte. „Herrlich walnussig und unvergleichlich bisszart“, so der erste Eindruck, der direkt Lust auf ein zweites Exemplar macht.

So produzieren die Frauen der Feuerwehrmänner im Ort jährlich in Familie Bettingers Küche zwischen 300 und 400 der walnussigen Schnecken, um sie dann am Stand der Freiwilligen Feuerwehr zu verkaufen. Achtung – die Schnecken gehen auch weg wie die warmen Semmeln und sind am Nachmittag oft schon auf Verdauungstour. Edgar Bettinger, Vorsitzender des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Großbundenbach, gefällt die jährliche Aktion, kommt sie doch letztendlich der Feuerwehr im Ort in Form von Neuanschaffungen und Ausstattungen zu Gute. 40 Helfer des Vereins bauen am Feuerwehrhaus ein Zelt auf und verkaufen dort, neben den genannten süßen Köstlichkeiten, auch Wurstsalat mit Pommes, Saumagen-Burger und („wahrscheinlich“) frittierte Kartoffelspiralen. Noch ein paar Beispiele aus dem Großbundenbacher Angebot zum Appetit holen: Schwarze Nüsse, Nuss-Sirup, Walnuss-Gebäck, Fruchtaufstriche mit Walnuss, Kuchen, Walnussnudeln, Apfelbalsamessig, Walnussöl, gebrannte Walnüsse, Feinschmecker-Müsli, Mühlentaler, Apfelchutney, selbstbelegte Flammkuchen, Wildschweinleberwurstbrote, selbstgebackene Kuchen und Torten, Dampfnudeln mit Vanillesoße, Walnussbrot, und und und ...

Natürlich kommen auch die Freunde der Spirituosen, ebenso wie die des Kunsthandwerks, nicht zu kurz. Flyer nehmen und ab durch den Ort.

Wer so viel für Auge und Magen tut, sollte sich auch das Programm am Sonntag nicht entgehen lassen: 9.15 Uhr: Gottesdienst zum Walnussfest in der Martinskirche. 10.30 Uhr: Eröffnung des Walnussfestes mit Ansprachen, Überreichen der Walnussbäumchen für die neugeborenen Kinder und Liedbeiträge der Kita-Kinder. 15 Uhr: Kirchenkonzert mit dem „Kammerorchester Zweibrücken“ (Eintritt frei, Spenden werden erbeten). 16 Uhr: Kirchenführung mit Pfarrer Milan Unbehend. Für die Kinder (in der Kita): Kinderschminken, Kinderbasteln und Waldschule (Ausstellung der einheimischen Tierwelt). Außerdem werden die Besucher im Pfarrgarten mit Live-Musik unterhalten.

Wer sich schon am Samstagabend etwas auf das Fest einstimmen möchte, ist ab 18 Uhr beim Abendschoppen, am Stand der Freiweilligen Feuerwehr, gut aufgehoben.

Und noch etwas, was sich lohnt: An vielen Ständen werden Sammelbüchsen aufgestellt, die gerne mit einer Spende gefüllt werden können, die zur Finanzierung des neuen Spielplatzes beitragen soll. Achtung! Parkplätze im Ort gibt es nicht. Sie sind vor dem Ort aus Richtung Käshofen und Oberauerbach reichlich vorhanden und ausgewiesen. Aus Richtung Mörsbach stehen keine zur Verfügung, diese Ortseinfahrt wird gesperrt.⇥bav

 Marianne Stadtfeld streicht die fertigen Schnecken noch mit einer köstlichen Glasur ein.
Marianne Stadtfeld streicht die fertigen Schnecken noch mit einer köstlichen Glasur ein. FOTO: Volker Baumann
 Kein Fest ohne sie:  Die Walnussbäume auf der Bundenbacher Höhe.
Kein Fest ohne sie:  Die Walnussbäume auf der Bundenbacher Höhe. FOTO: Volker Baumann