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Günter Förch
„Das Ehrenamt ist das schönste, das es gibt“

 Günter Förch in seiner Wohnung in Contwig. Kürzlich wurde der Jubilar vom Sportbund Pfalz ausgezeichnet für seine langjährige Tätigkeit im Verein.
Günter Förch in seiner Wohnung in Contwig. Kürzlich wurde der Jubilar vom Sportbund Pfalz ausgezeichnet für seine langjährige Tätigkeit im Verein. FOTO: Susanne Lilischkis
Contwig. Günter Förch ist immer da, wenn die VT Contwig ihn braucht. Jetzt wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Von Susanne Lilischkis

Seine Turner bedeuten ihm alles. Günter Förch hat kürzlich seinen 80. Geburtstag gemeinsam mit den Sportlern der VT Contwig gefeiert. Ganze 60 Jahre ist der rüstige Senior schon Mitglied des Vereins, und viele Jahre davon hat er in leitender Funktion verbracht. Angefangen hat er als Kinderturnwart, dann nahm er das Amt des Abteilungsleiters und des Turnrats an und stieg schließlich in die Vereinsspitze auf.

„Seit 1978 haben wir bei der VT Contwig einen Dreier-Vorstand, einer davon bin ich“, sagt Förch. In seinem gemütlichen Wohnzimmer mit den vielen Zimmerpflanzen hat er die Präsente aufgebaut, die ihm seine Sportkollegen vom Verein zum Geburtstag geschenkt haben. Besonders stolz ist er auf die goldene Ehrennadel des Sportbundes Pfalz, die ihm Walter Benz, Vizepräsident des Pfälzischen Sportbunds, zum Geburtstag überreicht hat.

Auf seinen Verein, in dem er jetzt schon 20 Jahre im Vorstand sitzt, lässt er nichts kommen: „Wir haben die wunderschöne Turnhalle, wir sind ein solider Verein und wenn der Verein mich braucht, dann bin ich da.“ Allerdings würde er sofort von seinem Amt zurücktreten, wenn sich eine Frau finden würde, die im männerdominierten Vorstand mitarbeiten möchte. Für Günter Förch steht nicht das eigene Ego im Mittelpunkt – er möchte für andere da sein. „Das Ehrenamt ist das Schönste, das es gibt“, meint er dazu, „für andere da zu sein ist mein Ziel. So habe ich es immer schon gemacht im Leben.“



Sein ehrenamtliches Engagement beschränkt sich nicht nur auf den Verein. Vor zwei Jahren nahm er eine Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan in seinem Haus auf. „Damals sprach von denen keiner Deutsch, heute könnte die Tochter der Familie Dolmetscherin werden“, erzählt er stolz. Er habe sich auch immer bemüht, mit dem Mädchen Hochdeutsch zu reden. Doch ihr Bruder, der in den Kindergarten im Ort gehe, spreche bereits den Contwiger Dialekt.

Auch für die eigene Familie und seine drei Kinder war Günter Förch immer da. Er, der nach dem Krieg gleich in der Schuhindustrie anfing zu arbeiten, sorgte dafür, dass seine Kinder einen guten Schulabschluss machen konnten. Seine Enkel setzen diesen Weg fort und sind gerade dabei Abitur zu machen oder zu studieren.

Günter Förch hat die Liebe zum Sport an seine Nachkommen weitergegeben. Der 80-Jährige wandert gerne und ist selbst noch aktiver Turner. Als Mitglied der Freitagsturner der VT Contwig versucht er seine oft viel jüngeren Sportkameraden dazu zu bewegen, das Sportabzeichen zu machen: „Ein Drittel der Freitagsturner konnte ich schon davon überzeugen.“ Das Sportabzeichen jedes Jahr abzulegen ist für Günter Förch Pflicht. „Ich habe es dieses Jahr zu 39. Mal gemacht, nächstes Jahr feiere ich das 40. Jubiläum“, berichtet er, „mein Ziel ist es, sich noch selbst die Schuhe zubinden zu können“. Seit 50 Jahren ist er zudem Prüfer für das Sportabzeichen, das er für einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit hält.

Was ihn neben der turnerischen Aktivität fit hält, ist das Dasein für andere Menschen. „Wenn man gebraucht wird, dann wird man nicht so leicht krank“, ist er überzeugt. Da er für den Verein immer erreichbar sein will, hat er ein Mobiltelefon angeschafft. Mailprogramme und Whats-App-Nachrichten sind kein Problem für den Rentner. Die modernen Kommunikationsmittel hat er schnell erlernt – er braucht sie ja. „Ich bin nicht mehr jung, aber das hält einen jung“, sagt er mit einem Lächeln.