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Viel Applaus für die Kerwerede

 Der bunte Kerwestrauß wurde wie in jedem Jahr beim „Leo“ am Haus befestigt. Foto: Schwarz
Der bunte Kerwestrauß wurde wie in jedem Jahr beim „Leo“ am Haus befestigt. Foto: Schwarz FOTO: Schwarz
Dietrichingen. Fast 100 Zuhörer waren begeistert über das, was die 13 Straußmädels und Straußbuben in diesem Jahr zur Kerwe in der traditionellen Kerwerede beim „Leo“ boten. Fünf Tage lang wurde gefeiert. Norbert Schwarz

Es ist schon fast so wie früher gewesen, das Kerwefeiern im Dorf der "Sandhasen", wie die Bewohner des Ortes im Volksmund bezeichnet werden. Zwischen Dorfgemeinschaftshaus und Leo´s Pizzeria versammelten sich viele Einwohner zusammen mit den Kerwegästen und spendeten zum Schluss allen viel Applaus für eine überzeugende Kerwerede, die Moritz Steuer gekonnt und in großartiger Manier schmetterte.

"Er liewe Leit un Kerwegäst, mir feiern heit unser schenstes Fest. Heit erzähl ich eich die schenschte Sache, die im Dorf die Runde mache." Die Veränderungen in den eigenen Reihen standen dabei bei Moritz Steuer, der in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge auf der Leiter neben dem Baum stand und diesen, wie das allgemeiner Kerwebrauch ist, zum Schluss "segnete". Die Dorfneuigkeiten präsentierte dieser wortreich und mit viel Charme, es mangelte halt auf keinen Fall an Ereignissen. Etwa dem Schrumpfen der Vereinsfamilie, die mit dem Aus beim Freizeitverein wiederum kleiner geworden sei oder auch der Freizeitchor keine Lieder "mehr dud plärre", wie es Steuer in der Kerwerede formulierte. Ein Missgeschick, wie es Erhard V. passierte, sorgte für viel Gelächter, und dass es inzwischen auch eine SOKO für Christa gibt, ist in Dietrichingen seit diesem Sonntag ein offenes Geheimnis, weil es in der Kerwerede treffliche Erwähnung fand.

Mit einem mexikanischen Abend waren die vier Kerwetage eröffnet worden. Nach altem Brauch wurde die imaginäre "Kerb" gesucht, ausgegraben und zünftig bei einer Party besungen. Am Samstag unterhielt das Duo "Holunder" stimmungsvoll und traditionell der Mittagstisch am Sonntag: Meerrettich, Rindfleisch und herzhafte Suppe gab es, und viele Zuhörer folgten der Einladung der Straußmädels und Straußbuben zum Kaffeeplausch nach der Kerwerede ins Dorfgemeinschaftshaus. Gestern war ein zünftiger Frühschoppen angesagt und heute steht um 17 Uhr das Kerwebegräbnis an, ehe im kommenden Jahr wieder zünftig gefeiert wird. Einen Tipp hatte der Moritz zudem für alle parat: Über das Jahr sollten sie es ruhig ordentlich krachen lassen, denn sonst wäre für die Kerwerede ja kein Stoff da.