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Spektakuläre Entdeckung
Verborgener Schatz in Reifenberg

Das freigelegte Wandbild in der Wendelinus-Kirche von Reifenberg.
Das freigelegte Wandbild in der Wendelinus-Kirche von Reifenberg. FOTO: Norbert Schwarz
Reifenberg. () Spektakulärer Fund in Reifenberg: In der Sankt-Wendelinus-Kirche wurde ein verborgenes Wandbild am Marienaltar freigelegt. Das überdimensionale Gemälde lässt erahnen, welcher kunstvolle Wandschmuck seit Jahrzehnten unter dicken Schichten von weißer Dispersionsfarbe verborgen war. Von Norbert Schwarz

Eva Lincul, Spezialistin in Sachen Restaurierung und Konservierung von Wandmalereien, hat die Restaurierung durchgeführt.

Toni Hüther, langjähriger Kirchenrechner, schätzt, dass die großflächigen Wandbilder über den beiden Seitenaltären schon vor gut 70 Jahren übermalt wurden. „Es war die nachkonziliare Zeit, wo die Devise verkündet wurde, dass auch in den katholischen Kirchen das Schlichte Einzug hält. So kam der wunderschöne Hochaltar raus, die Wandbilder wurde überstrichen, die Seitenaltäre verschwanden ganz.“

Die Pfarreimitglieder sind daher bestrebt, die „Sünden der Vergangenheit“ zu egalisieren, dem Gotteshaus wieder zumindest einen Teil seines früheren „Glanzes“ zurück zu verleihen. Die Grundsanierung der Kirche „Sankt-Barbara“ in Knopp war auch ein Anstoß, zusammen mit Pfarrer Bernhard Selinger, Restauratorin Eva Lincul die Bildproblematik in der Reifenberger Kirche vorzutragen. Die ersten Freilegungsproben verliefen positiv, in diesem Frühjahr konnte Lincul sich erneut mit Skalpellen, Lösungsmitteln und den verschiedensten Pasten ans Werk begeben und in luftiger Höhe ihrer filigranen Arbeit nachgehen.



Inzwischen ist das großflächige Wandbild über dem Marienaltar auf der linken Seite des Kirchenschiffes gut sichtbar. Es zeigt im oberen Teil die Muttergottes Maria. Sie wendet sich dem Heiligen Aloysius zu. Unter diesem steht die Heilige Theresa von Avila. Hüther, der auch als Chronist seiner Heimatgemeinde tätig ist, zweifelt noch daran, das es sich bei den beiden Päpsten Leo und Pius handelt. Derzeit werden Bildvergleiche angestellt, um die Identität ermitteln zu können.

Bei den Wandbildern handelt es sich um Ölmalerei. Der akademische Maler und Kirchendekorateur Otto Fußhöller ist 1890 mit der Ausmalerei des Gotteshauses betraut worden. Aus noch vorhandenen Unterlagen ist bekannt, dass das noch nicht freigelegte Wandbild auf der rechten Seite des Kirchenschiffes den Schutzpatron des Gotteshauses, den Heiligen Wendelinus zeigt.