| 22:40 Uhr

Nach Aus der Groko in der Verbandsgemeinde
CDU weist Gundacker-Vorwürfe scharf zurück

 Björn  Bernhard wehrt sich gegen den Vorwurf Gundackers, er habe die Groko „entzweit“.    Foto: privat
Björn  Bernhard wehrt sich gegen den Vorwurf Gundackers, er habe die Groko „entzweit“. Foto: privat FOTO: privat
Zweibrücken. Nach dem Aus der Groko: CDU tadelt Verbandsgemeinde-Bürgermeister und warnt ihn: „Die Büchse der Pandora wurde geöffnet“. Von Mathias Schneck

Die CDU-Fraktion im Verbandsgemeinderat Zweibrücken-Land weist die Angriffe von Verbandsgemeinde-Bürgermeister Jürgen Gundacker (SPD) mit scharfen Worten zurück. In einem Pressegespräch machten Klaus Freiler, erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde, Björn Bernhard, designierter Kandidat für die Verbandsgemeinde-Bürgermeisterwahlen am 20. Oktober und ferner dritter Beigeordneter der Verbandsgemeinde sowie Klaus Martin Weber ihren Unmut deutlich. Hintergrund ist das überraschende Aus der Großen Koalition im Verbandsgemeinde-Rat (wir berichteten am 14. Juni ausführlich) sowie die Vorwürfe Gundackers im Merkur tags darauf – Gundacker hatte Bernhard vorgeworfen, er habe die Große Koalition entzweit.

Das will die CDU nicht auf sich sitzen lassen. Bernhard machte abermals deutlich, dass das Aus der Groko für die CDU „völlig überraschend“ gekommen sei – nachdem Gundacker noch zuvor ganz andere Signale gesendet habe.

Besonderen Unmut hat Gundacker mit seinen Vorwürfen gegenüber Bernhard ausgelöst. Dass der CDU-Politiker und dritte Beigeordnete die Groko „entzweit“ habe, werten dessen Parteifreunde Freiler und Weber als enormen Affront. Erst das „stillose Hin und Her“ Gundackers zwischen Groko und Ampel, das „Vergackeiern“ des jahrzehntelangen Koalitionspartners, so Freiler, dann die Attacke auf Bernhard – Freiler warnt Gundacker, er habe damit „die Büchse der Pandora geöffnet“.



Alle drei CDU-Politiker betonen: „Wir können gut in der Opposition leben.“ Das sei nicht das Problem. Inakzeptabel sei nur das Verhalten des Verbandsgemeinde-Bürgermeisters.

Aber warum soll Bernhard, der am 20. Oktober Gundacker das Bürgermeister-Amt abjagen will, die Groko „entzweit“ haben?

„Jürgen Gundacker wirft mir ein Draufhauen vor. Ich habe beim Neujahrsempfang in Bechhofen Kritik an Entwicklungen in der Verbandsgemeinde geäußert“, blickt Bernhard zurück. So habe er sich mit Blick auf die Diskussion über den Standort der Feuerwehr-Drehleiter oder die Mobbing-Vorwürfe, die in der Verwaltung gegenüber Gundacker laut geworden seien, dahingehend geäußert, „dass unsere Verbandsgemeinde so etwas nicht verdient hat“. Bernhard weiter: „Wenn Herr Gundacker solche kritischen Worte nicht vertragen kann, muss er sich fragen lassen, ob er für dieses Amt überhaupt geeignet ist.“

Klaus Martin Weber macht klar: Auch wenn die CDU der Groko-Partner war, bedeute das nicht, „dass wir zu einem Abnickverein werden.“ Weber sieht in der Attacke auf Bernhard „eine Nervosität Gundackers hinsichtlich des Wahltermins 20. Oktober“.

Die CDU werde, nur weil die Ehe namens Groko nach 30 Jahren geschieden wurde, nicht mit Kritik hinterm Berg halten – etwa bezüglich „der nach wie vor schlechten Stimmung in der Verwaltung, dem hohen Krankenstand“, so Freiler, der als erster Beigeordneter Stellvertreter Gundackers ist. Die CDU lasse sich nicht den Mund verbieten.