| 23:00 Uhr

Auch Flyer und Duftbäumchen müssen weg
Bernhard (CDU) muss Plakate abhängen – und klagt dagegen

 Björn  Bernhard (Foto; CDU) fordert am 20. Oktober Amtsinhaber Jürgen Gundacker (SPD) heraus.  Foto: pma
Björn  Bernhard (Foto; CDU) fordert am 20. Oktober Amtsinhaber Jürgen Gundacker (SPD) heraus. Foto: pma FOTO: privat
Zweibrücken. Nicht nur sieben Plakate sollen weg. Auch Flyer und Duftbäumchen soll Bernhard nicht  mehr nutzen dürfen. Von Mathias Schneck

Im Kampf um die Spitze an der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land kündigt sich ein juristischer Streit an. Björn Bernhard (CDU), der den amtierenden Bürgermeister Jürgen Gundacker (SPD) am Sonntag, 20. Oktober, in einer Wahl herausfordert, hat Ärger mit dem Wahlleiter der Verbandsgemeinde – und kündigt rechtliche Schritte dagegen an.

Am Freitag bestätigte Bernhard dem Merkur, dass er vom Wahlleiter Thomas Hohn aufgefordert worden sei, sieben Großraumplakate abzuhängen. Auf diesen ist Bernhard mit Feuerwehrhelfern zu sehen. Bernhard ist selbst bei den Brandschützern aktiv. „Der Wahlleiter hat mir gesagt, dass ich die Plakate abhängen soll“, sagte Bernhard. Er wisse, dass die Verbandsgemeinde im Vorfeld der Entscheidung mit dem Innenministerium in Mainz gesprochen habe. Dieses habe erklärt, das Motiv sei ein Verstoß gegen die Regularien. Bernhard sagt, er habe jetzt eine Mail von der Verbandsgemeinde-Verwaltung bekommen. Doch reiche ihm die nicht aus. Erst wenn die Aufforderung hierzu per Brief erfolge, werde er dem nachkommen, das sei sein Recht. Bernhard geht davon aus, dass der Brief in den nächsten Tagen bei ihm eintreffen wird, dann werde er mit dem Abbau beginnen. Nicht nur die Plakate müssten dann weg. „Nach der Entscheidung des Wahlleiters darf ich keine Werbemittel mehr nutzen, in denen es den Bezug zur Feuerwehr gibt. Ich muss daher auch 1500 Flyer und 1500 Duftbäumchen entsorgen.“ In den Flyern, die der CDU-Politiker verteilen wollte, ist gleichfalls der Bezug zur Feuerwehr enthalten, ebenso in einer Beilage zu den Duftbäumchen, die er den Bürgern für ihre Autos geben wollte.

Bernhard ärgert sich: „Ich werbe mit den Plakaten und Flyern für das Ehrenamt bei der Feuerwehr. Es war niemals mein Gedanke, dass die Feuerwehr für mich werben soll.“ Die Feuerwehr sei für ihn keine Sache, mit der er sich brüsten wolle. „Ich bin seit meinem 10. Lebensjahr immer in der Feuerwehr gewesen, einmal von einer rund vierjährigen Pause unterbrochen. Mein Vater und mein Großvater waren lange Zeit Wehrführer. Auch meine Mutter hat sich dort engagiert. Da stehe ich mit dem Herz dahinter!“



Bernhard ist sich sicher: „Diese Sache wurde gesteuert.“ Mehr möchte er dazu nicht sagen. Nur soviel: „Über ein solches Plakat kann sich wohl nur jemand aufregen, der sich selbst nicht ehrenamtlich engagiert.“ Bernhard will Klage erheben. „Ich rechne mir gute Chancen aus“, sagt er.

Er hoffe auf einen Eilentscheid, damit die Flyer und Duftbäumchen nicht eingestampft werden müssen.