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Nun Corona-Fälle in allen Verbandsgemeinden der Südwestpfalz
Infizierte im gesamten Landkreis

 In Wallhalben wurden am Mittwoch die 500 bestellten Feldbetten (Symbolbild) angeliefert.
In Wallhalben wurden am Mittwoch die 500 bestellten Feldbetten (Symbolbild) angeliefert. FOTO: dpa / Eduardo Parra
Südwestpfalz. 39 positiv getestete Corona-Fälle – „Heilsbach“ bei Schönau wird Notfall-Lazarett auch für Pflegebedürftige aus Zweibrücken. Von Bastian Meyer

Nachdem seit Dienstag feststeht, dass in Wallhalben ein Notfall-Lazarett entsteht, gab am Mittwoch Landrätin Susanne Ganster (CDU) gemeinsam mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Peter Spitzer (SPD) den weiteren Standort, dieses Mal für die Unterbringung von pflegebedürftigen Menschen bekannt. Er wird in der Bildungsstätte „Heilsbach“ bei Schönau am Montag öffnen. Verbunden mit dem Anstieg auf 39 Infizierte ist, dass nun in allen sieben Verbandsgemeinden im Landkreis mindestens eine Person positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Zunächst würden 50 Plätze für Menschen der Pflegestufe eins bis drei in der „Heilsbach“ entstehen, informierte Spitzer, der für die Organisation des Standortes zuständig ist. Je nach Bedarf könne aber auf 140 Plätze erhöht werden. Gemeinsam mit dem ASB-Kreisverband sowie ehrenamtlichen Helfern wird der Standort „Heilsbach“ bereits am Montag eröffnet. Deshalb bittet Spitzer, dass sich die 28 ambulanten Pflegedienste im Landkreis sowie in den Städten Pirmasens und Zweibrücken melden und über in Frage kommende Patienten informieren. Nicht betreut werden können in der „Heilsbach“ pflegebedürftige Personen ab der Stufe vier.

Bewusst ist Ganster, dass der ausgewählte Standort kein zentraler Standort sei, zumal dort nicht unterschieden werde, ob Patienten aus dem Landkreis oder den beiden Städten kommen. „Der Standort ist aber barrierefrei und es gibt eine Küche“, nannte die Landrätin zwei Vorteile für die „Heilsbach“.



Unterdessen geht es auch am Notfall-Lazarett in Wallhalben weiter. Dort wurden am Mittwoch die 500 bestellten Feldbetten angeliefert. „Wir haben eine Checkliste bekommen, wie Arztzimmer für die ambulante Betreuung aussehen müssen und das gehen wir nun an“, sagte Ganster. Beatmungsplätze werde es in Wallhalben nicht geben. Sie hoffe, dass diese Plätze nur in Krankenhäusern benötigt werden.

Für den Standort zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen sagte Spitzer, dass die finale Überprüfung anstehe. Abstand nimmt die Kreisverwaltung vorerst vom zweiten Notfall-Lazarett. Grund sei, so die Landrätin, dass das Ex-Evangelische Krankenhaus in Zweibrücken sozusagen reaktiviert wird. „Wir schauen uns aber natürlich die Entwicklung an“, machte sie deutlich.

Acht weitere Corona-Fälle sind seit Mittwoch bekannt. Erstmals ist auch eine Person aus der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land betroffen. Vier Neuerkrankungen gibt es in der Stadt Pirmasens, eine jeweils in den Verbandsgemeinden Dahner Felsenland, Waldfischbach-Burgalben und Thaleischweiler-Wallhalben. Insgesamt 39 Personen sind im Bereich des Gesundheitsamtes der Kreisverwaltung, dem die Städte Pirmasens und Zweibrücken sowie der Landkreis angehören, nun positiv getestet. Laut Ganster stehen die acht Neuerkrankungen entweder im direkten Kontakt zu Infizierten oder sind Familienangehörige.

Weiter verschoben hat sich das Verhältnis zwischen Personen, die auf der Hotline anrufen und den Personen, die einen Termin im Testzentrum in Höhfröschen erhalten. Am Mittwoch gab es 86 Anrufe, von denen bei 42 Personen ein Abstrich entnommen wird. „Das Kräfteverhältnis verschiebt sich“, meinte Ganster. Nicht glücklich war die Landrätin darüber, dass das Land Rheinland-Pfalz eine eigene Corona-Hotline, wo sich Leute mit Symptomen melden können, schaltete und Anrufer mit der Integrierten Leitstelle verbunden wurden. Über die landesweite Hotline erhielten 15 Personen eine Nummer, mit der sie dann am Dienstagabend nach Höhfröschen zum Test kamen, ihnen aber der Zutritt verweigert wurde. „Wir haben die Leute informiert, dass sie über die Hotline bei der Kreisverwaltung anrufen müssen“, erklärte Ganster. Eine Lösung des Problems gab es dann gestern Abend: Künftig werden Anrufer der Corona-Hotline durch das Personal der Leitstelle über die Symptome befragt. Sollten diese mit den auf einer Checklist, die die Kreisverwaltung der Leitstelle zur Verfügung stellt, übereinstimmen, werden die Daten der zu testenden Person an die Kreisverwaltung übermittelt, so dass sie auf die Liste aufgenommen werden.