| 20:43 Uhr

Proben-Besuch bei Laientheater in Rosenkopf
„Hausbesuche sind auch Sprechstunden“

 Bei der Probe für die neue Komödie „Hausbesuche sind auch Sprechstunden“ in Rosenkopf.
Bei der Probe für die neue Komödie „Hausbesuche sind auch Sprechstunden“ in Rosenkopf. FOTO: Norbert Schwarz
Rosenkopf. Das Rosenkopfer Laienspielensemble fiebert der Premiere seines neuen Stücks diesen Samstag entgegen. Im Mittelpunkt steht eine dubiose Landarztpraxis. Von Norbert Schwarz

Jahr für Jahr erfreut das glänzend eingespielte Laienspielensemble von Rosenkopf die Anhänger der Spielkunst auf der Theaterbühne. Ein überaus „feines Näschen“ besitzt dabei Anita Plagemann mit der Auswahl des jeweiligen Stückes. In diesem Jahr wird es dabei besonders hoch hergehen, wenn sich am kommenden Samstag, 18. Januar im kleinen Saal des Dorfgemeinschaftshauses zur diesjährigen Premiere der Vorhang hebt. „Hausbesuche sind auch Sprechstunden“, so der Titel des Schwanks in drei Akten von Heinz-Jürgen Köhler. Seit Wochen sind die Akteure um Anita Plagemann beim Rollenstudium. Schon die Probeabende sind eine Riesengaudi gewesen.

„Es kann wieder vom ersten Vorhang an bis zum Schluss gelacht werden“, sagt Christian Plagemann augenzwinkernd und verrät eine Neuerung, mit welcher die Besucher diesmal überrascht werden. Zur Premiere nämlich gibt es noch eine kleine Verlosung. Alle Besucher der Auftaktveranstaltung am 18. Januar haben die Möglichkeit. einen von zehn Sachpreisen zu gewinnen. „Ein zusätzlicher Reiz für die Premiere, ein weiterer Nervenkitzel“, stellt Jürgen Plagemann fest, welcher ebenso wie Bruder Joachim für das Rosenkopfer Mimenspiel eine Leitfigur ist, ohne dabei das mimische Können der übrigen Mitwirkenden in irgendeiner Art und Weise abwerten zu wollen.

Seit den frühen 80er Jahren, genau 1983, sind die Rosenkopfer nach den Weihnachtsfeiertagen in ihrem Element auf der Bühne und haben schon viele Menschen mit ihrem überzeugenden, ungekünstelten und sehr originellen Spiel begeistert. „Der Genuss beginnt auch bei uns Mitwirkenden oftmals schon beim Einstudieren dessen, was Anita für uns aus dem großen Sammelsurium ausgesucht hat“, erzählt Joachim Plagemann, der beim Spiel es immer wieder versteht, mit kleinen Randbemerkungen, die so nicht im Stück vorzufinden sind, die Zuschauer zu erfreuen und etwa ganz bestimmte Fotografen hinters Licht zu führen. Man könnte Wetten darauf abschließen, dass auch dies heuer der Fall sein wird, denn Joachim Plagemann ist listig und überaus einfallsreich.



Zumal in diesem Jahr die Handlung selbst jede Menge Möglichkeiten bietet. Im Mittelpunkt den Bühengeschehens steht die kleine Landarztpraxis von Dr. Albert Schnell. Doch die Patienten bleiben aus. Im Dorf machte nämlich das Gerücht die Runde, der Dr. Schnell sei überhaupt kein richtiger Arzt – es wird vielmehr gemunkelt, im Ausland sei dieser ein Veterinär, ein Tierarzt gewesen. Doch dieser Dorftratsch prallt förmlich an dem in Ungnade Gefallenen regelrecht ab. Sollen sie sich doch die Münder im wahrsten Wortsinn verreißen, eine Erbschaft welche ansteht wird das alles glatt bügeln. Zudem halten Evi, Betti und Rita „ihrem Doktor“ die absolute Treue. Gleiches gilt für Paul Tölpel, dessen Name schon richtungsweisend ist. Und das Patientenquartett wird durch den Gemeindepfarrer Gustav Schwarz und die in den Geruch einer Nymphomanin gekommene Textilhändlerin für Untertrikotagen vervollständigt.

Baronin Rita von Rabenstein schwört zudem auf die medizinischen Künste des verehrten „Herrn Doktor“. Sie alle scheren sich einen feuchten Dreck um das, was im Dorf rauf und runter die Runde macht. Bis zum Antritt der sich abzeichnenden Erbschaft also genügend „Überlebensluft“. Würde da nicht wie aus heiterem Himmel der Juwelendieb Anton Knack ausgerechnet die Landarztpraxis als passendes Versteck für seinen Coup auskundschaften und damit gleich eine Lawine von Irrungen und Wirrungen auslösen.

Es geht drunter und drüber. Ein wildes Durcheinander folgt dem nächsten – genügend Freiraum für die bekannten Akteure, um ihr mimisches Können auf der Rosenkopfer Laienspielbühne geradezu im Überfluss zu präsentieren. „Das Stück hat es in sich, da hat jeder mit seiner noch so kleinen Rolle genügend Möglichkeit sich in die herzen unseres treuen Publikums zu spielen“, sagt Jürgen Plagemann, der schon bei den Probeabenden mächtig ins Schwitzen gekommen und für bekannte Ausraster gut ist. Nein, sie wollen nicht zu viel verraten doch ein „Jürgen Cremers“ in der Rolle des Dorfpfarrers, das sei schon eine Augenweide, bekennt Joachim Plagemann der, wie könnte es anders sein, mit allergrößten Eifer in die Rolle des Paul Tölpel zu schlüpfen weiß.

Weitere Aufführungen nach der Premiere vom 18. Januar sind am 25. Januar, 1. und 8. Februar geplant. Karten können bei Anita Plagemann unter Tel. (0 63 72) 8 03 02 05 geordert werden.