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Tankstellenräuber zeigen Reue: Bewährungsstrafen

Zweibrücken. Wegen eines Überfalls auf die Aral-Tankstelle in der Zweibrücker Saarlandstraße wurden gestern drei junge Männer im Alter von 20 bis 23 vor dem Landgericht Zweibrücken zu Bewährungsstrafen verurteilt und folgte damit den Anträgen der Staatsanwaltschaft und der Verteidiger

Zweibrücken. Wegen eines Überfalls auf die Aral-Tankstelle in der Zweibrücker Saarlandstraße wurden gestern drei junge Männer im Alter von 20 bis 23 vor dem Landgericht Zweibrücken zu Bewährungsstrafen verurteilt und folgte damit den Anträgen der Staatsanwaltschaft und der Verteidiger. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die drei ehemaligen Soldaten der Niederauerbach-Kaserne an dem Raub vom 17. Dezember 2008 beteiligt gewesen waren (wir berichteten).Der Raub geschah während einer Abschiedsfeier von der Bundeswehr. Die drei jetzt Angeklagten hatten mit ihren Kameraden an dem Abend bereits in der Kaserne reichlich Bier getrunken, bevor sie in die Stadt gingen. Vor der Tankstelle ging dann die Feier weiter, bis einer der fünf Soldaten auf die Idee kam, die Tankstelle auszurauben. Mit dem Geld wollten sie nach Neunkirchen fahren, um sich dort in einem Bordell zu vergnügen. Der 21-jährige Räuber, der zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt wurde, benutzte bei dem Überfall ein Butterflymesser, das von einem der drei jetzt Angeklagten stammt. Dieser will es ihm bereits ein paar Tage vor der Tat geschenkt haben, räumte aber ein, dass er es unmittelbar vor dem Überfall noch benutzt haben könnte. Keiner der Angeklagten, die sich als nicht aktiv an der Tat beteiligt sehen, konnte erklären, warum sie nicht eingeschritten oder weggegangen sind, als es zum Raub kam. Danach flüchteten die fünf Soldaten zum Busbahnhof, wo sie von der Polizei kontrolliert wurden. Diese schöpfte allerdings keinen Verdacht, so dass sie mit einem Taxi nach Neunkirchen fahren konnten. Vor dem Bordell wurde die Beute aufgeteilt. Warum die angeblich unbeteiligten Kameraden Geld erhielten, konnten sich diese vor Gericht nicht erklären. Eine Sachverständige der Uni Mainz ging trotz des großen Alkoholkonsums, der zwischen 1,57 und 3,62 Promille gelegen haben könnte, davon aus, dass die Täter in ihrer Steuerungsfähigkeit nicht eingeschränkt waren. Der jüngste Räuber, der zum Tatzeitpunkt erst 19 Jahre alt war, wurde nach Jugendstrafrecht zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil für die anderem beiden lautete eineinhalb beziehungsweise ein Jahr und neun Monate Haft. Begründung: Die beiden wollen den entstandenen Schaden wieder gut machen Die Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. nob