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Kreisausschuss
Große Gewerbeflächen sind Mangelware

Südwestpfalz. Südwestpfalz-Wirtschaftsförderin Miriam Heinrich: Anfragen kommen vor allem von der Logistikbranche. Von Guido Glöckner

Bevor der Kreisausschuss am Montag einen Zuschuss von 146 000 Euro für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestpfalz freigegeben hat, informierte Geschäftsführerin Miriam Heinrich über deren Arbeit. Eine der wichtigsten Aufgaben derzeit sei es auszuloten, wo in der Südwestpfalz neue Gewerbeflächen geschaffen werden können – denn sie sind Mangelware.

Vor allem fehle es an Gewerbegebieten mit großen zusammenhängenden Flächen, berichtete Miriam Heinrich. Denn in der jüngsten Vergangenheit wurden von Unternehmen vor allem Flächen von 20 000 Quadratmetern und mehr nachgefragt, und die gebe es in der Region momentan nicht. Vor allem aus der Logistikbranche gebe es Anfragen nach solch großen Flächen. Daher sei die Wirtschaftsförderung mit Orts- und Verbandsgemeinden momentan auf der Suche nach Flächen, die sich für Gewerbegebiete eignen, um sie kurz- bis mittelfristig zu realisieren.

Stark im Fokus steht aber auch der Kampf um Fachkräfte, nach denen auch viele Unternehmen in der Region händeringend suchen, betonte Miriam Heinrich. Die Wirtschaftsförderung unterstütze die heimischen Firmen durch Beratung und die Organisation von Veranstaltungen, bei denen sie direkt auf die Schüler treffen, die einen Ausbildungs- oder Studienplatz suchen.



Wichtig sei das „Networking“, betonte die Geschäftsführerin, damit sie und ihre drei Mitarbeiterinnen in den Kontakt mit den Unternehmen kommen. Erst wenn deren Wünsche und Probleme bekannt seien, könne auch das eigene Angebot auf sie zugeschnitten werden. Dass dies immer besser gelingt, zeige der steigende Zuspruch zu den Veranstaltungen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft – was Landrätin Susanne Ganster bestätigte, denn zum jüngsten Unternehmertag seien rund 300 Besucher gekommen.

Wichtig ist der Geschäftsführerin auch die Unterstützung von Existenzgründern und Jungunternehmern, die auf Wunsch und bei Bedarf intensiv betreut werden – sei es durch persönliche Beratung, Vortragsreihen oder Begleitung zur Investitions- und Strukturbank, damit es auch mit der Finanzierung funktioniert. Denn im Kreisausschuss waren sich die Mitglieder einig, dass es gerade um die Finanzierung gehe, wenn neue und junge Unternehmen sich etablieren wollen.

Jährlich lässt sich der Landkreis die Wirtschaftsförderungsgesellschaft, an der auch die Stadt Zweibrücken, die Verbandsgemeinden und regionalen Banken beteiligt sind, rund 300 000 Euro kosten: Einmal rund 160 000 Euro für Personal-, Sach- und Bürokosten, zum anderen durch den gestern bewilligten Zuschuss. Gut angelegtes Geld sei das, um die Region voranzubringen, meinten vor allem die Ausschussmitglieder der Großen Koalition im Landkreis, die sich zur personellen Verstärkung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft bekannten und deren Arbeit durchweg lobten.

Lediglich Bernd Schumacher von den Grünen zeigte sich etwas kritischer. Alle Akteure in der Region müssten an einem Strang ziehen, um sie wirtschaftlich voranzubringen, forderte er, und das sei eben nicht immer so, wenn er auf den Zweckverband für das frühere US-Hospital Münchweiler schaue, wo einiges im Argen liege.

Für das kommende Jahr kündigte Miriam Heinrich an, dass die Wirtschaftsförderungsgesellschaft verschiedene Veranstaltungen zum wichtigen Zukunftsthema der Digitalisierung anbieten wolle. Auf dem Arbeitsprogramm stehe aber auch der Aufbau eines regionalen Wissenssystems für Unternehmen, das online abrufbar sein wird.