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Kreisausschuss
Fokus liegt auf Ortsdurchfahrten

Südwestpfalz. Kreisstraßen 2019: Im kommenden Jahr werden fast nur verschobene Projekte angegangen. Von Guido Glöckner

3,1 Millionen Euro will der Landkreis im nächsten Jahr für die Sanierung seiner Kreisstraßen ausgeben. Wer jedoch auf viele neue Straßenbauprojekte hofft, wird jäh enttäuscht, denn das von Landrätin Susanne Ganster (CDU) im Kreisausschuss vorgelegte Straßenprogramm 2019 besteht weitgehend aus Bauprojekten, die vom laufenden ins kommende Jahr verschoben werden. Es sind also wirklich keine guten Nachrichten, die von der Landrätin präsentiert wurden: Da ist einmal der Investitionsbetrag, der gerade einmal reicht, um zehn Prozent der im Kreisstraßenbauprogramm enthaltenen Projekte im kommenden Jahr zu verwirklichen – 30,1 Millionen Euro wären nämlich notwendig, um alle Sanierungsmaßnahmen zu verwirklichen. Dass der Landkreis nicht mehr investieren kann, ist einmal der eigenen angespannten Finanzlage geschuldet, zum anderen den fehlenden Landeszuschüssen.

Allerdings hat es in der Vergangenheit selten ein Jahr gegeben, in dem kein einziges wirklich neues Kreisstraßenprojekt angegangen wird. Neben Restfinanzierungen schon beendeter oder in der Schlussphase befindlicher Straßensanierungen sind alle neuen Baumaßnahmen schon für 2018 geplant gewesen und werden in das nächste Jahr verschoben. Das gilt für den Kreisverkehr am Knotenpunkt der Kreisstraße 16 mit der Landesstraße 472 bei Weselberg ( 350 000 Euro Gesamtkosten / 250 000 Euro 2019) wie auch für die vielen Ortsdurchfahrten, die auf Vordermann gebracht werden sollen.

Denn eines macht das Kreisstraßenprogramm auch deutlich, der Fokus liegt im kommenden Jahr auf den Ortsdurchfahrten. Schon begonnen wird in diesem Jahr mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt auf dem Kettrichhof, die nach 33 Jahren Wartezeit nun angegangen wird – für Kosten von 2,2 Millionen Euro, von denen 2019 eine Million Euro verausgabt werden.



Auf 650 000 Euro ist die Erneuerung der Kreisstraße 31 in Heltersberg veranschlagt, wobei im nächsten Jahr die ersten 250 000 Euro ausgegeben werden. Der zweite Bauabschnitt der Ortsdurchfahrt Schwanheim auf der Kreisstraße 54 ist ebenfalls an der Reihe. Die Baukosten betragen 300 000 Euro, wovon 2019 die erste Hälfte gebraucht wird. Eine Million Euro kostet die Sanierung der Kreisstraße 65 in der Ortsdurchfahrt Bechhofen (2019: 400 000 Euro), die gleiche Summe muss in die Kreisstraße 76 in der Ortsdurchfahrt Reifenberg investiert werden (2019: 400 000 Euro). Für 1,4 Millionen Euro soll auch die Ortsdurchfahrt Hilst auf der Kreisstraße 2 erneuert werden, allerdings gibt der Landkreis dafür 2019 überhaupt kein Geld aus, denn im nächsten Jahr sollen zunächst die Tiefbauarbeiten der Verbandsgemeindewerke Pirmasens-Land vergeben werden, erst 2020 soll der Straßenbau folgen.Und dann ist da doch noch ein kleines neue Projektchen zu entdecken im Kreisstraßenprogramm für das nächste Jahr, aber es wird sicher keinem Autofahrer Freude machen. Denn die Straßenbrücke über die Bahnlinie in Höhmühlbach (Kreisstraße 78) wird nicht etwa saniert, sondern die veranschlagten 50 000 Euro werden dafür ausgegeben, die Fahrbahn auf der maroden Brücke zu verengen, damit sie weniger stark belastet wird.