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Traditionelles Neujahrssingen
Stimmgewaltig das neue Jahr begrüßt

Mit mehrstimmigem Gesang begrüßten Gemeindemitglieder der protestantischen Kirchengemeinde Rieschweiler das neue Jahr. Pfarrer Ulrike Höflich (rechts) freute sich, dass es sich die treuen Sänger wieder nicht nehmen ließen, die Tradition des Neujahrssingens fortzusetzen.
Mit mehrstimmigem Gesang begrüßten Gemeindemitglieder der protestantischen Kirchengemeinde Rieschweiler das neue Jahr. Pfarrer Ulrike Höflich (rechts) freute sich, dass es sich die treuen Sänger wieder nicht nehmen ließen, die Tradition des Neujahrssingens fortzusetzen. FOTO: nos
Rieschweiler-Mühlbach. In Rieschweiler-Mühlbach gehört es zum guten Brauch, mit vielstimmigem Gesang, Glockengeläut, Gebeten und anregenden Texten in das neue Jahr zu starten. Von Norbert Schwarz

16 Sängerinnen und Sänger unterschiedlichen Alters haben sich in der Neujahrsnacht, direkt im Anschluss an den Jahreswechsel, an der Dorfkirche von Rieschweiler getroffen, um einen uralten Brauch zu pflegen. Seit Ewigkeiten wird in diesem Gotteshaus von engagierten Christen das neue Jahr auf ganz besondere Art und Weise begrüßt: mit vielstimmigem Gesang, Glockengeläut, Gebet und zum Nachdenken anregenden Texten.

Im letzten Jahr waren es allerdings noch fast zwei Dutzend Sänger. Muss man einen Rückgang oder gar ein Ende dieser weit über die Region hinaus einmaligen „Begrüßungsform“ des neuen Jahres fürchten? Auf keinen Fall, sagt Pfarrerin Ulrike Höflich. Solche Schwankungen bei der Teilnehmerzahl habe es schon immer gegeben und es werde auch künftig nur schwer einzuschätzen bleiben, ist sich die Pfarrerin sicher und wird dabei durch die Erfahrungen des langjährigen Sängers Hans Isemann gestärkt. „Wir haben schon einmal zu fünft unter dem Chorbogen des Eingangsportals gestanden und fest gesungen. Solche aufs und abs hat es schon immer gegeben.“ Natürlich wäre es schön, wenn jüngere Gemeindeglieder zu dem Kreis der Unentwegten stoßen würden, aber es werde ja niemand gezwungen. Jeder komme freiwillig und aus innerer Überzeugung hierher. „Es ist schön, sich hier zu treffen, zwischendurch auch mal mit einem Glas Sekt auf das neue Jahr anzustoßen und sich daran zu erinnern, dass es der Schöpfer schon irgendwie richten wird“, sagte Isemann. Für ihn und die anderen Mitsänger ist jedenfalls klar, dass die erste Stunde in einem neuen Jahr dem traditionellen Neujahrssingen in der Dorfkirche von Rieschweiler-Mühlbach gehört.

Schriftliche Nachweise darüber, wie lange es das Neujahrssingens schon gibt, existieren keine. Von urkundlichen Nachweisen ganz zu schweigen. Doch Dorfchans Isemann schwören Stein und Bein darauf, dass es das Singen schon seit Menschengedenken gibt. Und mit den positiven Erfahrungen des nicht alltäglichen Neujahrsbeginns sind alle überzeugt, dass es auch künftig diesen Brauch in Rieschweiler geben wird.