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Kooperation mit DRK
Startschuss für Telemedizin zum Jahreswechsel

Zweibrücken. (nob) Mit dem Gästehaus für Pflege in Mörsbach wird im kommenden Januar das Pilotprojekt zur Telemedizin in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land starten. „Mit dem Roten Kreuz haben wir hierfür einen hervorragenden Partner gefunden“, berichtete am Montag Bürgermeister Jürgen Gundacker. Von Norbert Rech

Mehrere Hausarztpraxen der Verbandsgemeinde und die entsprechend betreuten Senioren würden in den nächsten Wochen mit insgesamt 20 Tablets (flache Kleincomputer) ausgestattet. Per Internet seien dann unter anderem die Begutachtung von Wunden, die Übermittlung von Blutdruck- oder Blutzuckerwerten und viele andere Untersuchungen möglich, die sonst nur in der Praxis erfolgen könnten, wofür die Patienten oft mühselige Wege in Kauf nehmen müssten. Auch Rezepte kann der Arzt per Telemedizin einfach an die nächste Apotheke senden. Finanziert werde auch ein Projektbegleiter sowie die Schulung der Ärzte und des Pflegepersonals.

Insgesamt koste das Vorhaben rund 81 000 Euro, wovon 90 Prozent das Land übernehme. Die Verbandsgemeinde selbst sei lediglich für die Vorstellung des Projekts in der Öffentlichkeit zuständig. Natürlich sei damit nur ein erster Schritt getan. Nach Ende des zweijährigen Projektes, könnte die Telemedizin auch im Contwiger Haus Sarepta ihren Einzug halten. Für diesen Plan will Gundacker die Sozialstation gewinnen. Ihm gehe es bei der Telemedizin keinesfalls um den Ersatz von Ärzten, sondern um notwendige zusätzliche Maßnahmen, die zur Entlastung von Medizinern und Patienten führen. Neben den Pflegeeinrichtungen sollen in naher Zukunft auch die Patienten zuhause in den Genuss des Angebots kommen. Dafür sei allerdings neben der Unterstützung durch die Krankenkassen die optimalste Versorgung mit Internet und Mobilfunk in der Verbandsgemeinde nötig.



Das Projekt Telemedizin sei aus der Zukunftswerkstatt des Landes entstanden. Dieses habe darauf abgezielt, Kommunen dabei zu unterstützen, gemeinsam mit den Akteuren vor Ort Ideen und Maßnahmen zur Sicherung der ärztlichen Versorgung zu entwickeln. „Dabei ist es auch zu der Praxisgründung in Dellfeld gekommen“, erinnert Gundacker.