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Bahnverkehr
Sorge wegen defekter Schranke in Dellfeld

Dellfeld. Ein Bahnsprecher stellt klar: Es gibt keine ungesicherten Übergänge in Deutschland. Von Norbert Rech

Eine Bahnschranke ist dafür da, dass sie sich schließt, wenn ein Zug kommt – eigentlich. In Dellfeld am Bahnübergang tut sie das manchmal anscheinend nicht. So berichtet eine Anwohnerin dem Merkur von Lokführern, die vor einigen Tagen eine defekte Bahnschranke aus Richtung Zweibrücken selbst betätigen mussten. Sie schickte als Beweis ein Video. Die Frau, die namentlich nicht genannt werden will, hat Angst, dass Kinder von einem Zug angefahren oder gar überrollt werden. Auch für Autofahrer sei die Situation, die bereits im vergangenen Herbst für mächtig Ärger sorgte, eine große Gefahr. Der damalige Defekt, den es in der Schrankenanlage gegeben habe, sei nach Angaben eines Bahnsprechers inzwischen behoben worden. Die Reparaturarbeiten bestätigt auch die Anliegerin, die befürchtet, dass für die erneute Störung das Hochwasser Anfang Januar verantwortlich sein könnte.

Dem widerspricht Ortsbürgermeisterin Doris Schindler: „An dieser Stelle gab es doch gar kein Hochwasser.“ Auch seien ihr weitere Klagen über offene Schranken an dem Übergang nicht zugetragen worden.

Der Bahnsprecher in Frankfurt hat indes Rücksprache mit dem zuständigen Fahrdienstleiter genommen. Dieser habe ihm versichert, dass in Dellfeld seit letztem Herbst keine Störungen aufgezeichnet worden seien. Defekte seien aber – wie bei allen technischen Anlagen – nicht auszuschließen. Der Pressesprecher stellt allerdings klar, dass es im Grunde in Deutschland keine ungesicherten Bahnübergänge gebe. Er verweist hier zum einen auf das Andreaskreuz: „Jeder, der den Führerschein hat, weiß dass er hier anhalten muss.“ Schienenfahrzeuge hätten immer Vorfahrt. Vom Verkehrszeichen Bahnübergang bis zum Kreuzungsbereich gelte darüber hinaus Überholverbot. Auf Bahnübergängen sei zudem das Halten und Parken verboten. An besagtem Übergang warne auch eine rot-blinkende Leuchte vor herannahenden Zügen, wie auch in dem Film zu sehen ist.



Zu alledem greife ein Sicherheitssystem. So werde jeder Betriebsführer im Zug gewarnt, wenn eine Schranke nicht geschlossen ist. Dann müsse der Zug vor dem Übergang anhalten. Jetzt gebe es zwei Möglichkeiten. Entweder steigt ein Bahnmitarbeiter aus und schließt selbst die Schranke oder der Zug fährt mit ganz geringem Tempo (weniger als Schrittgeschwindigkeit) weiter.