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Schnelles Internet
So wichtig wie Wasser und Strom

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich startete der DSL-Ausbau für die Privathaushalte im Landkreis.
Mit dem symbolischen ersten Spatenstich startete der DSL-Ausbau für die Privathaushalte im Landkreis. FOTO: Bastian Meyer / red
Südwestpfalz. Am Montag fiel der Startschuss für das DSL-Ausbau-Projekt „Haushalte“ im Landkreis Südwestpfalz. Von Bastian Meyer

Den Startschuss für den flächendeckenden Breitbandausbau hat am Montag Landrätin Susanne Ganster gegeben. Beim symbolischen ersten Spatenstich für das rund 3,8 Millionen Euro teure Projekt „Haushalte“ vor „Hubers Markthalle“ in Waldfischbach-Burgalben sagte Ganster, dass schnelles Internet inzwischen so wichtig wie Wasser und Strom sei. Im September vergangenen Jahres begannen die Arbeiten für die Gewerbegebiete im Landkreis, die mit schnellem Internet ausgestattet werden. Am Montag folgte der zweite Schritt mit dem Projekt „Haushalte“ einschließlich den weiterführenden Schulen. Bis Ende März kommenden Jahres sollen rund 5660 Privathaushalte, 400 Gewerbebetriebe in Ortslagen und 18 Behörden und Organisationen mit FTTC-Anschlüssen („Fiber to the Curb“) mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Megabit pro Sekunde nutzen können.

Dann wird auch die „digitale Kluft“, wie es Ganster nannte, enden. „Entsprechend der Beschlusslage zur flächendeckenden Versorgung werden dann 99,6 Prozent mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde erschlossen“, freute sich die Landrätin. Bei den restlichen 0,4 Prozent im Projektgebiet – es sind genau 26 Haushalte – werde der „weiße Fleck“ entfernt und Bandbreiten zwischen 30 und 50 Megabit pro Sekunde erreicht, informierte Ganster, für die schnelles Internet heute eine Grundversorgung darstellt.

Für die neun weiterführenden Schulen und sieben weitere Objekte wird es sogar FTTH-Anschlüsse („Fiber to the Home“) mit einer Geschwindigkeit von bis zu einem Gigabit pro Sekunde geben. „Hierfür haben wir vorgesehen, den Ausbau und die Inbetriebnahme sukzessive mit den vorgesehenen Ausbauclustern für die Gewerbegebiete umzusetzen“, berichtete Ganster.



Die Deutsche Telekom, die wie bei den 37 Gewerbegebieten auch für die „Haushalte“ den Zuschlag als günstigster Bieter bekam, wird für das zweite Teilprojekt rund 280 Kilometer Glasfaser verlegen und 80 Multifunktionsgehäuse und 13 Netzverteiler aufstellen. Als einzigartig in Rheinland-Pfalz bezeichnete Ganster die Verlegung von 269 Kilometer Leerrohren als vorhandene mitnutzbare Infrastruktur. „Durch diese Vorgehensweise der Telekom können wir eine Ersparnis in beträchtlicher Höhe realisieren“, verkündete die Landrätin stolz.

Unterstützung erhält der Netzausbau durch Fördermittel des Bundes in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro und Landesfördermittel von rund 1,1 Millionen Euro. Der verbleibende Eigenanteil an den rund 3,8 Millionen Euro Gesamtkosten beläuft sich auf 386 673 Euro.

Durch den kreisweiten Ausbau sieht Ganster die Verbesserung der Situation der Bürger für ihre private und berufliche Internetnutzung von zu Hause aus. Aber auch eine Verbesserung für landwirtschaftliche Betriebe und zahlreiche Gewerbetreibende, beziehungsweise Unternehmen, die Datenabrufe und Datenkommunikation nicht oder nur mit sehr großem Zeitaufwand durchführen können sowie das Gastgewerbe. „Wir investieren viel Energie und sind beim Thema Breitbandausbau mit Vorreiter“, stellte Ganster fest.

„Ein kluges Gesamtprojekt“, nannte Staatssekretär Randolf Stich die Vorgehensweise des Landkreises, zuerst die Gewerbebetriebe und nun die Privathaushalte mit schnellem Internet zu versorgen. Gerade im Hinblick auf die große Fläche in der Südwestpfalz sei schnelles Internet in allen Ecken ein Erfolgsmodell, so Stich, der daran erinnerte, dass Rheinland-Pfalz mit einer Geschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde im ländlichen Raum bundesweit an erster Stelle liegt.

„Der Landkreis will das Projekt zügig umsetzen und auch unser Ziel ist es, bis Mitte 2019 komplett fertig zu sein“, kündigte Frank Bothe, der Leiter der Technik Südwest/Mitte von der Telekom, an.

Lobend erwähnte Manfred Henning, Regionalleiter der „atene Kom“, Projektträger des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, die Zusammenarbeit mit dem Kreis und allen voran mit Projektleiter Hand Dietrich. „Selten habe ich einen Projektleiter erlebt, der jederzeit das Heft in der Hand hat und das Projekt so lebt“, sagte Henning. Als nächster Schritt, betonten alle Beteiligten, müsse, nachdem mit dem Ausbau die Grundlage gelegt sei, die Verlegung von Glasfaserkabeln ins Gebäude erfolgen, sodass eine Bandbreite von einem Gigabit pro Sekunde möglich sei.

Zum Spatenstich begrüßte die Landrätin neben der Bundestagsabgeordneten Anita Schäfer (CDU) und dem Landtagsabgeordneten Alexander Fuhr (SPD) die Verbandsbürgermeister und viele Ortsbürgermeister sowie die beiden Kreisbeigeordneten Peter Spitzer (SPD) und Martina Wagner (CDU).