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Im Urlaub von Corona überrascht
Sitzgruppe statt Laufgruppe

 Paul Sefrin ist vom Lauf-Urlaub zurück.
Paul Sefrin ist vom Lauf-Urlaub zurück. FOTO: Norbert Schwarz
Bechhofen. Bechhofens Bürgermeister Paul Sefrin saß auf Mallorca in Hotel Quarantäne. Von Norbert Schwarz

Die Corona-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen haben viele Reisende weltweit auf dem falschen Fuß erwischt. Einer von ihnen ist der Bechhofer Ortsbürgermeister Paul Sefrin.

Eigentlich wollte der Vermessungs-Ingenieur nur einen Reisegutschein einlösen, den seine Familie ihm zum runden Geburtstag geschenkt hatte. Auf die Balearen sollte es gehen, zum „Lauffrühling auf Mallorca“ bei Rolf Harzbecker. Dort einmal zu trainieren hatte er sich seit der neu erwachten Freude am Laufen gewünscht, erzählte davon auch in der Familienrunde, die ihn dann mit einem entsprechende Geburtstagsgeschenk überraschte.

„Dass die Reise an einem Freitag dem 13. begann, ist für mich keineswegs ein schlechtes Vorzeichen gewesen, schließlich habe ich mit Aberglauben und ähnlichem nichts am Hut“, stellt Paul Sefrin im Nachhinein fest. „Corona war natürlich schon in aller Munde, doch noch Tage vorher kamen Mails, dass der Lauffrühling auf Mallorca stattfindet und alles wie geplant seinen Verlauf nimmt“, erzählt Paul Sefrin im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur.



Beruhigt ging es also mit der Bahn zum Flughafen nach Frankfurt, von dort aus mit einem Airbus der Condor-Airline zur Mittelmeerinsel. Ein Stück vom weitaus bekannteren Playa de Palma entfernt, doch Paul Sefrin war ja nicht wegen des Strandlebens nach „Malle“ gekommen, wollte vielmehr seinen eigenen Laufstil verfeinern, mit Gleichgesinnten im 256-Betten-Hotel in Can Picafort im Norden der Balearen-Insel die theoretischen Vorträge nach dem Frühstück anhören, später beim Laufen das Gelernte umsetzen, sich darüberhinaus bei Radfahren und Schwimmen weiter körperliche Fitness erarbeiten.

Die Ankunft des Vermessungs-Ingenieurs in Can Picafort nach „Rail and fly“ verlief noch problemlos, der Empfang, die Einweisung und ersten Besprechungen am Samstag stimmten auf spannende Tage ein, wenngleich die weitläufige Hotelanlage mit möglichen 500-Gästen nicht ganz ausgebucht schien, so jedenfalls das Empfinden des Westpfälzers.

Die Hiobsbotschaft kam dann schon am Sonntag, 15. März. An diesem Tag wurde der königliche Erlass der spanischen Regierung verkündet , wonach eine Ausgangssperre auch für die Balearen-Insel Mallorca gelte. Die „Guardia Civil“ als Polizeibehörde verkündete das in Uniform selbst im Hotel und verlieh damit der Anordnung zusätzliche Wirkung. Ein fürchterlicher Schlag natürlich für die fast 60-köpfige Laufgruppe beim „Lauffrühling auf Mallorca“. Jetzt war man regelrecht kaserniert, musste die Zeit im Hotelzimmer verbringen, sich eine Kost zwischendurch selbst organisieren, denn alle hatten nur, wie viele Gäste in Can Picafort, „Halbpension“ gebucht.

Am Freitag letzter Woche dann hob Paul Sefrin im längst nicht ausgebuchten Airbus A321 wieder vom Flughafen Palma de Mallorca ab. Danach sei der Flughafen geschlossen worden, erzählt Sefrin. Die Sicherheitsvorkehrungen seien in Frankfurt groß gewesen, Fieber wurde allerdings nicht gemessen. Reisende im ICE wie den Regionalzügen versuchten, Abstand zu halten, das alles sei spürbar gewesen.

Jetzt muss Sefrin die Laufschuhe wieder im heimischen Bechhofen schnüren. Das immerhin darf er auch in Zeiten des Corona-Virus weiter tun, das ihm bereits das Geburtstagsgeschenk boykottiert hat.