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Hugo Kipp (links) und Willi Lauer, zwei der erfolgreichsten Brieftaubenzüchter in Deutschland, mit ihren „Flugsportlern“.
Hugo Kipp (links) und Willi Lauer, zwei der erfolgreichsten Brieftaubenzüchter in Deutschland, mit ihren „Flugsportlern“. FOTO: Volker Baumann
Althornbacher Brieftauben sind international erfolgreich. Von Volker Baumann

Wenn Hugo Kipp von seinen Brieftauben schwärmt, ist es ihm anzusehen, dass der Sport mit den orientierungsstarken und schnellen Vögeln zu seiner Passion geworden ist. Sein Vater Wulfram hatte sich bereits 1953 der Brieftaubenzucht verschrieben und Hugo war als Kind praktisch mit ihnen aufgewachsen. Vom ersten Taubenschlag auf dem Stuppacher Hof, von 1953 bis 1965, über die Zwischenstation Hornbach, von 1966-1972, und seitdem etwas außerhalb von Althornbach, haben die Brieftauben der Familie Kipp ihr Quartier und seitdem so viele internationale und nationale Preise abgeräumt, dass die Wohnung die Pokale gar nicht mehr fassen würde. „Über 500 sind es bestimmt schon“, zählt Hugo Kipp einmal grob durch, obwohl er sich bewusst ist, dass es wahrscheinlich weit mehr sind. Er habe schon immer Spaß am Umgang mit Tieren gehabt und sei irgendwann, besonders durch den Einfluss seines Vaters, von den Brieftauben fasziniert gewesen.

In Hornbach gebe es einen Brieftaubenzuchtverein schon über 100 Jahre. Der Brieftaubenverband in Deutschland wurde bereits 1884 gegründet. Zum Verein gehören etwa 64 000 Brieftaubenzüchter in 8000 Vereinen. Hugo Kipps 120 Tauben gehören zu denen, die, wenn sie irgendwo hingebracht und ausgelassen werden, den Weg am schnellsten in den heimischen Schlag zurückfinden. „Das liegt meistens nicht an der Kondition der Taube, sondern eher an ihrem Orientierungsvermögen, das ja noch immer ein nicht ganz geklärtes Phänomen ist. Jedenfalls fliegt eine Brieftaube immer dorthin zurück, wo sie geboren ist“, erklärt der passionierte Züchter. „Wenn beides zusammenkommt ist das natürlich optimal“, verrät er weiter und erzählt, wie er oft mit der ganzen Familie vor dem Schlag sitzt, um zu warten, bis seine Tauben im Anflug sind und sich nach langer Strecke wieder zuhause niederlassen.

In der Saison werde meist im April mit Flügen um 50 bis 60 Kilometer begonnen, um sich dann bis zu einem „internationalen Flug“, zum Beispiel 1000 Kilometer ab Barcelona, zu steigern. Von da aus hätten seine Tauben schon in knapp zwölf Stunden den Heimflug absolviert – rekordverdächtig.



So haben im Laufe der Zeit die Althornbacher Brieftauben aus dem Schlag der Familie Kipp schon in allen möglichen Kategorien Preise eingeflogen, wurden 2016 Europameister und bereits acht Mal Deutscher Meister, was bedeutet, dass nach jeweils sechs verschiedenen Flügen, auf nationaler oder europäischer Ebene, die besten Züchter ausgewertet und prämiert werden. Ihre Tauben hatten dann, je nach gemessener Entfernung vom Auflassort zum Taubenschlag, die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit zurückgelegt. Gemessen wird der sportliche Flug elektronisch, mit einem Chip an der Taube und einer Antenne am Schlag, welche die Ankunftszeit registriert. Bis die Tauben zum Auflassort kommen, kann für die gefiederten Flugsportler ab und zu eine Reise mit mehreren Stationen sein. Vom Sammelort in Zweibrücken geht es dabei über Jülich nach Brüssel, dem sogenannten „Europatreff“, und von dort zum eigentlichen Startpunkt, etwa Barcelona.

Damit nicht genug der erfolgreichen Brieftauben in Althornbach: Auch Willi Lauer züchtet schon seit 50 Jahren und hat ebenfalls deutschlandweit Erfolge mit seinen Tieren. Wer hätte gewusst, dass Althornbach ein Mekka des Brieftaubensports ist?⇥bav

Beeindruckendes Naturdenkmal: die alte Rosskastanie in der Bauertstraße in Althornbach.
Beeindruckendes Naturdenkmal: die alte Rosskastanie in der Bauertstraße in Althornbach. FOTO: Volker Baumann