| 20:27 Uhr

Konzert der Schwarzen Husaren
Rasante Schlittenfahrt durch den Advent

Die Schwarzen Husaren während des Konzertes in der evangelischen Kirche in Großsteinhausen.
Die Schwarzen Husaren während des Konzertes in der evangelischen Kirche in Großsteinhausen. FOTO: Margarete Lehmann
Großsteinhausen. Die Schwarzen Husaren begeisterten ihr Publikum in der sehr gut besuchten evangelischen Kirche in Großsteinhausen. Von Peter Fromann

Die Petersburger Schlittenfahrt im Swing ist irgendwie anders, ist wie ein scharfe Kurve auf Schnee in einer Kutsche: Man kann nicht steuern, die Fliehkraft schleudert die Kutsche rutschend in einen engen Kreis und es dauert an die 20 kleine Schrecksekunden, bis sie die neue Richtung nimmt und man ihr gern folgt. Die Schwarzen Husaren aus Kleinsteinhausen meisterten diesen wilden Ritt mit Bravour und Präzision – und mit ein wenig Übermut. Dirigent Erich Gingrich leitete seine Musiker in der sehr gut besuchten evangelischen Kirche in Großsteinhausen mit Ruhe und Umsicht. Mit dabei mit seiner Trompete war Urgestein Erwin Plickat, jetzt im 89. Lebensjahr, der während des Konzerts die höchste Auszeichnung des Landesmusikverbandes verliehen bekam, die Ehrenmedaille, die stellvertretend Erich Gingrich überreichte.

Das Konzert beginnt sehr schön und poetisch mit einem Spaziergang durch den „Queen’s Park“ mit einem erfrischenden Melodienreigen. Dann die „Pavane in blue“. Pavane ist ein Schreittanz aus dem 16. Jahrhundert. „In Blue“ meint hier einen schönen Blues mit überzeugenden Solosaxophonpassagen, die Jonas Süß intonierte. Dann „Londonderry Air“, eine volkstümliche irische Melodie, die in Nordirland bei einigen Veranstaltungen als inoffizielle Nationalhymne verwendet wird. Und gleich für ursprünglich den Dudelsack geschrieben die „Highland Cathedral“.

Und endlich jetzt auf urdeutsch sozusagen natürlich Johann Sebastian Bachs „Air“ aus der Orchestersuite Nr. 3. Da geht das Herz auf. Weihnachtsmelodien gab es auch in Hülle und Fülle: „A Christmas Celebration“, „Weihnachtliche Festmusik“ und „Weihnacht in den Bergen“, ein Potpourri von Weihnachtschorälen. Und alles in schöner Rundumqualität in Harmoniebesetzung. Es gab nichts zu tadeln, die Zuhörer gingen mit, applaudierten nach jedem Stück.



Da gab es als Zugabe das köstliche „Rudolph the red nosed Reindeer“, seit Ende der 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts millionenfach verkauft. Wegen seiner roten Nase wird das Rentier überall verspottet und drangsaliert, so dass es schließlich nur noch beim Weihnachtsmann als Nebelscheinwerfer Karriere macht. Musik soll auch Spaß machen und man darf damit rumalbern, selbst zu Weihnachten. Damit endete ein sehr gelungenes Konzert der Schwarzen Husaren. Solistisch mit dabei: Christian Süs, Trompete, und Paul Sawal, Posaune.