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Ich lebe gerne in Hornbach
Schöne Ecken dank engagierter Bürger

 Hornbach aus der Vogelperspektive.
Hornbach aus der Vogelperspektive. FOTO: Volker Baumann
. . . und ein Bürgermeister mit „Durchhaltevermögen“.

Das gepflegte Hornbacher Stadtbild beeindruckt die ankommenden Pilger, die auf dem Pfälzer Jakobsweg in den Ort kommen, genauso wie alle anderen Besucher. Gepflegt, da viele ehrenamtliche Hände Spaten, Schaufel oder Hacke in die Hand nehmen und dafür sorgen, „dass die Klosterstadt sich sehen lassen kann“. Ehrentraud Netolitzky arbeitet, wie sie sagt, schon immer gerne ehrenamtlich. Sie und andere freiwillige Helfer haben, seit dem Jahr 2003, nach einer Idee des Bürgermeisters eine sogenannte „Grünflächen-Patenschaft“ übernommen. In unregelmäßigen Abständen, „wenn es drauf ankommt“, schwärmen die Hobby-Gärtner aus und machen Sehenswertes aus dem, was ohne Zutun möglicherweise zur unschönen „Ecke“ werden würde. Oder – für jeden Bürger kostenpflichtig – von beauftragten Unternehmen übernommen und womöglich eine Steuer erhoben  werden müsste. „Ich gehe heute in den Kreisel“, kündigt Ehrentraud Netolitzky an und viele schließen sich gleich an. Alle anderen Helfer, meist schon im Seniorenalter und teilweise über 70 Jahre, verteilen sich auf die umliegenden Blumen- und Pflanzenbeete. Auch einen großen Teil des Radweges gelte es zu pflegen. „Wir machen das, weil wir uns als Rentner gerne sinnvoll beschäftigen und sozial für die Gemeinde engagieren“, erläutern sie ihre Motivation und würden sich freuen, neue und vor allem jüngere Helfer mit ins Boot zu bekommen. Gemeinschaftliches Handeln und Pflege von Kameradschaft vermeide Krankheiten und beuge Alleinsein und Vereinsamung vor. Vor allem werte es den Ort auf, den man produktiv mitgestalten könne.  Schade, dass sich die Truppe aus Altersgründen immer mehr verkleinere und kaum Nachwuchs in Sicht sei. Jede Person, die sich, auch nur für kurze Zeit einbringe, sei gerne gesehen. Und wenn das Ehrenamt geschafft ist: Eine Parkbank oder eine Sitzgruppe lädt die Helfer dann zu einer zünftigen Brotzeit ein. Ab und zu wird diese im Rathaus zu einer größeren Mahlzeit. Stadtbürgermeister Reinhold Hohn ist stolz auf die vielen ehrenamtlichen Helfer, die Hornbach viele schöne Ecken bescheren und erhalten, konnte er doch vor kurzem gar ein neues Hotel an Hornbachs neuem Zentrum, der „Plaza“ an der Hauptstraße einweihen. Auch wenn es nur ein Insektenhotel war, das Manfred Hofer gebaut und an der Sitz- und Liegegruppe aufgestellt hatte, es reiht sich liebevoll in die individuellen Ideen vieler Bewohner ein. In seiner sechsten Amtsperiode will der Bürgermeister weiter auf gute Zusammenarbeit im neu gebildeten Stadtrat bauen und versuchen „mit allen an einem Strang in die gleiche Richtung zu ziehen“. Vor allem das „Wohnen im Alter“ sei in den nächsten Jahren ein Thema auf der Prioritätenliste, genauso wie die Sanierung der 1,3 Kilometer langen Stadtmauer, des Rathauses und des Stadttores. Hornbach biete übrigens eine perfekte Infrastruktur „im Herzen Europas“. Und das bewährte Motto des Bürgermeisters: „Miteinander reden, nicht übereinander“.

 Bürgermeister Reiner Hohn.
Bürgermeister Reiner Hohn. FOTO: Volker Baumann
 Ein Teil der Stadtmauer bei Sonnenuntergang.
Ein Teil der Stadtmauer bei Sonnenuntergang. FOTO: Volker Baumann