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Kerwe in Dietrichingen
Rügen und Geschenke

 Ortsbürgermeisterin Ulrike Vogelgesang bekam von den Kerwerednerinnen ein Geschenk für Tochter Ida.
Ortsbürgermeisterin Ulrike Vogelgesang bekam von den Kerwerednerinnen ein Geschenk für Tochter Ida. FOTO: Norbert Schwarz
Dietrichingen. Wahl des Verbandsbürgermeister und Kerwefeiern? Für die Dietrichinger Dorfbewohner, allen voran Ortsbürgermeisterin Ulrike Vogelgesang, überhaupt kein Thema. Sie war als junge Mutter mitten drin im Geschehen. Von Norbert Schwarz

Die erst wenige Wochen alte Tochter Ida dabei auf dem Arm, nur kurz aus der mütterlichen Obhut gegeben, als ihr der kleine, doch nicht minder engagierte Kreis der Straußmädels und Straußbuben ein Geschenk bei der Kerwerede überreichte. Klar doch, ein Geschenk für den Neuankömmling Ida.

Dorfgemeinschaftshaus und Pizzeria „Zum Leo“, seit Jahrzehnten Stammkneipe für die Straußmädels und Straußbuben, liegen gottlob in unmittelbarer Nachbarschaft. Deshalb war es überhaupt kein Problem etwa der Kerwerede zu lauschen und dennoch das Wahlgeschehen am letzten Sonntag voll und ganz im Auge zu behalten. Alles also überschaubar und deshalb für den späteren Wahlsieger trotz ungewollter Konstellation machbar, alles unter einen Hut zu bringen und dabei wohlwollend den Wahlaufruf mitzuerleben als die beiden Kerwerednerinnen Kiara „Kiri“ Kiefer und Leonie Freyer meinten: „Außerhalb de Dorfpolitik versucht unser Björn Bernhard sei Glick. Als Verbandsbürgermeisterkandidat ist der fer die CDU am Start. Ihr Dietrichinger der dut uff eich zehle, deshalb, gehe dabber ins DGH unn duhn ne noch schnell wähle …“

Für die neue Ortsbürgermeisterin dann gab es zugleich eine Krone verbunden mit der Feststellung: „Politisch gesehen gings im Dorf hoch her, fers Uli war de Uffschdiech ned schwer. Souverän hod das die Frau Henner abgehängt. Drum hann mer fers Uli e großes Geschenk. Doch ned nur politisch gesehn, was Uli aktiv. De Hausseche hängt bei dem dehäm ganz und gar net schief. Es klee Ida hat sich uff de Wech gemacht, un de Familie Vogelgesang e großes Geschenk gemacht.“



Das Verteilen von Geschenken war eh bei der diesjährigen Kerwerede in Dietrichingen ein ganz besonderer Gag. Profitiert davon hat beispielsweise auch die gegenwärtige Wehrführerin Theresa Schäfer: Sie bekam einen Wecker geschenkt. „Ihr liew Leid ihr wisse es genau, in Dietrichinge brennts immer, wie die Sau. Ledschd Johr hat noch de Pascal die blaue Tonne im Garde febrennd, do is es Doris ball Amok gerennt. Zudem hann mer im ledschd Johr euch berichtet, wie gut unser neui Feuerwehr doch iss, heit kann ich saan, ihr liewe Leid die han uns beschiss. Die Leid die do mit mache, die sin jo ned bleed, es wäre nur scheen, wenn die Feuerwehrhauptkommandantin nachts ach wach werre däd. Wenns nachts brennt, muss ma halt mo uffschdehn unn kann sich net nochmol im Bettche rumdrehn. Dass du es nächschdemol wach bischd wenns wieder brennt, han mir gedenkt du grieschd von uns e Wecker geschenkt …“.

Die obligatorische Baumtaufe kam zum Schluss, als Kiri Kiefer und Leonie Freyer meinten: „Wir taufen dich auf alle Name, der Straußbuben aus den letzten Jahre. Du sollschd hänge im Summer wie im Winter, du sollschd Freude schenke alle Kinner. Du bischd es beschde Feuerholz – du machschd es ganz Dorf soooo stolz!“