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Im Interview Rubin Lind
„Menschen nach vorne bringen“

Rubin Lind, der Gründer des Jahres, ist am kommenden Freitag zu Gast an der IGS Contwig. Von Norbert Rech

Am Freitag, 16. November, findet ab 14 Uhr an der IGS in Contwig ein Tag der Digitalisierung statt. Höhepunkt der Veranstaltung wird ein Vortrag von Rubin Lind sein, der dann seine Lern-App „Skills4School“ vorstellen will. Der 19-Jährige aus Hamm wurde kürzlich als Gründer das Jahres ausgezeichnet.


Was kann man mit der App „Skills4Schol“ machen?

Rubin Lind: Es handelt sich dabei um eine Lernplattform für Schüler, welche es ihnen ermöglicht, passend zum Unterricht, zum Schulbuch und an den Lehrer angepasst zu lernen. Sie sehen ihren Lernfortschritt, eine Übersicht über die noch zu lernenden Inhalte und die geschätzte Dauer, um sich den Stoff anzueignen. Die Lehrer können sich einloggen und je nach Bundesland, Schulform, Fach, Schulbuchverlag und Klassenstufe den Stoff festlegen, Aufgaben und Inhalte, die klausurrelevant sind. Die Fragen werden von eigenen Redakteuren geschrieben, sind aber auf den Lehrplan abgestimmt und jeweils nach Bundesländern, Schulformen und Fächern getrennt. Wenn man diese nicht beantworten kann, gibt es Tipps. Bei Bedarf können Themengebiete spezifiziert und um individuelle Aspekte erweitert werden. Jeder Schüler kann zudem den eigenen Lernfortschritt abfragen. Es geht nicht nur darum Fragen zu beantworten, sondern gleichaltrige Mitschüler können anderem auch beim Lernen unterstützen. In der neuesten Version sind auch spielerische Elemente eingebaut, mit denen die Schüler auch belohnt werden können.



Was muss man für die Nutzung bezahlen?

Lind: Mit der App soll jeder die Chance haben, individuell zu lernen. Man kann für verschiedene Fächer lernen und eigene Pakete zusammenstellen. Momentan kostet ein Lernpaket 1,99 Euro. Einen ganzen Monat mit freier Fächerauswahl gibt es für zehn Euro.

Welche Bedeutung hat die Digitalisierung in den Schulen?

Lind: Das Wissen wird heute in den unterschiedlichsten Bereichen der Arbeitswelt benötigt. Deshalb ist es auch in der Schule enorm wichtig, die Kenntnisse zu vermitteln. Dabei geht es aber nicht nur um die Bereitstellung von Hard- und Software, sondern auch um zusätzliche kompetente Ansprechpartner vor Ort.

Was hat Sie ermutigt, als 17-Jähriger ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Lind: Die Idee für die App entstand im Grunde durch die eigene Situation vor einer Klausur. Ich suchte nach einer anderen Möglichkeit der Vorbereitung, als die von der Schule vorgegebenen. Da ich nichts Geeignetes gefunden habe, begann ich mit Skills4School selbst etwas zu programmieren. Mit diesem Projekt habe dann einen Wettbewerb gewonnen und die App weiterentwickelt. Ein Unternehmen zu gründen war nie mein Plan. Es war eher eine Art Prozess.

Hat Ihnen dabei jemand geholfen?

Lind: Über weitere Wettbewerbe habe ich mir in kurzer Zeit ein großes Netzwerk aufgebaut. So konnte ich von echten, erfahrenen Unternehmern lernen und Mitstreiter finden. Das hat mich motiviert, nach der Schule dranzubleiben. Heute sind wir mehrere im Team, die daran arbeiten.

Welche beruflichen Ziele haben Sie?

Lind: Natürlich steht im Vordergrund die nachhaltige Weiterentwicklung der App. Es geht nicht nur darum, damit möglichst viel Geld zu verdienen. Dieser Reiz und die Motivation für Geld zu arbeiten, lässt schnell nach. Ich möchte vielmehr für mein Umfeld und die Menschen etwas nützliches machen, was diese voranbringt.

Bleibt Ihnen eigentlich noch freie Zeit?

Lind: Für Hobbys im Grunde nicht. Um Sport treiben zu können, muss ich früher aufstehen, was mir manchmal auch nicht leicht fällt. Der Austausch mit Freunden und Bekannten ist mir sehr wichtig. Dafür muss man sich einfach die Zeit nehmen.

Die Fragen stellte Norbert Rech